Notrufzentrale! Hörspiel gucken!! Siehe „The Guilty“ als Kino-Kammerspiel!!!

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Jakob Cedergren als Polizist Asger Holm in einer Szene des Thrillers "The Guilty". © Nikolaj Møller

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Aus guten Grund wurde der Polizist Asger Holm (Jakob Cedergren) in den Innendienst versetzt, wo er in der Notrufzentrale der Polizei in Kopenhagen Notrufe entgegennimmt. Der gute Grund? Im Einsatz erschoss er einen jungen Mann und das nicht in Notwehr.

Im laufe des Dramas erfährt der Zuschauer, dass sein Prozess am folgenden Tag stattfinden und sein Freund und Kollege für ihn Lügen soll.

Wie auch immer, aber als eine Frau von ihrem Mobiltelefon anruft, deutet alles auf eine Entführung hin. Holm lässt Streifenwagen losschicken und ruft auf eigene Faust die Tochter der vermeintlich Entführten an. Es folgen Telefonate mit Iben, der Muter, mit Mathilde, ihrer Tochter, und mit Polizisten. Dann schickt Holm in die Wohnung des Mädchens Kollegen.

Warum? „Hier hat eine Sechsjährige angerufen und ich habe ihr versprochen, dass wir sie nach Hause bringen.“ Sie ist die Mutter, die Holm retten will.

Dass der Zuschauer über Holms Telefon mithören kann, wie ein Polizist mit Mathilde spricht und dann das Haus durchsucht bis er ihren kleinen Bruder am Bauch aufgeschlitzt in seinem Blut finden, das macht dieses reduzierte Kriminaldrama als Kino-Kammerspiel aus.

Aus einer scheinbaren Entführung ist ein Mord geworden und der Vater des Mädchens, der auf der Flucht auch noch seine Frau entführt hat, zum mutmaßlichen Mörder.

Holm hat den Fall am Telefon längst übernommen und führt förmlich Regie.

Am Ende kommt es in diesem Dänen-Thriller erstens anders und zweitens als man denkt.

Nicht nur der Orte der Handlung beschränkt sich auf die Notrufzentrale, sondern auch die handelnden Personen, die man sieht, im reduzierten Wesentlichen auf eine, die man sieht. Weniger ist mehr und mehr braucht diese Aufführung in kleinerem Rahmen und Raum nicht.

Nach einem erneuten Telefonat mit Ibin wird Holm klar, dass Iben ihren Sohn tötete und ihr Mann seine Frau nur in eine psychiatrische Klinik bringen will, weil er sie trotz alledem liebt. Immerhin rettet er Ibens Leben, denn die Frau steht auf einer Brücke und droht zu springen. Holm kann Streifenpolizisten schicken, die am Ende die Selbsttötung verhindern. Bis dahin hält er Iben auf der Brücke, indem er Reue und Wahrhaftigkeit zeigt.

Holm ist längst zur Erkenntnis gekommen, seinen Kollegen nicht nötigen zu wollen. Er gibt zu, den Kriminellen in Selbstjustiz und nicht in Notwehr erschossen zu haben.

Der offensichtliche Low-Budget-Film, der beim Sundance Film Festival seine Premiere hatte, und ohne Aufwand, Ausstattung und Action auskommt, ist sehenswert, denn der Kopf wird zum Kino und kriegt keine Pause. Klasse!

Filmografische Angaben

Originaltitel: Den skyldige
Deutscher Titel: The Guilty
Land: Dänemark
Jahr: 2018
Regie: Gustav Möller
Buch: Gustav Möller, Emil Nygaard Albertsen
Darsteller: Jakob Cedergren
Länge: 88 Minuten
Freigabe: FSK 12

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