Vom „Sturm auf die Demokratie“ zum „Tornado“ im Berliner Theaterdiscounter

Ein Tornado 2007 in Manitoba, Kanada. Quelle: Wikimedia, gemeinfrei, CC BY-SA 3.0, Foto: Justin1569

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die einen sehen einen „Sturm auf die Demokratie“, wenn Leute auf die Treppenstufen vorm Reichstag schlendern, die anderen vielleicht bald ein Klima-Theater-Desaster von Tobias Rausch mit dem Titel „Tornado“. Visionen müssen vermutlich die einen wie die anderen haben, einen guten Irrenarzt sollten sie alle haben.

Rausch, der laut Pressemitteilung aus dem Berliner Theaterdiscounter (TD) vom 7.9.2020 „als Regisseur und Autor seit 2001 am Stadttheater und in der freien Szene“ arbeiten würde, habe „seine Inszenierung auf der Basis von umfangreichen Recherchen“ entwickelt. Das ist besser als Bonbonpapier. Gegen gute Recherchen haben auch wahre Journalisten wie wir nichts einzuwenden. Und wenn die Arbeit dann noch der Sache des Schönen dient, warum denn nicht?!

Neuerdings beziehungsweise seit Beginn der Spielzeit 2019/20 leitet Rausch die „Bürger:Bühne“ am Staatsschauspiel Dresden, bringt aber wohl Dürren, Fluten und Stürme mit nach Berlin.

Zum Tornado-Thema teilt der TD noch mit: „Dürren, Fluten, Stürme nehmen zu. Riesige Ökosysteme werden durch den schmelzenden Permafrost instabil. Die Evolution kann mit den rasanten Veränderungen nicht Schritt halten: unbewohnbare Zonen breiten sich aus. Verteilungskämpfe nehmen zu. Das Zeitfenster, das zum Handeln bleibt, ist winzig. Wann kommt der Wirbelsturm, der alles hinwegfegt?

Begegnen Sie einem wirklichen, einem echten Tornado! Gemeinsam mit einem unfassbar anschwellenden Wind bevölkern Stimmen von Dürre- und Sturmbetroffenen und von Klimaforscher*innen und -aktivist*innen den Theaterraum.“

Wer „einem wirklichen, einem echten Tornado“ begegnen möchte („Gemeinsam mit einem unfassbar anschwellenden Wind bevölkern Stimmen von Dürre- und Sturmbetroffenen und von Klimaforscher*innen und -aktivist*innen den Theaterraum. Ihre Not, Verluste und Verstrickungen, ihre Durchbrüche und Schicksalsschläge sind das Material für ein Theater, das der Gegenwart ins Auge sehen will“) für den hier und heute

Die Tornado-Termine:

12. September 2020, 18 Uhr, Premiere

13., 14., 16. und 17. September 2020, jeweils ab 18 Uhr

Weitere Uhrzeiten, Slots und Informationen: https://theaterdiscounter.de/stuecke/tornado

Vielleicht entfacht das Tornado-Stück im TD die Zuschauer in einen Rausch und zu einem „Sturm auf die Demokratie“?

Anzeige