Kapelle in die Kieze – Staatskapelle wird zur Hofkapelle

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Blick aus einem Berliner Hinterhof in den Himmel. Quelle: Pixabay, Foto: Sonia Mertens

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“, sang einst Falco in Wien, aber auch in Berlin ist der Spruch ein Gassenhauer. Gewesen. Verdammt lang ist`s her, dass Kohlenhändler die ofenbeheizten Haushalte gegen Bares belieferten. Etwas abgewandelt jedoch könnte er in Berlin wieder aufleben.

Demnächst heißt es: Mutti, die (Staats-)Kapelle mit der Hofmusik ist da. Die macht aus der Not eine Tugend. Wenn das Publikum nicht ins Opernhaus Unter den Linden und in die anderen Konzertsäle der Stadt darf, dann kommt „die Staatskapelle Berlin, die ehemalige Kurbrandenburgische und Königliche Preußische Hofkapelle“, die dieses Jahr „ihr 450-jähriges Bestehen“ feiert, zum Volk, in die Kieze.

In der Pressemitteilung der Staatsoper Berlin vom 14.5.2020 heißt es: „Wenn Ihr nicht zu uns kommen könnt, kommen wir zu Euch.“ Mitgeteilt wird, dass „die ehemalige Hofkapelle … zu Ihnen“ komme und „in Ihrem Innenhof“ spiele. Und weiter: „Sie können die Musik von Ihren Balkonen oder Fenstern aus genießen und live mit dabei sein. Dann wird noch etwas in Englisch zum Distanz-Gebot für Deutsche und Ausländer in der Migranten-Metropole geschrieben und das man sich „als Nachbarschaft … für ein Hofkonzert bewerben“ könne. Einfach „eine E-Mail an hofkonzerte@staatsoper-berlin.de schicken, mit einem Foto des Hofes, Kontaktdaten und einer kurzen Begründung, warum “ sich die „Hausgemeinschaft“ über ein „Privatkonzert“ der Staatskapelle „freuen würde“.

Nein, die ganze große Kapelle kommt nicht, aber „kleine Kammermusikformationen bestehend aus Mitgliedern der Staatskapelle Berlin“ würden „zwei Mal pro Woche immer dienstags und donnerstags ca. 30-minütige Hofkonzerte spielen“ und zwar im Juni. „Das Programm wechselt und ist eine Überraschung.“

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen finden Sie unter: staatskapelle-berlin.de/hofkonzerte

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