Annotation zum Buch „Rheinland Grapefruit. Mein Leben“ von Rainald Grebe mit Zeichnungen von Chrigel Farner

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"Rheinlad Grapefruit. Mein Leben" von Rainald Grebe mit Zeichnungen von Chrigel Farner. © Voland & Quist

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Brandenburg („Da steh’n drei Nazis auf dem Hügel“) soll auf seinem Grabstein stehen.

2017 setzten Grebes Bühnenleben diverse kleine Schlaganfälle außer Kraft. Der sarkastische Bänkelsänger landete auf dem Boden der Tatsachen, bei ihm die Kurklinik Teupitz im geliebten Brandenburg. Dort gelang es ihm und seinen Therapeuten, „mehr Licht“ ins Oberstübchen zu pusten und den „Klabautermann des bösen Klamauks“ halbwegs auf Vordermann zu bringen.

Die Grebesche Lebensuhr tickt, „Ich muss mich damit abfinden, ich zu sein.“, meint Grebe und versucht, aus seiner Krankheit eine Waffel mit Eis zu machen. Es gibt Eis, Eis – Baby.

Das Erinnerungsbuch haut ordentlich rein, eben weil am Anfang die schwere Krankheit steht, die durchaus lebensbedrohlich war. Aber Grebe lacht dem Tod ins Gesicht, manchmal weint er ihm auch in die Fresse, das macht die Lektüre innig, denn: „Jetzt brennt mein Brain!“

Und nun? Keine Ahnung, er turnt wieder auf der Bühne, mitunter ziemlich angeschlagen, aber: „Das Zuviel betrat die Bühne und tut einen Teufel, sie zu verlassen.“

Liebevoll schwachsinniger Titel, doch interessantes Buch (manchmal etwas zu laberig, aber er hat wohl keinen Lektor zugelassen) eines Menschen in höchster Not. Ich hab’s an einem Tag weggeflext und ließ mich neben der Lektüre mächtig gewaltig von den feinen Illustrationen Meister Farners unterhalten

Bibliographische Angaben

Rainald Grebe, Rheinland Grapefruit. Mein Leben, Illustrator: Chrigel Farner, 333 Seiten, Verlag: Voland & Quist, Dresden, 1. Auflage, 2021, ISBN: 978-3-86391-314-4, Preise: 28 EUR (Deutschland), Preise für Österreich und Schweiz ohne Angaben

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