Nachts, wenn böse Männer ihre Messer wetzen – Annotation zum Buch „Hotel der Schlaflosen“ von Ralf Rothmann

"Hotel der Schlaflosen" von Ralf Rothmann. © Suhrkamp

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ralf Rothmann ist alte Schule ohne Gram, Besserwisserei und unnötigen Ratschlägen. Das beweist er abermals im Erzählungsband „Hotel der Schlaflosen“, dem er ein schönes Motto von John Cale vorausschickt. In Cales Spruchweisheit wird sinngemäß die Furcht als des Mannes bester Freund benannt.

Die gute alte Furcht. Und die Missgunst, der Neid… ach, wie die Tanten und Onkel alle heißen mögen, die uns des nachts nicht schlafen lassen, uns peinigen und verrückt machen.

Rothmann ist ein grundgütiges Buch gelungen, das uns in feiner Sprache mit Schrecknissen und dunklen Botschaften aller Art füttert.

Ein rechtes November- und Coronawerk, eine Passion des Schmerzes ohne Gnade, ein Füllhorn an Geschichten über das, was uns Menschen dengelt.

Bibliographische Angaben

Ralf Rothmann, Hotel der Schlaflosen, Erzählungen, 200 Seiten, Leinen, Verlag: Suhrkamp, Berlin, 12.10.2020, ISBN-10: 3518429604, Preis: 22 EUR (Deutschland), 2,70 EUR (Österreich), 31,50 SFr, auch als E-Buch erhältlich

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