Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN ist Hamburgs neue Touristenattraktion

Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Die Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN in der Hansestadt Hamburg ist ein Fremdenverkehrsmagnet. Einen „soliden Start“ vermeldet die Presseagentur. Nun, so ein Anfang ist nicht stabil, da es ja weitergeht. Aber über 30.000 Besucher in 100 Tagen in der sogenannten Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN –das ist schon eine gute Zahl in Deutschlands zweitgrößter Stadt.

Hier die Pressemitteilung vom 23.12.2019, genau 100 Tage, also etwas über drei Monate ist die Eröffnung der Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN her. So wie man in der Politik ein erstes Fazit zieht und bis zum 101. Tag die Politiker schont achtete man hier auch auf das runde Hundert in HH.

Pressemitteilung zur Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN

„Die Erlebnisausstellung „MÄRCHENWELTEN – Es ist einmal …“ in Hamburgs HafenCity zieht seit [dem] 14. September 2019 die Besucher in ihren Bann. Die Inszenierung von spektakulären Märchen-Szenerien und multimedialen Landschaften mit traditionellen Bühnenbildern ist einzigartig. Zeit, nach 100 Tagen MÄRCHENWELTEN ein erstes Fazit zu ziehen.

Das Fazit nach 100 Tagen Erlebnisausstellung fällt positiv aus: Über 30.000 Besucher aus ganz Deutschland und darüber hinaus sind bislang in die MÄRCHENWELTEN eingetaucht. Ihre Meinung zählt. Daher wertet das MÄRCHENWELTEN-Team rund um Vorstand Matthias Kammermeier Feedback und Eindrücke der Besucher detailliert aus. Vor allem die eingesetzte Technik bekommt dabei großes Lob.“ Die installierte Licht-, Sound- und Computertechnik trägt … „dazu bei, den Besucher für die Dauer des Ausstellungsbesuchs aus seiner gewohnten Realität herauszulösen und zum Helden seines eigenen Märchens im Kampf gegen das Böse zu werden. Durch 360° Grad Wandprojektionen entsteht zum Beispiel über mehrere Minuten die Illusion, selbst durch verschiedene Märchen zu fliegen.

„Schon jetzt haben die MÄRCHENWELTEN einen festen Platz in Hamburgs touristischem Angebot“, sagt Matthias Kammermeier. „Vor allem Kinder und Jugendliche zeigen sich von unserer Erlebnisausstellung begeistert. Auch die Unabhängigkeit vom Wetter hat klare Vorteile für uns.“ Zunehmend gewinnt darüber hinaus die Nutzung des Gebäudes als Event-Location an Bedeutung. Weihnachtsfeiern, Firmenveranstaltungen und auch private Events können für bis zu 300 Gästen in den MÄRCHENWELTEN realisiert werden und werden regelmäßig angefragt – Tendenz steigend. Zudem wird auch die Ausstellung selbst kontinuierlich für ein optimales Besuchserlebnis weiterentwickelt. Hierfür greift das Team ebenfalls auf konkreten Input der Besucher zurück, der kontinuierlich in die Gestaltung der Ausstellung einfließt. Unter anderem diese Weiterentwicklungen tragen dazu bei, dass es auch in Zukunft genügend Gründe für einen Besuch der Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN am Baakenhafen in der Grandeswerderstraße 5 in Hamburg geben wird.

Über die MÄRCHENWELTEN

„Im Herzen der Hamburger HafenCity hat am 14. September 2019 eine völlig neue Art von Ausstellung eröffnet: „MÄRCHENWELTEN – Es ist einmal …“ Hier erleben die Besucher auf einer Fläche von 3.000 qm, was bisher einzig die Grimm’schen Märchenhelden selbst erlebten: Spektakuläre Märchen-Szenerien eröffnen sich als multimediale Landschaften, in denen sie ihrem eigenen Märchen begegnen. Die Besucher erleben eine einzigartige Kombination aus Kultur und Erlebnis und gehen in ein Abenteuer der besonderen Art. Grimms Märchen und ihre darin vermittelten Werte gehören zu den kostbarsten Schätzen unserer Kulturgeschichte. Sie sind seit mehr als 200 Jahren ein Bestseller und haben nichts von ihrer Magie verloren. Zum Ausstellungskonzept gehört eine integrierte Gastronomie, die als Event-Location für Veranstaltungen mit rund 300 Gästen genutzt werden kann.

Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN bald an der Spitze

des Strandkais. „Voraussichtlich 2023 ziehen die MÄRCHENWELTEN vom Baakenhafen zur Kaispitze des Strandkais gegenüber der Elbphilharmonie um, eine der Toplagen der HafenCity (Eigenschreibung).“

Der Stadtteil Hafencity mit mehreren länglichen Kais, die untereinander mit Brücken verbunden sind, ist neu und voller Neubauten. Das meistphotographierte Gebäude Hamburg, die Philharmonie, findet sich hier und die Messmer-Teewelt mit Ausstellung. Die zentrale Lage zwischen Hauptbahnhof und Landungsbrücken garantiert gute Erreichbarkeit mit S- und u-Bahn; man kann die Gegend aber auch vom Bahnhof aus erkunden. Wer Zeit hat und gut zu Fuß ist, kann nicht nur Greta und den Schustern einen Gefallen tun, sondern auch sich selbst. Man sieht zu Fuß besser und die Luft außerhalb der U-Bahn ist in Hamburg nordisch frisch, salzig.

Weitere Informationen unter www.maerchenwelten.net.

Erlebnisausstellung MÄRCHENWELTEN, Grandeswerderstraße 5 in Hamburg an der Elbe; am Baakenhafen.




Von Wismar nach Hamburg, von Backsteingotik und Hafengeburtstag

Wismar, Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Auf historischer Fahrtroute durch Kattegat und Skagerrak verbindet die „MS Astor“ Ostsee und Nordsee.

Mit ihren dicken Bäuchen strotzten die
alten Hansekoggen vor Selbstbewusstsein. Standen sie doch symbolisch
für den Reichtum im nördlichen Europa, der sich unter dem Schutz
des Hanse-Bündnisses beständig vermehrte. Ihnen gegenüber, so weiß
es nicht nur die Legende, standen die gefürchteten Vitalienbrüder
um Klaus Störtebeker, die den Koggen auflauerten, um sich deren
Ladung als fette Beute selbst einzuverleiben.

An diese blutigen Auseinandersetzungen erinnert noch heute die traditionelle Schifffahrtsroute von der Ostsee hinüber zur Nordsee als der in jenen wirren Zeiten am meisten befahrene Seeweg Nordeuropas. Normalerweise war dies eine überschaubare Fahrtroute, die es wegen der von den Piraten verursachten Tücken und Gefahren jedoch in sich hatte.

Hansestädte als Welterbe

Backsteinarchitektur der Wismarer Nikolaikirche. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Dieser alte Seeweg wurde im Verlauf der
Jahrhunderte jedoch nicht nur weiter genutzt, sondern entsprechend
den jeweiligen technischen Möglichkeiten auch weiter ausgebaut. So
spannt sich auch heute der Bogen des neuen Reiseabenteuers von der
Hansestadt Wismar bis hin zur Hansestadt Hamburg, die sich beide
wegen ihrer kulturellen Vorzüge inzwischen sogar als „Welterbe“
bezeichnen dürfen.

Natürlich haben sich im Verlauf der
Zeit auch die Schiffstypen verändert, die auf dieser Route das
Meerwasser durchpflügen. Eines von ihnen ist die „MS Astor“,
eine ältere Dame mit Erfahrung, die offensichtlich weiß, worauf es
ankommt. Neben einer modernisierten Ausstattung bietet sie vor allem
den Vorteil einer überschaubaren Größe. Schon heißt es „Leinen
los!“, und unter den Abschiedsklängen eines Shanty-Chors
verschwindet Wismars Nikolaikirche als imponierendes Zeugnis
gotischer Backsteinarchitektur im zarten Schleier des Küstennebels.

