Fauser und der Betrieb – Annotation zum Buch „Der Klub, in dem wir alle spielen“ von Jörg Fauser

"Der Klub in dem wir alle spielen" von Jörg Fauser. © Diogenes

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Jörg Fauser wurde zu seiner Zeit in bestimmten Milieus als Wutautor benannt, der gern damit prahlte, kein Stipendium, keinen großen Preis, keine Erwähnung in der „FAZ“ zu bekommen.

Viele seiner Texte in „Der Klub, in dem wir alle spielen. Über den Zustand der Literatur“ lesen sich heute fast hausbacken, sind von Wut durchtränkt, beschreiben das gestörtes Verhältnis zwischen Fauser und dem bürgerlichen Feuilleton. Wenn er einen Autor bewunderte, konnte er sehr zart sein, wenn er einen nicht mochte, sehr böse.

Er wollte geliebt werden, doch seitens des Betriebs wurde ihm wenig Liebe zuteil. Für Leute wie Reich-Ranicki war Fauser ein mittelmäßiger Unterhaltungsautor.

Man muss das Buch in Kontext seines Werkes sehen, ansonsten legt man es schnell zur Seite, der Mann ist eine große Flatter, die sich mal hier, mal dorthin setzt.

Klasse ist das Vorwort von Katja Kullmann, die Fauser liebevoll auseinandernimmt.

Bibliographische Angaben

Jörg Fauser, Der Klub, in dem wir alle spielen, Über den Zustand der Literatur, 400 Seiten, Vorwort von Katja Kullmann, Verlag: Diogenes, Zürich, 28. Oktober 2020, ISBN: 978-3-257-07134-4 Preis: 24 EUR (Deutschland), 24,70 ERU (Österreich), 32.00 SFr

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