Digital Revolution – die Ausstellung für Gamer, Filmfans, Technikfreaks

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Ausstellung zur "digitalen Revolution" in Hessen im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e. V., Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main. "DIGITAL REVOLUTION" ist verlängert bis 11/'19. - In diesem Raum geht es um Spiele (Games). Quelle. DFF © 2019, BU: Andreas Hagemoser

Frankfurt am Main/ Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Digital Revolution – die Ausstellung für „Gamer und Geeks, Filmfans und Technikfreaks, für Analoge, Digitale und für die ganze Familie“ ist bis Sonntag, den 10. November, verlängert worden! Im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum am Schaumainkai 41 in Frankfurt am Main. “Am Main“ kann man beim Filmmuseum ganz wörtlich verstehen. Nur ein paar Schritte sind es zum Fluss. Im Museum selbst ist auch alles im Fluss. Dabei geht es zurzeit besonders um den Datenfluss, der besonders beim „gamen“ (gejmen, spricht sich also so wie gay men), „streamen“ (sprich: strimen) und am-Rechner-Film-gucken gut sein muss. Auch der Informationsfluss. Denn so gut die DSL-Verbindung auch sein mag – für viele Nicht-Digital-natives ist „gamen“ ein Buch mit sieben Siegeln.

Genau wie Bücher sind manche Menschen analog oder zumindest so aufgewachsen. So analog wie alle Menschen des 19. Jahrhunderts. Gute also, wenn man einen „Gaming Coach“ (Gej-Ming Kohtsch) dabei. Einfach jemand junges, der schon einmal einen Joystick in der Hand hatte. Hier wird ganz analog von Mund zu Ohr nebeneinandersitzend erklärt, wie man spielt. Näheres dazu unten.

Dass es im Filmmuseum auch um echte Filme geht und nicht nur um Musikvideos, ist eigentlich selbstverständlich. Dabei werden Klassiker der 21. Jahrhunderts unter die Lupe genommen; der spannende Science-Fiction-Streifen „Gravity“ mit der hervoragenden Sandra Bullock und der schwer verständliche „Inception“. Im Weltraum drehen ist teuer bis unmöglich, um Rechner kommt man einem Schwerkraft-Film gar nicht herum.

Digitale Revolution: Sichtbar auf der IFA

Straße der Links. Analoges Schild in Tiergarten. © 2019, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Die digitale Revolution hat selbstverständlich viele andere Aspekte. Die Internationale Funkausstellung IFA in Berlin, bis vor kurzem immer die größte Messe ihrer Art weltweit, beleuchtete technische, philosophische und soziale Aspekte. Der Autoverkehr verändert sich, die Konferenz „Shift automotive“ führte Professoren aus Australien, Dozenten aus Amerika und Europa mit Fachleuten und Journalisten aus vielen Ländern zusammen. Für alle auch mit normaler Eintrittskarte zugänglich die IFA-Next-Veranstaltungen in Halle 26. Auf zwei runden Bühnen – Red und Blue Engine genannt – trugen hochkarätige Speaker vor und diskutierten wichtige Gäste aus Wirtschaft und Parlament. Leider wurden die Vorträge und Diskussionen nicht aufgezeichnet, so dass vieles verloren ist und vorbei. Auch Filmkameras sind zunehmend digital. Anbieter wie Asus, bei Gamern beliebt und auch für Handys und Laptops bekannt, bieten zum Beispiel hochwertige Filmkameras.

Analog und digital – manchmal hat man die Wahl

Analog ist „entsprechend“. Bei einer analogen Uhr mit Zeigern (auch Sonnenuhren sind ja analog) entsprechen die Kreisbewegungen der Zeiger dem scheinbaren Lauf der Sonne um die Erde. Die digitale Uhr zeigt nur Zahlen – in der Hoffnung, das die Menschen die Zeit verstehen. Das Uhr-Lesen dauert übrigens bei Digitaluhren länger. Bei analogen Zeigeruhren erfasst der Mensch schneller, wie spät es ist. Das ist genau der Grund, warum man in Autos wieder davon abgekommen ist (war), Uhren mit digitaler Anzeige einzubauen. Der Zeitvorsprung beim Ablesen einer analogen Uhr mag zwar absolut gering sein, relativ kann er aber im Straßenverkehr den Unterschied von Leben und Tod machen.

