Erasmus Schöfer ist tot – Ein kleiner Nachruf auf einen großen Dichter und Denker

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Erasmus Schöfer. © Privat

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am 7.6.2022 starb der am 4..6.1932 in Altlandsberg bei Berlin geborene Erasmus Schöfer im Alter von 91 Jahren in Köln. Darauf weisen Marietta Thien vom Dittrich-Verlag und Alyssa Fenner vom Verbrecher-Verlag in einer Pressemitteilung vom 8.6.2022 hin.

Im Nachruf der beiden Verlage, heißt es zum „politisch sehr engagierten Schöfer“, der „Nach dem Realgymnasium und einem Studium an der Freien Universität … zum weiteren Studium nach Köln und Bonn“ gegangen sei um „dort über ‚Die Sprache Heideggers‘ “ zu promovieren, um „nach einem kurzen Intermezzo in München und einigen Jahren auf Patmos und Ithaka … schließlich nach Köln“ zurückzukehren, daß er „an der Gründung des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt beteiligt“ und dessen „Sprecher“ von 1970 bis 1973 war.

Darauf, daß Schöfer „Flugschriften (‚Die Wahrheit ist die Veränderung‘) und Theater- und Hörspieltexte“ veröffentlichte, bevor er „Ende der Siebzigerjahre … sich hauptsächlich der erzählenden Prosa“ zuwandte (1979 kam der Band „Erzählungen von Kämpfen, Zärtlichkeit und Hoffnung“ heraus wird hingewiesen sowie auf den „‚Gegenwartsroman‘ mit dem Titel ‚Tod in Athen'“ (1986) sowie den Romanzyklus „Die Kinder des Sisyfos“ in vier Bänden von 2001 bis 2008, der die die Verhältnisse der BRD als Zustände widerspiegelt, die der Aufstände wert wären.

Sätze wie diesen „Die große Stille, die trotz der ungeheuerlichen Zumutungen der herrschenden Krisenverbrecher weiterhin im Land zu beobachten ist, muss nicht heißen, dass die Narkotisierung der Bevölkerung endgültig ist“ aus einer Rede, die Schöfer 2010 hielt, haben angesichts fortgesetzter Schweinereien von üblichen wie üblen Christen und Sozen, Olivgrünen und Besserverdienenden der BRD, diesem Staat des Kapitals, der nicht nur seit seinem Bestehen ein Vasallenstaat der VSA mit dem VK in seinem Beiboot ist, sondern längst und leider auch ein Apartheidstaat, an Aktualität nichts verloren.

Lumpen, die sich links wähnen, meinten, nichts auf der Liste der Unterzeichner des „Neuen Krefelder Appells“ vom November 2021 zu suchen zu haben. Daß Erasmus Schöfer zu den Erstunterzeichnern gehörte, das war gut so wie vieles aus seiner Feder schön war.

Anmerkung:

Siehe zum Thema den Beitrag Dokumentation: „Den Kriegstreibern in den Arm fallen“ – Neuer “Krefelder Appell” vom November 2021 im WELTEXPRESS.

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