Nie wieder § 218 – Marsch vor die Glotze und „Aufbruch in die Freiheit“ gucken

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Szene aus dem Film
"Aufbruch in die Freiheit": Charlotte (Alwara Höfels) und Erika (Anna Schudt) stehen mit einem Megafon vor einer demonstrierenden Menschenmenge. Die Frauen und Männer halten Plakate hoch und heben protestierend ihre Fäuste. © ZDF/Martin Rottenkolber

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wenn in Berlin Tausende Christen aller Couleur, darunter Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch und Weihbischof Matthias Heinrich sowie der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, sowie solche, die es werden wollen, an einem vorgeblichen „Marsch für das Leben“ und in Wahrheit gegen Abtreibung und Sterbehilfe auf die Straße gehen und sich am neuen Berliner Hauptbahnhof zu Klängen einer Christen-Combo versammeln, dann ist es an der Zeit, auf alles aufmerksam zu machen, was Frauen Recht gab und gibt.

Wenn Grußworte von Polit-Christen wie Volker Kauder, dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, verlesen werden, Abtreibung mit Massenmord verglichen wird und vom „Baby-Caust“ die Rede ist, dann fühlt man sich wie im falschen Film.

Ganz und gar besser wäre es, einen eventuell richtigen Film zu gucken. Das wollen wir gerne machen und das inszenierte Drama „Aufbruch in die Freiheit“ von Isabel Kleefeld sehen, das laut ZDF „die Emanzipation einer Ehefrau auf dem Land in den 70er Jahren“ skizzieren solle. Erzählt werde „die Geschichte der Metzgersfrau Erika (Anna Schudt, rechts im Bild), deren Ehe durch eine heimliche Abtreibung in eine schwere Krise gerät. Sie findet Unterstützung bei ihrer Schwester Charlotte (Alwara Höfels), die in einer Kölner WG lebt, und engagiert sich wie sie in der Frauenbewegung.“

„Aufbruch in die Freiheit“ wird am Montag, den 29. Oktober 2018, ab 20.15 Uhr im ZDF gezeigt. Ab 29. Oktober 2018, 10 Uhr, ist der Film drei Monate lang in der Mediathek des ZDF zu sehen.

Filmografische Angaben

Titel: Aufbruch in die Freiheit
Land: Deutschland
Jahr: 2018
Regie: Isabel Kleefeld
Buch: Andrea Stoll, Heike Fink, Ruth Olshan
Kamera: Martin Langer
Licht: Horst Mann
Ton: Hank Trede
Szenenbild: Andrea Kessler
Kostümbild: Annegret Stößel
Maske: Delia Mündelein, Sonja Fischer-Zeyen
Schauspieler: Anna Schudt, Alwara Höfels, Christian Erdmann, Marie Anne Fliegel, Lene Oderich, Charlie Schrein, Milla Hammann, Carol Schuler, Denis Schmidt, Ralph Kretschmar, Franziska Hartmann, Johanna Gastdorf, Benjamin Grüter, Artus Maria Matthiessen, Lilia Lehner, Gerhard Fehn, Michael Kleiber, Birte Schrein, Daniel Wiemer, Kathleen Gallego Zapata, Wolfgang Rüter, Ralf Drexle und andere
Produzentin: Heike Wiehle-Timm
Redaktion: Solveig Cornelisen, Caroline von Senden

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