Denn auch die Liebe blühet immerdar in den Lasterhöhlen Berlins – Annotation zum Buch „Sodom und Berlin“ von Yvan Goll

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"Sodom und Berlin" von Yvan Goll. © Manesse im Konzern Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Berlin 1918. Die Stadt ist am Ende, die Spuren des 1. Weltkriegs sind in den Gesichtern der Menschen allgegenwärtig. Der Vorname der Stadt heißt Elend und der Nachname Leid. In Golls satirischem Buch heben sich Lebenskünstler, Tagediebe, Kriegsheimkehrer, Vergnügungssüchtige, Schieber und andere Halbweltexistenzen in unseren Kopf und zelebrieren eine feien Groteske voll Bolschewismus, Gaunertum und Romantik. Denn auch die Liebe blühet immerdar in den Lasterhöhlen Berlins.

Ein Buch der zwanziger Jahre, ein Roman mit Drive, der das Leben so leicht wie ein Kilo Koks nimmt, in einer grellen Welt voll komischen Pathos.

Lesen sie diese Stadtbesichtigung, diese Erzählung urdeutschen Aberwitzes. Geben sie sich dem Weltgeist hin, denn nichts ist so schön wie der Tod, wenn man ihn von der Lesecouch aus betrachten darf!

Bibliographische Angaben

Yvan Goll, Sodom und Berlin, 192 Seiten, Übersetzer aus dem Französischen: Gerhard Meier, Nachwort: Hanns Zischler, fester Einband mit Schutzumschlag, Format: 12,5 x 20 cm, Verlag: Manesse im Konzern Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München, 30.8.2021, 192 Seiten, ISBN: 978-3-7175-2526-4, Preise: 20 EUR (Deutschland), 20,60 EUR (Österreich), 28,90 SFr

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