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Astor zu. Filmlounge bleibt wegen Gebäudesanierung lange geschlossen, das angefangene Jahr ganz sicher

Astor Filmlounge Berlin-Kurfürstendamm gegenüber des Kranzlerecks bleibt ab 1. Juni '26 bis ins Jahr 2027 geschlossen. "Aufgrund einer umfassenden Gebäudesanierung muss die Astor-Filmlounge bis ins Jahr 2027 geschlossen bleiben."
Das Astor bleibt eine zeitlang zu. Noch zu Öffnungszeiten verkündet ein großer Aushang am Kurfürstendamm Nähe Joachimstaler Straße: "Aufgrund einer umfassenden Gebäudesanierung muss die Astor-Filmlounge bis ins Jahr 2027 geschlossen bleiben." Photo/ BU: copyright 2026 BY Andreas Hagemoser, Aufnahmeort: Berlin-Charlottenburg, -datum 29. Mai '26

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Astor zu. In sieben Buchstaben von A bis Zett. Der Inhalt ist nicht nett. Auch wenn sich schlechte Nachrichten besser verkaufen als gute, würden wir gern besseres vom Astor berichten. Immerhin dem besten Kino der deutschen Hauptstadt Berlin. Dem bequemsten ganz sicher und unstrittig. Mit Bedienung am Platz und einer wunderschönen, historischen Architektur. Runde Formen schon im Foyer. Muschelartig der Deckenstuck vor der Leinwand. Selbst wenn das gut gewählte Saallicht in Gelb- und Rosatönen verlischt und man dann feststellen sollte, dass man „im falschen Film“ wäre, hätte man schon viele angenehme visuelle Eindrücke gewonnen; sich mit dem netten, kompetenten Personal ausgetauscht und vielleicht sogar im Vor-Foyer, einem regensicher überdachten Hof, der als solcher nicht wahrgenommen wird, historische Photos von teilweise bereits zerbombten und aus anderen Gründen nicht mehr existenten Berliner Lichtspieltheatern betrachtet. Überraschungen garantiert. Astor Filmlounge heißt es genau, das Haus am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg.

Seit dem 1. Juni werden dort keine Filme mehr gezeigt. Warum berichten wir ‚erst jetzt‘ über die Schließung, die uns doch seit Mitte Mai bekannt war? Schließlich hätte man dann, so vorgewarnt, noch einmal das schöne Haus besuchen können. Blieb uns die Spucke weg? Nein, für die temporäre Arbeitsunfähigkeit waren andere Gründe verantwortlich. Und so muss man sich mal wieder mit dem Leben arrangieren, wie man es vorfindet.

Wegen Gebäudesanierung ist das Astor am Kurfürstendamm bis ’27 zu

„Aufgrund einer umfassenden Gebäudesanierung muss die Astor-Filmlounge bis ins Jahr 2027 geschlossen bleiben.“ So steht es richtig am Haus an der Südseite des ‚Ku’damms‘ am Kranzlereck. Subjektiv nicht ganz richtig ist die Überschrift der Ankündigung, „wir“ sähen uns bald wieder. Denn bis ’27, das ist eine lange Zeit. Das tolle Kino direkt am Zoo, der Zoo-Palast, hat weder den Charme des Altbaus noch die bequemen Fußhocker. Das Delphi-Lux hat eine super Filmauswahl, die man in 7 Sälen schauen kann, ist aber im Erdgeschoss eines Neubaus und vom Eingang her am Yva-Bogen, dessen nördlicher Zugang viele notdürftig mit Asphalt geflickten Stellen aufweist, wo die steinernen Bodenplatten fehlen. Außerdem wird man dort mit Themen konfrontiert, die das Theaterstück „Auf der Straße“ im Berliner Ensemble 2018-23 ansprach, in dem die Different Voices auftraten, Jocelyn B. Smiths Chor.

Wer historische Architektur um sich herum will, muss dann eher in Delphi Kantstraße 12, das ist vom Delphi Lux ein paar Schritte um das Theater des Westens herum. Ende April, anderen Quellen zufolge am 1. Mai diesen Jahres wurde das Haus 98 Jahre alt. Was als Tanzsaal begann, wurde ab 1949 Kino. Darunter im „Keller“ befindet sich das Quasimodo, dass quasi immer im Jazz-Modus ist. Jocelyn B. Smith war dort übrigens auch vielfach zu hören. Direkt unter dem Kino „Delphi-Filmpalast am Zoo“ ist übrigens die Vagantenbühne, die genau am Geburtstag ein neues Stück erstmals aufführte, „Blutbuch“, ein Schauspiel nach dem Roman von Kim de l’Horizon.

Ein herber, wenn auch vorübergehender Verlust für die CITY-WEST

Wer dann immer noch nicht „sein Kino“ und/ oder Ersatz für das Astor gefunden hat, muss in der City-West nach Westen ausweichen bis hinter den Savignyplatz. Das Filmkunst 66 hat immerhin 2 Säle, der kleiner, „66 1/2“ ist im Erdgeschoss, ein Altbau ist das aber auch nicht und der größere Saal der beiden ist nicht barierrefrei. Eintritt zum Beispiel 11 Euro, da ist man im Cosima vielleicht besser bedient, wenn auch nicht mehr in der City-West.

Oder man weicht ins Kant-Kino aus, vom Delphi/ Delphi Lux/ Theater des Westens aus gesehen auf der rechten Seite der Kantstraße kur vor der Wilmersdorfer Straße. Das hat man auch mehrere Säle und nach einem Neubau sieht zumindest der große Saal nicht aus. Ob die City-West noch bis zur Wilmersdorfer reicht, ist Ansichtssache.

