Frauenmörder in Florida in einem bis zum bittersüßen Ende spannenden Kriminalroman – Zum Thriller „Cupido“ von Jilliane Hoffman

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"Cupido" von Jilliane Hoffman. © rororo

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wer möglicherweise mit „Nemisis“ von Jilliane Hoffman erstmals ein Buch der Krimi-Autorin in Händen hielt und reinschaute in die Schauergeschichten um einen Snuff-Club made in Miami, im Grunde einer Metropolenregion, die sich über Dutzende Meilen zwischen von Nord nach Süd zwischen Everglades und Atlantik in die Länge zieht wie ein Kaugummi.

Doch wer tiefer eintauchen möchte, mit Verlaub: wie in das Bermuda-Dreieck, um die Brandzeichen oder das Spiel ohne Grenzen in „Nemesis“ und somit aller Laster Anfang zu verstehen, der lese den ersten der mittlerweile vierteiligen Reihe um Staatsanwältin C.J. Townsend. Ausgehend vom ersten Band der Cupido- oder besser C.J.-Townsend-Reihe, in dem der verrückte Psycho-Doktor und seine rechte Hand, der nicht minder böse Bantling, mit ihrem miesen Spiel in Hannibal-Lecter-Manier beginnen, entwickelt sich die super Serie.

„Cupido“ ist ein cooler Kriminalroman, überwiegend aus der Sicht einer starken Frau, die es von einer Jurastudentin in New York zu einer Staatsanwältin in Miami bringt, wo sie dienstlich und scheinbar zufällig auf ihren brutalen Vergewaltiger trifft, aber auch einen Bären und Dominick Falconett, Special Agent des Florida Department of Law Enforcement.

Richtig, es kommen gute Bullen und schrullige Juristen, aber vor allem böse, bisweilen sehr hinterlistige und hinterhältige Männer in Hoffmans Cupido-Reihe vor, Männer, die auf den Moment gewartet haben, in denen Frauen hilflos sind, aber auch schöne Frauen und in Person der Staatsanwältin Townsend sogar schöne, schlaue und starke Frauen, wobei die Verteidigerin des Angeklagten nicht weniger attraktiv und mit allen Wasser gewaschen scheint, um sich in der Männerwelt von Polizei und Justiz behaupten zu können.

Dass das Thriller-Debüt „Cupido“ fraglos fesselnd ist, das liegt daran, dass Jilliane Hoffman lange Zeit ihres Lebens als Staatsanwältin arbeitete. Hinzu kommt nicht nur eine libidonöse Prise, sondern Liebe, wie Adorno sie verstand, als er formulierte: „Geliebt wirst du einzig da, wo schwach du dich zeigen kannst, ohne Stärke zu provozieren.“ Was das im Sowohl-als-auch im reziproken Verhältnis von Begriff und Gegenstand bedeutet, das führt Hoffmann auf 480 Seiten aus ohne ausschweifend zu werden. Nicht viele Autoren bekommen das hin und schon überhaupt nicht bei ihrem Debütroman.

Bilbiographische Angaben

Jilliane Hoffman, Cupido, Thriller, 480 Seiten, Deutsch von Sophie Zeitz, Taschenbuch, Verlag: rororo, 48. Auflage, Hamburg, März 2018, Erstveröffentlichung: 2.5.2005, ISBN: 978-3-499-23966-3, Preise: 10,99 EUR (D), 11,30 EUR (A), als E-Buch bei Rowohlt E-Book, Veröffentlichung: 28.11.2014, ISBN: 978-3-644-22041-6, Preis: 9,99 EUR

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