Goldener Bär 2020: „Sheytan vojud nadarad“ („There Is No Evil“) von Mohammad Rasoulof produziert von Mohammad Rasoulof, Kaveh Farnam und Farzad Pak

© Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow, 2016

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Goldener Bär 2020: Der Spielfilm Sheytan vojud nadarad (There Is No Evil – Es gibt das Böse nicht) von Mohammad Rasoulof als Regisseur, produziert von Mohammad Rasoulof, Kaveh Farnam und Farzad Pak erhielt Samstagabend den Goldenen Bären der internationalen Jury der 70. Berlinale – Internationale Filmfestspiele Berlin. In den sozialen Medien kursierten Nachrichten wie ‚endlich mal ein gute Nachricht – die einzige gute Nachricht‘. In der Pressekonferenz zitierte ein Anwesender Regierungsstellen in Teheran, die Berlinale sei bekannt dafür, die Preise politisch zu vergeben und nicht künstlerisch.

Produzent Kaveh Farnam antwortete darauf, die Argumentation sei so billig, dass es nicht lohne, darauf zu antworten. Wenn die Regierung der Islamischen Republik Iran mit den Milliarden aus den Ölfeldern und mit der sehr guten technischen Ausstattung der Fernsehstudios etc. bessere Filme drehte, wäre ihm das sehr recht.

Der Spielfilm wurde ihn vier Episoden erzählt und dauert etwa drei Stunden. Ein Filmkritiker bemängelte, dass es in der zweiten Episode einen Drehbuchfehler gibt. Die Geschichte wird auch zu schnell vorangetrieben. Trotzdem berühren sich die 4 Episoden nur peripher, aber man versteht den Zusammenhang. Natürlich kann es richtig sein, einen Film mit einem wichtigen Preis zu prämieren, wenn er filmisch bestimmte Anforderungen erfüllt und ein wichtiges Thema aufgreift. Hier: Das Neinsagen in einer Diktatur, einem autoritären System oder in einer Hierarchie. Es geht um Befehlsverweigerung und Kriegsdienstverweigerung. Ein simples Wort hat viel Macht. „Nein!“ Vielleicht hätte der Große Preis der Jury – Silberner Bär gereicht.

Zur Erklärung sollte man anführen, dass nur drei Monate blieben, um den Film fertigzustellen und der Regisseur Hausarrest hat. Er darf auch den Iran nicht verlassen. Es war unklar, ob er verhaftet werden wird und man beschloss, schnell zu handeln. Innerhalb von weniger als drei Monaten war der Film fertig, eingereicht und gewinnt diesen wichtigen Award.

Dass bei der umständlichen Arbeitsweise und dem großen Risiko, dass das ganze Filmteam auf sich nahm, vielleicht nicht die gleichen Maßstäbe an die Qualität angelegt werden dürfen wie an einen Film, der in Frieden und Freiheit hergestellt wurde, ist zumindest zu erwägen.

Insgesamt eine viel bessere Wahl als in den vergangenen Jahren.

„Never. Rarely. Sometimes. Always“

„Never. Rarely. Sometimes. Always“ erhielt den Großen Preis der Jury – Silberner Bär. Regisseurin: Eliza Hittman. Hauptdarstellerinnen: siehe Bilder.

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