Gefangen in den eigenen vier Wänden – Annotation zum Buch „Interieur“ von Thomas Clerc

"Interieur", ein Roman von Thomas Clerc. © Matthes & Seitz Berlin

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Auf was habe ich mich nur eingelassen? Die ersten zwanzig Seiten waren überraschend. Hat doch unser Konzeptliterat nichts anderes im Sinn, als uns auf 341 Seiten seine Wohnung bis ins kleinste Detail in Fetzen, Mätzchen und Abenteuern zu erklären. Mehr Interieur geht nicht.

Ok, anfangs las ich es amüsiert, doch ab Seite 150 ging mir das Buch einfach nur auf die Nerven. Zu langweilig, zu öde die Biografie, zu bieder die dargebotenen Lebensweisheiten. Sex nur im Schlafzimmer – ich bitte euch!

Neugier überflog ich es bis zum Finale. Ich wollte wissen, was er über sein Schlafzimmer schrieb – und über die Bücher in seinem Regal.

Was soll ich sagen, hier passt Nietzsches Spruch: Wer nichts zu tun hat, dem macht ein Nichts zu schaffen: wie die Faust aufs linke Auge.

Bibliographische Angaben

Thomas Clerc, Interieur, Roman, 341 Seiten, Übersetzerin aus dem Französischen: Nicola Denis, Verlag: Matthes & Seitz Berlin, Berlin, 1. Auflage 2022, ISBN: 978-3-7518-0090-7, Preis: 26 EUR (Deutschland)

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