Skandinavische Atmosphäre

Feierlicher Abschied in Göteborg. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Bereits am nächsten Morgen ist das südschwedische Malmö in Sicht. Eine imponierende Küstenstadt, die lange Zeit unter dänischem Einfluss stand. So erging es auch der Stadt Göteborg. Bezaubernd präsentiert sie gepflegte Bauwerke aus unterschiedlichen Stilepochen und hat sich in der Altstadt ihre wohnliche Tradition bewahrt. Auch nahe gelegene Küstenstädtchen wie Klädesholmen versprühen mit ihren weißen Holzhäusern unter strahlend blauem Himmel eine unverwechselbare skandinavische Atmosphäre.

Romantisch und wehrhaft zugleich zeigt
sich nach Passieren der norwegischen Staatsgrenze das Städtchen
Frederikstad. Unweit des Oslo-Fjords präsentiert es sich gar als
eine der mächtigsten Festungsanlagen im gesamten skandinavischen
Raum. Sie erbringt, wie bereits der Name verrät, ebenfalls den
Beweis für die einstige Vorherrschaft Dänemarks.

Bewunderte Großsegler

Kruzenstern und Mir vor Landungsbrücken. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

Nach Kristiansand gerät mit dem neuen
Kurs der „MS Astor“ in Richtung Hamburg immer mehr „das
schönste Straßenfest der Welt“ ins Blickfeld. Ausgelassene
Stimmung liegt über dem Hafenbezirk. Doch dann richtet sich das
Interesse auf die bunte Schiffsparade auf der Elbe, die bei den
Zuschauern an den Landungsbrücken eine feierliche Atmosphäre
hervorruft. Vor allem sind es die Großsegler, die Bewunderung
erwecken. Besonders in dem Moment, wenn sie sich in Richtung
Elbphilharmonie fortbewegen, deren schmucke Fassade als eine
strahlende Kulisse dient.

Endlich kommt er zurück, der Star der diesjährigen Einlaufparade. Es ist die heute unter russischem Kommando stehende „Kruzenshtern“, der einzige heute noch im Einsatz befindliche P-Liner, der einst unter dem Namen „Padua“ mit Salpeter beladen die Südspitze Amerikas umrundete. Gerade hat das Schiff vor den Landungsbrücken festgemacht und lässt sich nun aus verschiedenen Perspektiven bewundern. So wie auch all die anderen Modelle einer vielfältigen Schifffahrtstradition, die ähnlich wie die Hansekoggen wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg Europas beigetragen haben.

Reiseinformationen „Hanse mit MS Astor“:

Bug der MS Astor bei Ausfahrt in Göteborg. © 2019, Foto: Dr. Bernd Kregel

An- und Abreise: Abreise und Ankunft sind nicht identisch! Mit der Bahn nach Wismar zur Einschiffung; zurück mit der Bahn ab Hamburg; bitte Pass oder Ausweis nicht vergessen!

Reisezeit: Besonders zum Hamburger Hafengeburtstag: 08.-10. Mai 2020; 07.-09. Mai 2021; 06.-08. Mai 2022

Auskunft: Transocean Kreuzfahrten, Rathenaustraße 33,63067 Offenbach, Telefon: 069-800 871650; Email: info@transocean.de; Web: www.transocean.de

Unterstützungshinweis:

Die Recherche wurde unterstützt von Transocean Kreuzfahrten.




Auf Janáčeks Spuren – Tschechiens zweitgrößte Stadt Brno (Brünn) ist ein traditionsreiches Musikzentrum

Brno (Brünn), Tschechien (Kulturexpresso). Opernhaus, Theater und Orchester, Museen und Festivals – das Kulturleben in der quirligen Studentenstadt Brno (Brünn) lässt keine Wünsche offen. Die Weichen für ein hochkarätiges Musikleben legte einst der Komponist Leoš Janáček. Er gründete im damals überwiegend deutschsprachigen Brünn die Orgelschule, das spätere Konservatorium. Er spielte Klavier, dirigierte und schrieb Musikkritiken. Heute gilt er als tschechischer Nationalkomponist und wichtiger Wegbereiter der Moderne.

