Das ganze gallische Dorf trauert – Albert Uderzo ist tot

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Albert Uderzo 2012. Quelle: Wikimedia, CC BY-SA 3.0, Bild: Georges Biard

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das ganze gallische Dorf trauert. Dass der (Asterix-)Zeichner Albert Uderzo tot sei, das wird in vielen Medien mitgeteilt.

Beispielsweise wird in der „Welt“ (24.3.2020) unter der Überschrift „Herzinfarkt mit 92 – Asterix-Zeichner Uderzo ist tot“ mitgeteilt: „Er sei im Schlaf in Neuilly, einem Vorort von Paris, an einem Herzinfarkt gestorben. Bereits in den vergangenen Wochen sei er sehr müde gewesen, sagte sein Schwiegersohn Bernard de Choisy.“

Uderzo, der am 25. April 1927 in Fismes, Département Marne, als Alberto Aleandro Uderzo geboren wurde, starb am 24. März 2020 in Neuilly-sur-Seine bei Paris. Über die Zeit zwischen diesen Daten steht viel in dessen Autobiographie „Albert Uderzo erzählt sein Leben, Die Autobiografie des Asterix-Zeichners“, 288 Seiten, Übersetzer aus dem Französischen: Klaus Jöken, farbig, Taschenbuch, Ehapa Comic Collection, Sprache: Deutsch, Verlag: Egmont, 1. Auflage 2009, ISBN: 9783770432516, Preis: 19,95 EUR (Deutschland).

Uderzo, über den auch die eine oder andere Biographie existiert, galt gemeinhin als bodenständige Ehemann und Familienvater. Der italienischstämmige Zeichner bildete mit dem weit gereisten, dennoch schüchternen wie charmant wirkenden sowie wahnsinnig witzig sein könnenden jüdischen René Goscinny, der erst mit 40 heiratete und Vater wurde, ein merkwürdiges Gespann. Der Einfluss Goscinnys auf die Asterix-Bände dürfte größer als die von Uderzo gewesen sein, der beispielsweise an Redaktionssitzungen der Jugend-Zeitschrift „Pilote“ nie teilnahm – im Gegensatz zu Goscinny.

Dass man nach der Lektüre von Uderzos Autobiographie die Geschichten von Asterix und Obelix und Idefix und so weiter durch eine andere Brille betrachtet, das sei als kleine Warnung gesagt.

Wie auch immer: das ganze gallische Dorf trauert. Es regnet Hinkelsteine. –

Ein bisschen mehr über Uderzo, Goscinny und belgische Comics im Artikel „LUCKY?“ von Andreas Hagemoser.

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