Ein Museum für die kinetische Kunst – Rischon LeZion und das Agam-Museum

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Agam-Museum in Rischon LeZion.
Eine Außenansicht des neuen Agam-Museums in Rischon LeZion in Israel. © Menorah Group

Berlin, Deutschland; Rischon LeZion, Israel (Kulturexpresso). Was ist kinetische Kunst? Wikipedia weiß Antwort: „Kinetische Kunst ist eine Ausdrucksform, in der die Bewegung als integraler ästhetischer Bestandteil des Kunstobjekts Beachtung findet. Auch dann, wenn sich das Objekt scheinbar verändert, weil sich der Betrachter bewegt (Carlos Cruz-Diez) oder auch eine Illusion eine Bewegung vortäuscht (Youri Messen-Jaschin). Daher gilt die Op-Art manchen Betrachtern als kinetische Kunst.“

Zu den wichtigsten Vertretern der kinetischen Kunst werden Yaacov Agam, Pol Bury, Alexander Calder, Rebecca Horn, George Rickey, Jesús Rafael Soto und Jean Tinguely gerechnet. Agam wurde ein Museum in seinem Geburtsort Rischon LeZion gewidmet, das im vergangenen Jahr eröffnet wurde.

Um nach Rischon LeZion zu reisen, gibt es gute Gründe. Der 1882 als Moschawa durch russische Einwanderer gegründete Ort liegt in Israel und mit seinen heutigen Ausläufern ragt er über eine Autobahn hinaus bis an einem schönen Strand am Mittelmeer mit Strandpromenade und einer Hand voll gastronomischer Einrichtungen. Allerdings beherbergt die heutige Großstadt auch das Israelische Symphonie-Orchester Rischon LeZion.

Die Carmel-Weinkellereien, die mit den Moneten des Barons Edmond de Rothschild über dessen Stiftung, der Palestine Jewish Colonization Association, gegründet wurden, um jüdische Einwanderer finanziell zu unterstützen und ihnen ein wirtschaftliches Standbein zu schaffen, unterhalten immer noch ihren Hauptsitz in Rischon LeZion. Die Massenweine des größten Weinherstellers Israels sind gut genug zum Kochen und die Qualitätsweine munden.

Rischon LeZion ist nun über eine Attraktion reicher, die nicht auf einen Rothschild zurückgeht, sondern den Namen Yaacov Agams trägt. Yaacov Agam ist ein 1928 in Rischon LeZion als Yaacov Gipstein geborener bildender Künstler, der als Hauptvertreter der kinetischen Kunst gilt.

Er verließ als junger Mann, der Bauhaus studierte, den neuen Staat Israel früh, reiste 1949 in die Schweiz und 1951 weiter nach Paris, wo er lernte, lehrte und immer noch lebt.

Dem alten Mann, dessen Werke in wichtigen Kunsthäusern und Kunstmuseen der Welt und selbstverständlich auch im Centre Pompidou in Paris zu sehen sind, wurde in seinem Geburtsort, der mittlerweile die viertgrößte Stadt Israels ist, ein Museum gebaut: das Yaacov-Agam-Museum der Kunst in Rischon LeZion. Dieses Museum, das in seiner Kurzform Agam-Museum genannt wird, widmet sich im Allgemeinen der kinetischen Kunst und im Besonderen dem Leben und Werk Yaacov Agams.

Laut Pressemitteilung des Staatlichen Israelischen Verkehrsbüro in Deutschland vom 31.1.2018 hätten „Agam selbst und die Stadt … sich mit dem gemeinsamen Projekt zum Ziel gesetzt, hier ein internationales Zentrum der künstlerischen Philosophie Agams zu schaffen. Das neue Haus gehört zu wenigen weltweit, die sich ausschließlich mit der kinetischen Kunst beschäftigen.“

Weiter im Text der Pressemitteilung: „Das von dem Architekten David Nofar entworfene Gebäude mit angrenzendem Skulpturengarten präsentiert künftig in Dauer- und Sonderausstellungen sechs Schaffensjahrzehnte Yaacov Agams. Darüber hinaus gibt es einen Mediensaal, in dem Ausstellungen, Aufführungen und Events im Geiste Agams stattfinden. Auch Konferenzen, Seminare und Touren werden angeboten. Außerdem gibt es Kreativ-Workshops und andere Aktivitäten für Kinder und Erwachsene auf Hebräisch, Arabisch und Englisch.“ Leider werden keine Veranstaltungen in deutscher Sprache angeboten.

Yaacov-Agam-Museum

1 Meishar Straße, Rischon LeZion

Web: www.yama.co.il

Öffnungszeiten: Montags und donnerstags von 10 bis 19 Uhr, dienstags und mittwochs von 10 bis 16 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr

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