Janáček, Jahrgang 1854, kam als Siebenjähriger aus einem mährischen Dörflein nach Brünn, um das Internat im Augustinerkloster zu besuchen. Noch bis zu seinem 56. Lebensjahr lebte er gleich nebenan, am Klosterplatz, der jedoch im Krieg zerbombt wurde. Heute heißt er Mendelplatz, ist von Plattenbauten umringt und dient als Straßenbahn-Verkehrsknotenpunkt. Näher kommt man Janáček beim Shopping in der Česká-Straße, der zentralen Einkaufsmeile. Hier besuchte der Komponist die Cafés und Kneipen. Um die Ecke traf sich die tschechische Kulturszene Brünns im National-Café des prächtigen Jugendstilhotels „Slavia“.

Janacek Orgelschule in Brünn. © Foto: Oliver Stasa

In der Česká-Straße lag auch die Zeitungsredaktion, für deren Feuilleton Janáček schrieb. Schräg gegenüber gibt es seit 1883 einen Buchladen, wo der Komponist sich Bücher und Noten bestellte. Die alten, abgegriffenen Holzregale sind bis heute geblieben.

Janáček liebte den melodischen Dialekt des mährischen Tschechisch. Auf dem belebten Krautmarkt, wo sich Anwohner und Touristen noch heute mit Obst und Gemüse eindecken, lauschte er den Händlern. Ihre Sätze notierte er sich mit Noten als „Sprachmelodien“ und ließ sich davon für seine Werke inspirieren.

Kein Wunder, dass die Musiker des ortsansässigen Orchesters bis heute als Experten in Sachen Janáček gelten. Einige haben den dirigierenden Janáček-Schüler Bretislav Bakala sogar noch persönlich erlebt.

Oft musiziert die Filharmonie Brno im „Besední dům“, einem prächtigen Neorenaissance-Palast, der einst als „Vereinshaus“ der tschechischen Minderheit in Brünn diente. Janáček dirigierte hier häufig eigene Kompositionen.

Janaceks Filharmonie in Brünn. © Foto: Martin Zeman

In der jüngeren Vergangenheit hatten die Brünner Philharmoniker mit ihrer musikalischen Leitung weniger Glück. Doch nun herrscht Euphorie, da man eine „große Nummer“ verpflichten konnte, den amerikanischen Dirigenten Dennis Russell Davies. Im Herbst 2018 trat der 74-jährige Amerikaner das Engagement in Brünn an. In seiner Debüt-Saison kombiniert er amerikanische Klassiker des 20. Jahrhunderts mit Raritäten der tschechischen Tradition.

Davies‘ Antrittskonzert Ende September, mit Musik von Antonín Dvořák und John Adams, offenbarte das Markenzeichen der Brünner Philharmoniker: den stets warmen, melodienseligen Klang. Der Konzertsaal im Besední dům ist allerdings nur für kleinere Besetzungen geeignet. Hier finden die Proben statt, wobei die Bestuhlung aus dem Parkett geräumt werden muss.

Ausweichspielstätte ist das „Stadion“, eine abgenutzte Stadthalle, von deren Decke Diskokugeln baumeln. Die Musiker kommen im Gänsemarsch zwischen den Besucherreihen zur Bühne, wo sie dann ziemlich beengt sitzen.

Doch diese unglückliche Situation soll bald ein Ende haben. Geplant ist der Bau eines neuen Konzertsaals mit 1300 Sitzplätzen, der bis 2020 neben dem Altbau des Besední dům entsteht. Ende September wurden der Öffentlichkeit die ersten Entwürfe präsentiert.

Ein hochkarätiges Team versammelt sich um dieses Projekt. Architekt ist Tomasz Konior, der auch den neuen Saal im polnischen Katowice gestaltet hat. Die Akustik verantwortet die Nummer Eins seiner Zunft, der Japaner Yasuhisa Toyota, der den Sound der Elbphilharmonie kreiert hat.

Von der Konzertsaal-Baustelle läuft man ein paar Minuten bis zu einer weiteren Wirkungsstätte Janáčeks, jener majestätischen Villa, wo der Komponist seine Orgelschule betrieb. Das war eine Art Konservatorium, wo man auch Klavier, Geige oder Gesang studieren konnte.

