Gesammeltes in Beton und ein neuer Katalog mit dem Titel „Kunsthaus Zürich. Die Sammlung in neuem Licht“

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"Kunsthaus Zürich. Die Sammlung in neuem Licht" © Scheidegger & Spiess

Zürich, Schweiz (Kulturexpresso). Der fast im A4-Format gehaltene 96 Seiten umfassende Bildband mit dem Titel „Die Sammlung in neuem Licht“, der von Lohnarbeitern des Kunsthauses Zürich herausgegeben wurde und in dem sich Beiträge von Beiträgen von Christoph Becker, Philippe Büttner, Joachim Sieber und Mirjam Varadinis befinden, bietet diese gewitzigt gestaltet, aber schlecht zu lesen, aber so ist das, der ganze Scheibenkleister einer Welt der Ware und des Spektakels, in dem immer mehr Männer und Frauen ihre häßlichen Fratzen des Totalitarismus nicht zu verbergen vermögen, ist zur Schau verkommen, bei der man besser wegguckt.

Weggucken möchten man auch am Pfauen genannten Heimplatz, wo nun ein Bunker aus Beton steht, der den Doofen als Lichtspielhaus verkauft wird. Vielleicht sollte man den Beton ganz abreißen und alles Gesammelte fotografieren und im Weltnetz ins rechte Licht rücken?! Wohl wahr, Menschen sind nicht nur Jäger und Sammler, sondern Eroberer und Erbauer, Vernichter und Zerstörer. Besser, wenn diese sich in Traumwelten austoben, als dort, wo niemand Blutiges weißer wäscht. Ohne die Geldweißwaschmaschine kein Kunsthaus Zürich. Wohl war, mit Weiß wie Schnee und also hellem Licht kennen sich die Schweizer aus, auch in Bunkern.

Vom Beton und Bunker ist in „Die Sammlung in neuem Licht“ nicht viel zu sehen, aber Bilder, bunte Bilder des größten Kunstmuseums der Deutschen in der Schweizer Eidgenossenschaft, die sich früh aus dem Staub des Deutschen Reiches machten, das weder heilig noch römisch war, aber so genannt wurde. Und für die viele Kunst, die von Reichen gesammelt wurde, ist nun mehr Platz im Erweiterungsbau, der im Oktober 2021 eröffnet wurde. Die Sammlungen Bührle, Looser und Merzbacher, die sich als Dauerleihgaben im Kunsthaus Zürich befinden, werden dort drinnen gut beleuchtet. Zum fremden Eigentum kommt noch das eigene. Mehr Impressionismus außerhalb des vergrößerten Westfrankenreiches ist nicht zu finden. Zu finden ist auch Surrealistisches, Pop-Art und Gegenwartskunst.

Das wird im vorliegenden Werk gewürdigt. Darum drehen sich die Texte von Becker, der als Direktor fungiert, Büttner, der als Sammlungskurator tätig ist, Sieber, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter gilt, und Varadinis, die als Kuratorin der Grafischen Sammlungen tätig ist.

Bibliographische Angaben

Kunsthaus Zürich, Die Sammlung in neuem Licht, mit Beiträgen von Christoph Becker, Philippe Büttner, Joachim Sieber und Mirjam Varadinis, 96 Seiten, 42 farbige und 2 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Broschur, Format: 23 x 31 cm, Verlag: Scheidegger & Spiess, Zürich, 1. Auflage, 2021, ISBN 978-3-03942-058-2, Preise: 25 SFr, 25 EUR

Anmerkung:

Siehe auch die Artikel Nicht nur im neuen Licht, sondern auch im neuen Gebäude oder ein Hochbunker in Zürich von Graf Goks und Noch ein Betonklotz oder das neue Kunsthaus Zürich von Ingeborg Iltis.

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