Die Astor Filmlounge jedenfalls hat eine Bestlage, wer nach dem Film auf die Straße heraustritt, steht am Kurfürstendamm, dem Berliner Boulevard, der wie die Zeil für Frankfurt am Main, die Mönckebergstraße für Hamburg und die Ginza für TOKYO steht.

Wer aus dem Saarland, aus Gelsenkirchen oder Paderborn angereist ist – um nur mal die Aufsteiger in die 1. Fußball-Bundesliga der Herren zu nennen – kann sich sofort orientieren. Er sieht rechts die Gedächtniskirche, gegenüber das Kranzlereck und halbrechts die berühmte Kreuzung Joachimtaler Ecke Ku’damm mit der Verkehrskanzel. Das Kino hat das Ku’dammeck überlebt, ein Neubau, der das Jahr 1980 sah, aber bereits wieder abgerissen wurde (zwischen Verkehrskanzel und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche) und auch viele Kinos, wie die Filmbühne Wien (noch hinter dem Ku’damm-Eck), das Gloria, einst Berlinale-Kino, gegenüber der Filmbühne und auch das alte Astor an der Südostecke Kurfürstendamm und Fasanenstraße.

Ein paar Lichtblicke für die City-West und überall Bauarbeiten

Das Kranzlereck, das wenigstens das „eck“ noch im Namen führt, ist zurzeit eine leere Hülle und die beliebte Voliere im Kranzlereckhof, ein Besuchermagnet, wurde gerade ganz abgebaut. Allerdings finden am gesamten Gebäudeensemble Umbauten statt. Die vor kurzem frisch gebauten Fahrradständer wurde wieder abgerissen und durch neue, beleuchtete mit Ladefähigkeit ersetzt. Welches Schicksal das hochsommerliche Freilichtkino im Durchgang zur Kantstraße ’26 erleben wird, steht in der Sternen. Ggf. wird dort ein weiterer Spielort temporär wegfallen.

Da die Astor Filmlounge am Kurfürstendamm ab 1. Juni ’26 voraussichtlich bis in den Herbst 2027 geschlossen bleibt, gibt es Stand Juni und 2. Jahreshälfte ’26 nur noch ein Ku’Damm-Kino: das Cinema Paris. Auch in Berlin-Charlottenburg, wie das Astor. Beim dem Gebäude haben Terroristen mal die ganze Fassade weggebombt. (Von Kriegsschäden mal ganz zu schweigen jetzt.)

Immerhin gibt es Kurfürstendamm noch ein Kino – in der Wilmersdorfer Straße gibt es von einst mindestens zehn gar keins mehr. Dagegen ist die Kantstraße gerade üppig ausgestattet heutzutage.

Und die City-West? Außer dem Hotel „Lichtburg“ gibt es nur wenige Lichtblicke in der Zeit nach Corona und dem Attentat auf die Nordstream-Pipeline. Beide hatte ja jeweils größte Wirtschaftskrisen ausgelöst. Derzeit sind viele Straßen gesperrt.

Statt 22 Ku’damm-Kinos nur noch 2 (inkl. Astor) – aktuell geöffnet ist nur das Cinema Paris

Das Beitragsbild zeigt mehr, als man denkt, wenn man genau hinguckt und weiß, was es bedeutet. Sieht man nur, was man weiß? Links am Bildrand das Gerüst, zwei Gebäude sind von den Bauarbeiten betroffen, die der neue Eigentümer fairerweise seit langer Zeit ankündigte. Im Bild ist vor allem die Richtungsfahrbahn Gedächtniskirche/ KaDeWe/ Schöneberg über Am Tauentzien zu sehen. Links eine Absperrung der Parkplätze. Die Haltestellenschilder zeigen eine aufschlußreiche Zeitangabe. Der bunte, dauergeparkte Kleinbus bzw. Lieferwagen am rechten Bildrand gehört zu einem der Stadtrundfahrtenanbieter. Der Bereich Joachimstaler Straße/ Meineckestraße Fasanenstraße bis Uhlandstraße ist die Hauptstadt der Stadtrundfahrt-Betriebe, die hier ganzjährig auf Kunden warten. Hier kann man fußläufig Preise vergleichen und spontan Karten kaufen.

Die Maisonne scheint durch die ahornblättrigen Platanen, die durch den reichhaltigen Regen in frischem Grün stehen. Mairegen bringt Segen. (Der Berliner Juniregen bisher übrigens auch.)

Berlin und seine Baustellen ist ja eine „never-ending STORY“. Die Bauarbeiten stadtauswärts gleich hinter dem Cinema Paris finden nach Jahren langsam endlich ihren Abschluss. dort gab es zwei Theater, die Komödie am Kurfürstendamm und das Theater am Kurfürstendamm. Letzteres, das vorbergehend andernorts spielte, wird de Abwesenheit überleben und in die dafür vorgesehenen Räumlichkeiten ein- bzw. zurückziehen.

Weniger Kinos am Ku’damm gerade – immerhin wurde die Zahl am 31. Mai halbiert – aber bald wieder ein (großes Traditions-)Theater an dem Berliner Boulevard.

Auch der dauerhafte Palazzo-Standort am Zoo (Saison jeweils November bis März) und die Fotoausstellungen in der Jebensstraße und im Amerikahaus (c/o Berlin), die beide noch in diesem Monat Juni insgesamt mindestens drei neue Ausstellungen eröffnen, gehlören zu anhaltenden Attrativität der City-West.

Weiteres zu Thema Bauarbeiten im Gebäude des Astor unter diesem Link.

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