Janáček selbst wohnte bescheiden nebenan im Gartenhäuschen. Hier verbrachte er zusammen mit Ehefrau und Haushälterin die letzten 18 Lebensjahre. Heute befindet sich an diesem Ort ein kleines Museum mit zahlreichen Autographen und dem ursprünglichen Arbeitszimmer des Meisters, mitsamt Klavier.

Leoš Janáček starb im Sommer 1928 an einer verschleppten Lungenentzündung. Sein Grabstein, den die feingliedrige Notenhandschrift des Komponisten ziert, steht auf dem Brünner Zentralfriedhof.

Mehr Informationen unter www.gotobrno.cz/de im Weltnetz.




Elbphilharmonie

„Echo Klassik“ in der Elbphilharmonie in Hamburg

Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Morgen ist es wieder soweit. Am Sonntag, den 29. Oktober 2017, werden in der Elbphilharmonie in Hamburg die in der Bundesrepublik Deutschland höchsten Auszeichnungen für Musik auf Tonträgern vergeben. Der „Echo Klassik“ wird seit 1994 von der als eingetragener Verein bestehenden Interessengemeinschaft der Tonträger-Industrie namens Deutsche Phono-Akademie vergeben. Deren Vorstandsmitglieder stehen auf den Lohnisten der Industrie. Wer an die ästhetische Unabhängigkeit dieses Vorstands und Verein glaubt, der glaubt auch an Gott. Dass die Kriterien zur Entscheidungsfindung ebenso wenig veröffentlicht wie die Zusammensetzung der Jury, das schlägt dem faulen Fass den Boden aus.

Dem ZDF-Intendanten Thomas Bellut, der unter anderem dem Bundesverband Musikindustrie zur Verleihungsveranstaltung „gratuliert“, ist das so egal wie der man mir.

Vom Himmel gefallen sind wieder Laudatoren und Preisträger. Laut ZDF-Pressemitteilung vom 25. Oktober 2017 erhält der Tenor Jonas Kaufmann (Kategorie „Bestseller des Jahres“) … den Preis aus den Händen von Schauspieler Sebastian Koch. Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker bekommen von Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert den Preis und Geiger Daniel Hope („Klassik ohne Grenzen“) bekommt Preis und Lobrede von Schauspielerin Katja Riemann. Weiter im Text der Pressemitteilung: „Den ‚Sänger des Jahres‘, Bariton Matthias Goerne, zeichnet Schauspieler Tobias Moretti aus, seine Schauspielkollegin Meret Becker ehrt die ‚Sängerin des Jahres‘, die Mezzosopranistin Joyce DiDonato.“

Durch das Programm der Veranstaltung, die das ZDF ab 22 Uhr ausstrahlt, führt Thomas Gottschalk, der auch Lobreden hält und Preise vergibt und zwar an die Sopranistinnen Aida Garifullina („Solistische Einspielung“) und Pretty Yende („Nachwuchskünstlerin“). Jazztrompeter Till Brönner überreicht den „Echo Klassik“ an Ksenija Sidorova („Instrumentalistin, Akkordeon“) und Camille Thomas („Kammermusikeinspielung“). Die Lobrede auf die Opernsängerin, Regisseurin und Autorin Brigitte Fassbaender, die für ihr „Lebenswerk“ geehrt wird, hält der Intendant der Oper Frankfurt Bernd Loebe.

Nebenbei bemerkt bietet das ZDF zum ersten Mal den Echo Klassik auch als 360 Grad-Livestream ab 17 Uhr an.

In der Hamburger Elbphilharmonie musizieren das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter der Leitung seines Generalmusikdirektors und Chefdirigenten Kent Nagano, der als „Dirigent des Jahres“ für seine Einspielung von Richard Strauss‘ „Alpensinfonie“ prämiert wird.




Pfefferkörner

Hohe Berge und Hamburg – Zum FSK-Null-Spielfilm „Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs“

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Um es vorweg zu nehmen, die Pfefferkörner, die es im deutschen Staats-TV seit 17 Jahren mit Gaunern und Ganoven aufnehmen, vermehren sich und für den Schwarzen König braucht es keinen Schauspieler. Doch der Reihe nach.

