Fiasko auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin? – DAUerbrenner schon Tage vor der 70. Berlinale oder Russen-Porno gucken bei Carlo Chatrian

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Szene mit Natalia Berezhnaya, Luc Bigé und Olga Shkabarnya aus dem Film "Dau" von den Regisseuren Ilya Khrzhanovskiy und Jekaterina Oertel. © Phenomen Film

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Fördert die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH auch Pornos? Nein, so darf man das nicht stehen lassen, denn als das Filmprojekt um Geld bat, das gegeben wurde, war es wohl eher eine Experiment, bei dem man auch in Berlin und Brandenburg nicht wusste, was am Ende dabei herauskommt.

Alle und auch wir werden die Weltpremiere der als Dokumentation präsentiert Berlinale-Beitrags „DAU. Degeneratsia“ von Ilya Khrzhanovskiy und Ilya Permyakov erst sehen und dann kritisieren. Doch das es ein Film beziehungsweise die Episode „DAU. Natascha“ in den Wettbewerb der 70. Berlinale geschafft hat, der in der Russischen Föderation in allen Fassungen wegen Propagierung von Pornografie verboten ist, das ist schon jetzt ein Politikum.

Ilja Chrschanowski, den manche für einen Hochstapler und Scharlatan halten, andere für einen Künstler und Regisseur, und sein Projekt „DAU“, mit dem er durch das Boulevard und die Boheme der Bourgeoisie auch der BRD seit Jahren tingelt, scheint bei den Verantwortlichen für den Wettbewerb der 70. Berlinale auf offene Ohren gestoßen zu sein.

Kenner und Kritiker vermuten schon jetzt einen weiteren Griff ins Klo durch den Ausländer Carlo Chatrian, der als „Künstlerische Leiter“ der Internationalen Filmfestspiele Berlin gilt.

In „Sputnik“ (31.1.2020) heißt es unter der Überschrift „In Russland als ‚Porno‘ verbotener Film im Berlinale-Wettbewerb“: „​Das neuzeitliche über 14 Jahre währende „teils filmische, teils verhaltensbezogene Experiment“ DAU des Russen Chrschanowski an dem hunderte Teilnehmer aus der ganzen Welt beteiligt waren, kombiniert Elemente aus Film, Theater, Wissenschaft, Psychologie, Architektur und bildender Kunst. Mittlerweile sind 13 separate Filme und Serien aus mehr als 700 Stunden Filmmaterial geschnitten worden. 2008 begannen drei Jahre währende Dreharbeiten in der ukrainischen Stadt Charkow. Auf einem 12.000 Quadratmeter großen abgeschirmten Filmset lebten vor hunderten teils versteckten Kameras 400 Menschen ausgestattet mit über 400.000 Kostümen in einer virtuellen Sowjetrealität im „Institut“. Vorbild war das Moskauer Institut für Physikalische Probleme, an dem der hochdekorierte Stolz der sowjetischen Wissenschaft Dau arbeitete.“

Im „Deutschlandfunk“ teilt Jürgen König unter dem Titel „DAU-Projekt in Paris – Langeweile statt Weltereignis“ mit, was eine Besucherin auf Twitter notierte: „Es war wirklich ein Erlebnis wie in der Sowjetunion, man wartet stundenlang und dann geschieht nichts.“

König meint, das „dem … nur zuzustimmen“ sei: „Nach wochenlanger Geheimnistuerei und vollmundiger Ankündigungen der Veranstalter, aber auch der Stadt Paris, passierte tatsächlich am Ende von drei Wochen – nichts.“ Er hält fest, dass „das erklärte Ziel der DAU-Leute, den Besucher aus seiner gewohnten Zuschauerrolle herauszuholen und ihn stattdessen in die totalitäre ‚virtuelle Realität‘ eines nachgestellten Sowjet-Imperiums zu versetzen, … in einem Maße daneben“ gegangen sei, „dass einem nur noch Begriffe wie ‚peinlich‘, ‚desaströs‘, ‚hochstaplerisch‘ einfallen. Von einem ‚gigantischen Fiasko‘ schrieb die Tageszeitung ‚Le Figaro‘, und fasste damit die Tonlage nahezu der gesamten Pariser Presse zusammen.“

Wird Chatrian sein Fiasko gleich bei seinem ersten Filmfestival in Berlin erleben?

Dass DAU bisher in Berlin noch kein Fiasko erlebte, das haben die Bewohner dieser Stadt ihrer Verwaltung zu verdanken. Die sprach von einer „Mischung aus Dilettantismus und Arroganz“, die der DAU-Macher Chrschanowski an den Tag gelegt habe.

Zuvor wurde laut „Wikipedia“ im „August 2018 bekannt“ geworden, „dass das Kunstprojekt durch die Berliner Festspiele als Stadtinstallation präsentiert werden würde. In der Zeit vom 12. Oktober bis 9. November 2018 sollte rund um das Kronprinzenpalais ein Erlebnisraum installiert werden, um den herum eine Replik der Berliner Mauer hochgezogen werden sollte. Gleichzeitig sollte hier die Weltpremiere für die 13 bis dahin entstandenen Kinofilme und mehrere Serien sein, die aus dem Filmmaterial entstanden. Die Berliner Festspiele als Veranstalter stellten das Projekt als ‚gesellschaftliches Experiment, das die Wahrnehmung Berlins verändern wird‘ vor: ‚Mitten im derzeit von diversen Bauprojekten geprägten Zentrum der Stadt wird durch die temporäre Errichtung einer Mauer eine Zone markiert, die für vier Wochen zu einem besonderen Erlebnisraum wird und gleichzeitig historische Echoräume öffnet, die 29 Jahre nach dem Mauerfall die Chance bieten, eine politisch-gesellschaftliche Debatte über Freiheit und Totalitarismus, Überwachung, Zusammenleben und nationale Identität zu eröffnen.“

„Die temporäre Errichtung einer Mauer“, „Stadtinstallation“, „Erlebnisraum“ und „Echoraum“? Womit kleistert sich diese Kanaille eigentlich seinen Kopf zu? Und warum fallen auf solche Hirngespinste so viele Leute rein?

Die vierwöchige Berliner Präsentation sei „unter dem Motto ‚Freiheit‘ konzipiert gewesen, „mit Fortsetzungen ab 23. November 2018 in Paris zum Thema ‚Brüderlichkeit‘ und Anfang 2019 in London zum Schlagwort ‚Gleichheit‘. DAU hätte womöglich in Größenwahn und Gaga nur noch Germania von Albert Speer und anderen, deren Namen hier nicht genannt werden sollen, in den Schatten gestellt.

Dass die „Absage“ von „der Kulturstaatsministerin Monika Grütters, dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Kultursenator Klaus Lederer bedauert“ wurde, das ist für die genannten Personen bezeichnend.

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