„Eine Version der Geschichte“ von Simone Kucher, inszeniert von Marco Milling

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Vorhang auf, Bühne frei. Und immer schon fair.
Vorhang auf, Bühne frei. Und immer schon fair. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Für mich begann die Lange Nacht der Berliner Autorentheatertage 2018 mit „Eine Version der Geschichte“ von Simone Kucher. Das Stück war im vorletzten Jahr beim Stückemarkt des Theatertreffens zu erleben als szenische Lesung, eingerichtet von Bettina Bruinier. Sieben Schauspieler*innen und ein kleines Mädchen, alle nur schemenhaft anwesend, hatten die Geschichte der Geigerin Lusine vorgestellt, die plötzlich mit ihren armenischen Wurzeln und dem Völkermord an den Armeniern konfrontiert wird.

Eine Realisation des Stücks als Hörspiel ist denkbar, aber aufgrund der szenischen Lesung hatte ich es mir auf einer riesigen Bühne gewünscht, auf der die zarten, poetischen Dialoge Raum haben zum Schweben, die Stimmen der Ermordeten von überall her kommen und in den Nachgeborenen Erinnerungen wach werden lassen, damit eine verdrängte Geschichte endlich erzählt wird.

In Marco Millings Inszenierung vom Schauspielhaus Zürich gab es das Stück auf kleinem Raum, in der Box. Die sechs Schauspieler*innen waren dazu noch in einen Glaskasten eingesperrt. Es gab viel flackerndes Licht, Blackouts und hart abgeschnittene Sätze. Da blieb nichts in der Schwebe und die Poesie blieb auf der Strecke.

Aus dem Spiel mit den Geistern der Vergangenheit wurde ein Dokumentarstück, dem es an Material fehlt.

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