Leadershit oder Leadership? Best Practice Leadershit von Stefan Häseli

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In seinem neuen Buch befasst sich der Business-Kabarettist Stefan Häseli mit "Best Practice Leadershit". copyright Verlag BusinessVillage

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Best Practice Leadershit – der Titel ist einfach genial und lässt niemanden kalt. Ein Schmunzeln ist das mindeste, was er entlockt. Manche können sich gar nicht wieder einkriegen vor Lachen. Was den Titel so genial macht, ist die Veränderung nur eines einzigen Buchstabens am Wortende. Inhaltlich passt es: Was hochbezahlte „Leader“ – „Führer“ ist ja Tabu außer in Kombinationen wie „Führerschein“, „Reise-“ und „Stadtführer“ – so für Mist verzapfen, geht auf keine Kuhhaut. Doch einfach nur meckern, aber keine Ahnung haben, hat wenig Wirkung. Es sieht aus wie das neidvolle Schreien „die machen alles falsch und kriegen viel Geld dafür“ ohne, dass es irgendjemanden kratzt. Neider kreischen auf der Straße, die (Manager-) Karawane zieht weiter.

Doch ein rebellisches Buch eines Linken ist Stefan Häselis „Best Practice Leadershit“ Gott sei Dank sowieso nicht. Dafür ist der Schweizer viel zu brav. Dass Eidgenossen auch anders können, beunruhigend anders, wissen wir seit „Züri brennt“, den unruhigen Zeiten in Zürich.

Wobei doch gerade die Schweiz Vorbild für Stabilität ist oder sich so gibt. Uhrmacher findet man heute kaum noch und wenn, sind sie alt. Uhrenverkäufer gibt es noch. Viele Uhren lassen sich nicht mehr reparieren; gerademal, dass die unsäglichen Batterien immer ausgetauscht werden müssen und werden (obwohl es auch Solar- und Automatikuhren gibt und diese chinesischen Armbanduhren aus Taiwan, die man einfach ins Wasser tauchen muss, damit sie wieder laufen). Bei Imkern geht es noch, doch andere Handwerke sind in Deutschland so gut wie ausgestorben, in der Schweiz findet man manchmal noch einen Handwerker. Auch in puncto Püntklichkeit sammeln die Eidgenossen Punkte.

Best Practice Leadershit von Stefan Häseli lässt nur manche Augen trocken und hat für jeden etwas parat

Äußeres der Neuerscheinung / Buchneuerscheinung Best Practice Leadership (statt Leadership)
Stefan Häselis neues Buch „Best Practice Leadershit“. Copyright Verlag BusinessVillage (Eigenschreibweise)

Hier geht es um die tatsächlichen Tragödien in mitteleuropäischen Führungsetagen. Gut bezahlt zu sein, ist grundsätzlich in Ordnung. Führen zu dürfen und dann Blödsinn zu reden und dann Verantwortung weder richtig zu übernehmen noch Entscheidungen zu treffen, ist ein nicht gehaltenes Versprechen, ein Kündigungsgrund, der nicht wirksam wird (schließlich kündigen die Chefs – und wer kündigt die Chefs?), eine Enttäuschung, eine Schwächung der Volkswirtschaft.

Leitende Angestellte stehen in der Mitte. Sie sind keine eigentlichen Chefs, da weisungsgebunden und kontrollierbar. Aber sie geben Anweisungen. Entscheiden im Kleinen, sind nicht die großen Entscheider, aber treffen Entscheidungen.

Teamleiter auf verschiedenen Ebenen müssen präsentieren, neuen Herausforderungen in der EDV, in der Genderpolitik und beim Klimawandel begegnen. Welche Fallen da warten und welche Verzögerungstaktiken letztlich den Fortschritt aufhalten und die Effektivität begrenzen, zeigt Häseli wie ein (als) Insider.

Wertvolle Kapitel für jeden

Wer in einem Unternehmen Entscheidungen zu treffen hat, wird sich/ seine Kollegen bestimmt an der einen oder anderen Stelle wiederfinden. Kaum ein Thema wird ausgelassen: Digitales, „social media“ (eigentlich unsozial, deshalb die Anführungsstriche), Datenschutz und vieles andere mehr.

Eine Pressemitteilung zu dieser Buchneuerscheinung gibt es auch.

„Der Blick unter die Teppiche der Chefetagen“ – hüstel. Bloß keinen Staub aufwirbeln.

„Stefan Häseli begegnet unternehmerischen Absurditäten – mit einem Augenzwinkern“ – ja, das tut er. Der Humor kommt durchgehend nicht zu kurz.

“Strategisch planen, menschlich führen und wertschätzend kommunizieren – das alles sollen Führungskräfte heutzutage. In disruptiven Zeiten müssen sie den Wandel gestalten, kurzum: digitalisieren und transformieren – am besten agil. Doch weil die Steuermänner und -frauen längst nicht mehr alles im Griff haben, mehren sich in den Unternehmen die Absurditäten. Nicht immer bemerkt, manchmal belächelt und häufig unter die Teppiche der Chefetagen gekehrt…

Genau dort schaut Stefan Häseli in seinem neuen Buch „Best Practice Leadershit – Absurde Wahrheiten aus den Chefetagen“ einmal etwas genauer hin. Im Mittelpunkt seiner feinsinnigen Satire steht Hannes, 49 Jahre alt, studierter Betriebswirt, Produktionsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung eines internationalen Industriekonzerns.

Wie lässt sich das rigorose Sparprogramm als große Innovation deklarieren? Mit welcher Methode kann man den größten Blödsinn dem Team noch als wahren Fortschritt unterjubeln? Was hat es mit dem Leitbild-Konfigurator für den schnellen Erfolg auf sich? Und wieso gibt es plötzlich so viele merkwürdige Marketingideen? Der Protagonist erlebt, durchleidet und stiftet an.

Die Geschichten von und mit Hannes illustrieren mal amüsant und mal scharfzüngig, was momentan in den Chefetagen der Firmen so alles ausgebrütet und angedacht wird. Bestes Handwerkszeug also für Führungskräfte – die es schon sind, die es gerne werden wollen und auch für jene, die dort nie ankommen werden. Ein heiteres Nachschlagewerk von Werten bis Wahnsinn, von Themen bis Trends, von Beruf bis Berufung, von Leadership bis Leadershit.“

Bibliographische Angaben

Verfasser: Stefan Häseli
Titel: Best Practice Leadershit – Absurde Wahrheiten aus den Chefetagen
Verlag BusinessVillage (Eigenschreibweise)
192 Seiten, 19,95 Euro, in der Schweiz CHF 25,90 (Schweizer Franken).
ISBN-10 3-86980-454-8. ISBN-13 978-3-86980-454-5.

Mehr zum Buch online auf http://www.businessvillage.de/bl/1060 .

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