Zettels Traum endlich lesbar und dekodiert?

"Arno Schmidts Zettel's Traum". © Suhrkamp-Verlag

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Seit 1970 dürfen wir Arno Schmidts Hauptwerk „Zettels Traum“ bestaunen.

Viele Leser kapitulierten bisher vor dem Buch mit seinem über 1300 Seiten im DIN-A3-Format, das viele Kilo wiegt und eine Reproduktion von Schmidts Schreibmaschinen-Skript mit handschriftlichen Korrekturen und Einfügungen ist. Von Schmidts Zeichensetzung und spezieller Rechtschreibung ganz zu schweigen. Das Wort unlesbar ist in diesem Zusammenhang gern benutzt worden. Da könnte am Ende was dran sein. Wie viele von den ca. 25.000 Lesern „Zettels Traum“ wirklich zu Ende lasen, weiß nur der Fuchs.

Jedenfalls haben wir nun dank Bernd Rauschenbach ein Lesebuch, welches einzelne Szenen aus dem großen Werk zusammenstellt, „das halb Roman, halb literarischer Essay zu Werk und Leben Edgar Allan Poes ist.“

Träume, Wünsche, die Sehnsucht nach Liebe und wechselnde Spannungen erscheinen an der Oberfläche und ziehen uns in den Lesestrom.

Der ängstliche und neugierige Leser wird im günstigsten Fall in die Geschichte gesaugt und erwacht erst nach Wochen wieder aus dem Leserausch, vor sich die letzte Seite von Zettel`s Traum.

Bibliographische Angaben

Arno Schmidt, Arno Schmidts Zettel’s Traum. Ein Lesebuch, Bernd Rauschenbach (Herausgeber), Arno Schmidt (Autor), Susanne Fischer (einführende Texte), 232 Seiten, Klappenbroschur, Suhrkamp Verlag, Berlin, 26.10.2020, ISBN: ISBN: 978-3-518-80450-6, Preis: 25 EUR (Deutschland), 25,70 EUR (Österreich), 35,50 SFr

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