In der Deutschen Kinemathek in Berlin wird das Jerry-Lewis-Archiv eröffnet

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Jerry Lewis während der Dreharbeiten zu The Day the Clown Cried (F/S 1972). Quelle: Deutsche Kinemathek, Jerry Lewis – Archiv

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wer Gerald „Jerry“ Lewis nur für einen Spaßvogel hält, der kennt ihn nicht. Der am 16. März 1926 als Joseph Levitch in Newark, New Jersey, geborene VS-Amerikaner war Komiker, keine Frage, aber auch (ernsthafter) Schauspieler und Sänger, aber eben nicht nur Unterhalter auf den Bühnen, die auch für ihn die Welt bedeuteten, sondern obendrein Produzent, Drehbuchautor und Regisseur.

National und international wurde er vor allem mit seinem Partner Dean Martin, mit dem er ein Duo ähnlich wie Oliver Hardy und Stan Laure bildete, deren improvisierten Auftritte eine Wucht waren, bekannt und berühmt.

Jerry Lewis starb am 20. August 2017 in Las Vegas, Nevada, aber seine Werke existieren weiter und einige werden in Berlin archiviert.

Per Berlinale-Pressemitteilung vom 11.2.2020 wird unter dem Titel „Eröffnung Jerry Lewis-Archiv“ mitgeteilt, dass Chris Lewis, Sohn von ‚Total Filmmaker‘ Jerry Lewis, … der Deutschen Kinemathek im Rahmen der Berlinale exklusive Dokumente aus dem Nachlass seines 2017 verstorbenen Vaters“ übergeben werde. „Darin ist dessen inszenatorische und schauspielerische Arbeit an dem nie veröffentlichten Spielfilm The Day the Clown Cried (S/F 1972) dokumentiert. Die europäische Koproduktion, in der Lewis Regie und Hauptrolle übernahm, stellt seine persönliche Verarbeitung des Holocaust dar. Es ist die Geschichte eines von den Nazis inhaftierten Clowns, der nach Auschwitz deportierte Kinder auf ihrem Weg in den Tod begleitet. Zu den Produktionsunterlagen zählen mitunter das persönliche Drehbuch und die Shot-List des Regisseurs, Hunderte von unveröffentlichten Werkfotos sowie Korrespondenz und unbekannte Aufnahmen hinter den Kulissen. Als Berlinale Special wird am 22. Februar um 13:15 Uhr in Anwesenheit von Chris Lewis der Spielfilm The Nutty Professor (USA 1963, Regie: Jerry Lewis) im Haus der Berliner Festspiele gezeigt.“

Die „Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen“ teilt per Pressemitteilung vom 18.2.2020 unter der Überschrift „Blicke in die Archive: Das Jerry Lewis Archiv der Deutschen Kinemathek“ mit, dass zur Übergabe der Dokumente am Samstag, den 22.2.2020, um 11 Uhr in der Deutschen Kinematek, 4. Obergeschoss, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin, Chris Lewis, Rob Stone (Library of Congress) und Rainer Rother sprechen würden.

Außerdem heißt es in Bezug auf „The Day the Clown Cried“, dass sich Jerry Lewis „nach Differenzen mit dem Produzenten und Sichtung des bereits gedrehten Materials entschied …, das Projekt nicht zu beenden und die Veröffentlichung des Films zu sperren. Ferner wird auch auf „szenografische Entwürfe, Korrespondenz und Behind-the-Scenes-Aufnahmen“ verwiesen, welche die Deutsche Kinematek erhalte.

Abschließend heißt es: „2016 rekonstruierte der Dokumentarfilmer Eric Friedler die Arbeit des Teams an The Day the Clown Cried und ließ mitunter überlieferte Szenen des Films von den 1972 beteiligten Schauspielern nachspielen. Friedlers 2017 für den GrimmePreis nominierte NDR/ARD-Produktion Der Clown ist in der Mediathek der Deutschen Kinemathek abrufbar.“

Und das ist gut so!

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