Unterwegs im Büro der verlorenen Momente – Annotation zum Buch „Gehen allein unter Menschen“ von Antonio Munoz Molina

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"Gehen allein unter Menschen" von Antonio Munoz Molina. © Penguin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Jedem Augenblick steckt Zauber inne, doch was wir vor zwei Minuten erfuhren, ist wenig Zeit später für immer verloren. Der große spanische Autor Molina hat ein Memoir der besonderen Art vorgelegt. Auf 544 mächtigen Seiten beschreibt er Erinnerungsskizzen, die sich ihm zumeist beim Spazieren durch Städte einbrannten. Er schreibt auf zufällig gefundenem Papier alles auf, was er an Schriftlichem bemerkte und mixt es mit seinen Eindrücken des Gangs. Molinas Erinnerungswerk ist ein Laufwerk, assoziativ, vielschichtig und unmöglich in einem Rutsch zu lesen.

Wer Molina als Konservator spanischer Geschichte kennt, erlebt nun einen fast traumverlorenen Autor, der Orte und Zeiten wechselt, biografisches ans Licht holt und sich in zufällig gefundenen Werbeprospekten verlieren kann.
Das Klingen von Gläsern, ein Inserat an einer Laterne, Müll am Straßenrand, die schwere Luft eines Sommerabends…

Bibliographische Angaben

Antonio Munoz Molina, Gehen allein unter Menschen, 544 Seiten,  14 s/w Abbildungen, Übersetzer aus dem Spanischen: Willi Zurbrüggen, Format: 13,5 x 21,5 cm, fester Einband mit Schutzumschlag, Verlag: Penguin im Konzern Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München, 1. Auflage, 11.10.2021, Originaltitel: Un andar solitario entre la genteOriginalverlag: Planeta, Barcelona 2018, ISBN: ‎978-3-328-60097-8, Preise: 26 EUR (Deutschland), 26,80 EUR (Österreich), 36,50 SFr

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