Die zwei kurzen Detektive von der Waterkant, Alice (Emilia Flint) und Benny (Ruben Storck), lösen gerade einen Fall, bei der die noch Kleinere Mia (Marleen Quentin) den Kürzeren zieht, schon steht eine Klassenfahrt an. Von der Elba an den Etsch oder so ähnlich. Von einer Hafenstadt in die Hohen Berge auf alle Fälle.

Auf dieser lernen sich Lehrer Schulze (Devid Striesow) und Bennys Mama (Katharina Wackernagel), die das Wissen ihres Sohnes für eine erkrankte Lehrerin einspringt, damit die Reise ins Abenteuer Alpen losgehen kann, näher kennen und lieben.

Auf und um den Gruber Hof in Südtirols wartet nicht nur der Schwarze König, sondern auch Hilfsköchinnen und Hilfspolizisten, vor allem Freund Luca (Leo Gapp) oder auch nicht, denn der Bauernsohn als moderne Version des Ziegenpeters schickte kurz vor der Abreise eine windige Videobotschaft. Doch mit Verboten wie „fahrt nicht“ kann man den Pfefferkörnern nicht kommen. Die treten die Reise an, aber richtig. Und Luca spielt sich die die Herzen der Mädchen, jedenfalls das von Lena.

Im Bus sitzt auch Johannes (Luke Matt Röntgen), der neue Schüler der Klasse, der sich erst von einem Chauffeuer zum Abfahrtsort an der Elbphilharmonie bringen lässt, dann als Petze entpuppt, aber am Ende des Kinderfilms zum vierten Pfefferkorn aufsteigt.

Während die anderen in Berghöhlen klettern und Seilbahn fahren, hält Mia im Hauptquartier der Pfefferkörner in der Hamburger Speicherstadt die Stellung und Kontakt via Weltnetz.

Autor Dirk Ahner, der schon für „Hui Buh, das Schlossgespenst“, die Feder führte und vor allem als Roman- und Hörspielautor bekannt ist, hat den kindgerechten und für diese Zielgruppe spannenden Abenteuer- und Heimat mit einer Prise Grusel und Gesellschaftskritik gewürzt. Und das ist gut so, geht es doch bei diesem Spektakel immer auch um Umwelt- und Sozialbewußtsein sowie gegen das große Kapital, das durch die Berge und an der Elbe wütet und Wasser zur Ware macht. Keine Angst, der Film ist an Gegenwartskritik nicht überladen und also düster. Im Gegenteil: humorvoll und heiter, lichtdurchflutet und leicht.

Das Regisseur Christian Theede aus einem Sammelsurium an Erfahrungen in der Film- und Fernsehbranche schöpfen kann, das merkt man diesem Kinofilm für Kinder an, der auch die Eltern auf die Leinwand starren lässt und sie in der Kurzweiligkeit, die bisweilen Atemlosigkeit gleichkommt, was wohl auch an der ordentlichen Arbeit mit der Kamera von Ngo The Chau zurückzuführen ist, der Handlung hält. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf. Zur Not färbt sich Bergseewasser schwarz und eine Scheune fängt Feuer. Hauptsache fidel und flott. Dauernd drive!

Von allen Beteiligten wird eine grundsolide handwerkliche Arbeit hingelegt. Hafen und Hof, Hamburg und Höhe wurden kleinbürgerlich gebügelt und geleckt in Szene gesetzt. „Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs“ ist auch ein Schön- und Schnulzenfilm ein gelungener FSK-Null-Spielfilm für Regentage im Hochsommer. Schade, dass der Film erst ab 7. September 2017 in die Kinos kommt.