Sogar das mündliche Mitteilen, wie spät es sei, geht analog schneller. „Halb eins“ ist kürzer als „zwölf Uhr dreißig“, „viertel vor 6“ kürzer als „Siebzehn Uhr fünfundvierzig“ „fünf vor halb fünf“ schneller als „sechzehn Uhr fünfundzwanzig“. Zwei Silben zu vier und zweimal vier statt 7. Ganz abgesehen davon, dass 16.23 Uhr keine Uhrzeit ist. Wer, der nicht gerade an einer Bushaltestelle steht, will schon genau wissen, wie spät es ist? Zudem man die zwei Zahlen erst in „gut fünf vor halb fünf“ übersetzten muss, damit man eine verständliche und vorstellbare Zeit hat. Als analog sozialisierter Mensch mindestens.

Digital Revolution – „Ausstellung für Gamer und Geeks, Filmfans und Technikfreaks, für Analoge, Digitale und für die ganze Familie“

Die Pressemitteilung von heute, 16. September 2019 lautet: „Lust auf eine Schatzsuche in der digitalen Geschichte der 1980er, 1990er und Nuller Jahre? Die Ausstellung Digital Revolution gibt dazu reichlich und jetzt noch ein paar Wochen länger Gelegenheit: Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum hat die Ausstellung verlängert, und zwar bis Sonntag, 10. November 2019. Die intuitive und interaktive Schau zeigt, wie sich die digitale Welt in den vergangenen Jahrzehnten entwickelte und wie sich das auf den Film auswirkte. Neben zahlreichen Spielstationen mit Independent-Games, faszinierenden Hardware-Exponaten, die auf heutige Computernutzer bereits archaisch wirken, frühen Musikvideos mit künstlerischen digitalen Effekten und spielerischen Kunstinstallationen zeigt die Ausstellung beeindruckende digitale Effekte an ausgewählten Filmbeispielen.

Filme anders gesehen – GRAVITY mit Sandra Bullock und INCEPTION

So ist an einer Monitorwand großformatig nachzuvollziehen, wie Regisseur Alfonso Cuarón Schauspielerin Sandra Bullock in GRAVITY (US/GB 2013) mit digitalen Effekten „in den Weltraum“ schickte. Eine interaktive Station lädt ein in ein digital nachgebautes Paris, das in INCEPTION (US/GB 2010, Regie: Christopher Nolan) auf den Kopf gestellt wird.“

Selbst spielen, gamen und Computerspielen in der Ausstellung Digital revolution

Spielfreudige Besucher „erfahren in Digital Revolution, wie gigantisch schnell die digitale Welt sich weiterentwickelt. Dass Mama und Papa aus der digitalen Steinzeit kommen, erkennt der Nachwuchs spätestens beim gemeinsamen Zocken am Spielautomaten. Pong, PacMan und das legendäre Nintendo-Spiel Super Mario – schneller könnte uns keine Zeitmaschine zurück in die 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts versetzen.“

Weiter heißt es: „Wie Computerspielen heute geht, zeigen die Jungen den Älteren dann im Gegenzug an 16 Spielstationen an denen wunderbar fantasievolle und kreative Indie-Games ausprobiert werden können: vom poetischen „Today I Die“ (2007) über den Bestseller „Journey“ (2012), bei dem es um Teamgeist und Abenteuerlust geht, bis hin zu Sophie Houldens „There shall be Lancing“ (2014), das Schnelligkeit im Zweikampf ebenso wie im Denken voraussetzt. Wissbegierige kommen genauso auf ihre Kosten wie Spielfreudige: Sie tauchen ein in die Vor- und Frühgeschichte des Digitalen und erkunden historisch anmutende Geräte und erhalten in zahlreichen Interviews Hintergrundinformationen zu Spielen wie „Minecraft“ und politisch motivierten Social-Media-Angeboten wie dem Instagram-Projekt „Dronestagram“, das Drohnenaufnahmen und Drohnenangriffe zusammenbringt und so Aufmerksamkeit für das „stille Töten“ per Fernsteuerung in Pakistan, Jemen und Somalia weckt.“

Die Ausstellung Digital Revolution wurde verlängert bis Sonntag, den 10. November 2019.

An sonnigen Tagen kann man also im September und Oktober noch das Freie aufsuchen, ohne befürchten zu müssen, die Ausstellung zu verpassen.

Die öffentliche Führung findet immer samstags um 15 Uhr im dritten Stock des DFF statt.

http://www.dff.film

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