Eine Ausstellung zur Gottbegnadeten-Liste von Joseph Goebbels (NSDAP) und Adolf Hitler (NSDAP) – „Die Liste der ‚Gottbegnadeten‘. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik“ Deutschland vom 27. August bis zum 5. Dezember 2021 im DHM

Enthüllung von Hermann Kaspars Die Frau Musica in der Meistersingerhalle Nürnberg, 12. Januar 1970. © Stadtarchiv Nürnberg, E 55 Nr. 176

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Im Deutschen Historischen Museum (DHM) wird vom 27. August bis 5. Dezember 2021 die Ausstellung „Die Liste der ,Gottbegnadeten`. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik” Deutschland (BRD) gezeigt.

Dazu heißt es in einer DHM-Pressemitteilung vom 5.7.2021: „Zahlreiche renommierte Akteure des nationalsozialistischen Kunstbetriebs arbeiteten auch nach 1945 hauptberuflich als bildende Künstler in der Bundesrepublik: Sie produzierten Werke für den öffentlichen Raum, erhielten lukrative Aufträge von Staat, Wirtschaft und Kirche, lehrten an Kunstakademien, nahmen an Wettbewerben teil und waren in Ausstellungen vertreten. Ihre Gestaltungen von Standbildern, Reliefs und Gobelins auf Plätzen, an Fassaden und in Foyers prägen bis heute das Gesicht vieler Innenstädte. Dabei konnten sie auch von dem antimodernistischen Klima der ersten Nachkriegsjahrzehnte profitieren.“

Nationalsozialistischer Kunstbetrieb? Was soll denn das sein? Hatte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP),die aus der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) hervorging, etwa einen Betrieb, einen Kunstbetrieb? Wann und wo genau? Und wer machte mit?

Nun, vermutlich werden Künstler in der Zeit des Deutschen Reiches gemeint sein, in der Adolf Hitler Kanzler war und sich dabei zum Führer aufschwang. Nun, genau genommen hieß die Bezeichnung des Amtes Reichskanzler, aber wer will beim DHM schon so genau sein wie Hitler und Joseph Goebbels, die 1944 die Gottbegnadeten-Liste erstellten. Auf der Liste, die 36 Seiten lang ist, stehen 1041 Künstler, die diesen beiden Mitgliedern der NSDAP wichtig waren.

Laut DHM-Pressemitteilung werden man „die ‚Gottbegnadeten-Liste‘ zum Ausgangspunkt für die Untersuchung dieses bislang weitgehend vernachlässigten Themas: die Nachkriegskarrieren ‚gottbegnadeter‘ Künstler wie Arno Breker, Hermann Kaspar, Willy Meller, Paul Mathias Padua, Werner Peiner, Richard Scheibe und Adolf Wamper“ nehmen. Weitgehend vernachlässigt? Nun, in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde das nicht vernachlässigt und auch in der BRD beschäftigten sich Kenner und Kritiker mit dem Thema.

„378 Künstlerinnen und Künstler, unter ihnen 114 Bildhauer und Maler, galten fortan als ‚unabkömmlich‘ und blieben vom Front- und Arbeitseinsatz verschont“, heißt es weiter. Sie erlebten also die angebliche Stunde Null. Und was kam dann? Das solle man in der „historisch-kritischen“ DHM-Ausstellung sehen, die eine „geografischen Spurensuche zurück in die Gegenwart“ bieten würde. Zudem werde „eine multimediale Präsentation … am Ausstellungsende etwa 300 Arbeiten von Künstlern der ‚Gottbegnadeten-Liste‘ in Deutschland und Österreich, die sowohl im Nationalsozialismus als auch nach 1945 entstanden und noch heute im öffentlichen Raum zu finden sind“, dokumentiert.

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