Der Rovaniemi-Krimi „Arctic Circle“ oder läppisch in Lappland

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Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Beste Rovaniemi-Krimi „Arctic Circle“ ist, das er in und um Rovaniemi und also dem Lappland um die Hauptstadt spielt und also in Naturlandschaften, genauer gesagt: in Eis und Schnee.

Es ist Winter in Lappland und die finnische Polizistin Nina Kautsalo (Iina Kuustonen), die in Ivalo stationiert ist und von dort aus mit ihrem Kollegen in einem Auto- oder auf einem Schneemobil losfährt, findet eine Prostituierte, die nicht bei der Arbeit ist, sondern im Sterben liegt. Eigentlich jagen die beiden Jäger, also Wilderer, oder regeln den Verkehr, wenn denn mal ein Fahrzeug vorbeikommt. Nun kommt es aber zu Folgefunden. Zwei tote Frauen aus russischen Landen im finnischen Eis. Russen-Nutten im finnischen Bumsbussen. Wars`s das?

Nein, in der zehnteiligen Serie „Arctic Circle – Der unsichtbare Tod“, die den Originaltitel „Ivalo – Arctic Circle“ trägt aus dem Jahr 2018, geht es weniger um Huren als vielmehr um Viren, denn in der Blutprobe einer Prostituierten wird ein tödliches Zeitbomben-Virus, auch Jemen-Virus genannt, entdeckt. Die Wende im Winter ist da und schnell kommt zum Weihnachtsmann aus Rovaniemi und Schneemann aus Ivalo der Hauptkommissar aus Helsinki.

Auch Thomas Lorenz (Maximilian Brückner), ein Virologe aus Deutschland, finanziert von Marcus Eiben (Clemens Schick), Multimillionär und Vorstandsvorsitzender eines Pharmakonzerns, fliegt nach Lappland und flieht vor seiner Frau. Allmählich füllt sich das einsame Hotel auf dem kahlen Berg. Heiß wird es, wenn sich Nina und Thomas näher kommen. Irgendwann taucht auch dessen Ehefrau zu einem finsteren Fickbesuch auf und die Kollegin im Fahrstuhl ab. Das mag ja noch lustig sein, aber Krimi verliert zunehmend an Fahrt, auch wenn mit den Motorschlitten mitunter gerast und auch gestürzt wird.

Neben bösen Russen und Serben spielt auch ein Mongo mit. Darf man das noch schreiben, ist Trisomie-21-Typ besser? Das Down-Syndrom-Mädchen ist die Tochter der Polizistin, deren Mutter, die so gerne schluckt wie ihre Schwester, die auch gerne fickt, sich um Pupu kümmert, wenn Mama Patient Null sucht. Richtig überfrachtet mit Themen aus der Betroffenheitskiste ist die Kino-Klamotte in der Kälte, die allerdings dahinplätschert wie Pipi. Zwar strahlt zwischendurch immer mal wieder Spannung hervor wie die Mitternachtssonne nördlich des Polarkreises, doch dann flacht sie flugs wieder ab. Immerhin wachsen einem gleich mehrere Figuren und ihre Schauspieler in den Folgen ans Herz, so daß man sie gerne weiterverfolgt und wieder und wieder einschaltet bis zum Schluß. Es menschelt so schön schnulzig zwischen den Schlittenfahrten. Eigentlich sollte es einem bei einem Krimi frösteln, oder?

Waren die ersten zwei Teile der zehnteiligen Serie noch spannend, wurden die folgenden spaßig, vemutlich unfreiwillig.

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Filmographische Angaben

  • Originaltitel: Ivalo – Arctic Circle
  • Deutscher Titel: Arctic Circle – Der unsichtbare Tod
  • Staaten: Deutschland, Finnland
  • Sprachen: Finnisch, Englisch, Deutsch, Russisch
  • Jahr: 2018
  • Genre: Krimi
  • Idee: Olli Haikka, Petja Peltomaa
  • Regie: Hannu Salonen
  • Drehbuch: Joona Tena, Jón Atli Jónasson
  • Kamera: Mikael Gustafsson
  • Schnitt: Iikka Hesse
  • Musik: Vladislav Delay
  • Maskenbild: Kaisa Pätilä
  • Darsteller: Iina Kuustonen (Nina Kautsalo), Maximilian Brückner (Thomas Lorenz), Pihla Viitala (Marita Kautsalo), Janne Kataja (Niilo Aikio), Susanna Haavisto (Elina Kautsalo), Taneli Mäkelä (Reino Ylikorpi), Venla Ronkainen (Venla), Jari Virman (Raunola), Lilli Salonen (Hanna Lorenz, Clemens Schick (Marcus Eiben), Mikko Leppilampi (Esko Kangasniemi)
  • Produktion: Milla Bruneau, Moritz Polter
  • Co-Produktionsfirma: Yellow Film & TV
  • Serie: in 10 Teilen

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