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Titel: Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs
Land: Deutschland
Jahr: 2017
Regie: Christian Theede
Buch: Dirk Ahner
Kamera: Ngo The Chau
Schauspieler: Marleen Quentin, Ruben Storck, Luke Matt Röntgen, Emilia Flint, Leo Gapp, Devid Striesow, Katharina Wackernagel, Stephan Luca, Hannes Wegener, Anna Böttcher, Suzanne von Borsody
Produzenten: Michael Lehmann, Holger Ellermann, Kerstin Ramcke
Laufzeit: 99 Minuten
FSK: 0, freigegeben ohne Altersbeschränkung




Ein Elbphi-Bilderbuch – Rezension zum Buch „Elbphilharmonie“ von Joachim Mischke und Michael Zapf

Hamburg, Deutschland (Kulturexpresso). Die Linke in Hamburg brachte vor dem Tag der Eröffnung einen weiteren Skandal rund um die Elbphilharmonie an den Tag: Der private Bereich des Gebäudes, das Hotel, die Gastronomie und das Parkhaus, gerne auch „kommerzieller Mantel“ genannte, wird „mit fast 288 Millionen indirekt von der Stadt subventioniert“ werden. Zuvor schon achtete das sich selbst gern als „weltweit führenden Baukonzernen“ sehende Unternehmen namens Hochtief AG sehr genau darauf, dass wie Norbert Hackbusch im Gespräch Kristian Stemmler sagt „die Baukosten allgemein gestiegen sind, sondern die Baukosten für den öffentlichen Bereich“ (vgl. junge Welt, 09.11.2016).

Am 31. Oktober 2016 war nach fast zehn Jahren Bauzeit, sechs Jahr davon länger als anfangs geplant, Schlüsselübergabe. Geplant waren, das Konzerthaus 2010 zu eröffnen, aber nach Baubeginn 2007 stieg nicht nur der Pegel der Probleme, sondern der Preis. Die Kostensteigerung war gigantisch. Dem öffentlich gemachten Preis von 77 Millionen Euro wurde hinten nicht nur eine Null angefügt sondern noch viele Millionen mehr. Jetzt sind es bald eine Milliarde Euro. Zu verantworten haben das viele, meist Männer, vor allem die Bürgermeister Ole von Beust (CDU), Christoph Ahlhaus (CDU) und Olaf Scholz (SPD).

Kein Wunder, dass die „Elbphi“, wie in der Hanse- und Hafenstadt Hamburg die Elbphilharmonie hier und dort umgangssprachlich genannt wird, nicht nur als Bauwerk der Mutigen sondern auch als Bauwerk der Betrüger gilt. Dass aus dem Vorzeigeprojekt für Public Private Partnership eine Vollverarschung wurde, das lesen wir in dem Buch zum angeblichen Jahrhundertprojekt mit dem Titel „Elbphilharmonie“ von Joachim Mischke und Michael Zapf nicht, obwohl der 1954 in Felsburg geborene Journalist Mischke, der im Grunde als Berichterstatter vom Kulturhof oder Werner Theurich als „Chefreporter für Kultur beim ‚Hamburger Abendblatt'“ (Spiegel, 01.11.2016) gilt, als Chronist der Ereignisse gute Dienste leistete. Aber „die Kritik ist“, geht es nach Karl Marx, „keine Leidenschaft des Kopfs, sie ist der Kopf der Leidenschaft.“ Mischkes aparter Mix aus Bauberichterstattung und Wirtschaftskriminalroman spiegelt diese Leidenschaft nicht wider. Seine Leidenschaft scheint vor allem der Musik zu gehören, was nicht das Schlechteste ist.

Der Kopf hinter der Knipse ist Michael Zapf. Der 1965 geborene Hamburger, der für das 224 Seiten umfassende Buch im A4-Format viele, vor allem bunte Bilder lieferte, fotografiert laut Pressemitteilung des Edel-Verlagsgruppe „seit über 30 Jahren in seiner Heimatstadt“. Eine Barkassenfahrt mit Kännchen Kaffee mag man darin gedankenverloren oder wild assoziierend blättern, länger nicht. Das Betrachten überlagert leider (bei mir) das Bedenken und daher ist das Buch zur Elbphilharmonie dieser beiden Autoren (für mich) ein Bilderbuch. Weitere mehr oder weniger belanglose Bilderbücher werden folgen.

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Joachim Mischke und Michael Zapf, Elbphilharmonie, 240 Seiten, Einband, Verlag: Edel, 1. Auflage Hamburg November 2016, ISBN: 978-3-8419-0365-5, Preise: 29,95 EUR (D), 30,80 EUR (AH und 41,90 CHF