Auf Koksurlaub im bolivianischen Knast – Annotation

© Riva

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Titel klingt nach Sat1, doch die absurde Geschichte entschädigt schnell für das etwas aufdringliche Geheul der Werbeabteilung des Verlags. In einer schnörkellosen Sprache berichtet Young von einer Freundschaft zu Thomas. Thomas ist Engländer und von Beruf Drogenschmuggler. Er sitzt wegen Drogenschmuggel in einem verrückten Knast in Bolivien ein.

„Im Gefängnis San Pedro wurde man nicht von der Polizei belästigt und hatte leichten Zugang zu billigem, reinem Kokain. Einer der besten Orte in Südamerika, um wilde Partys zu feiern.“

Thomas macht im Gefängnis Führungen für Touristen und verkauft alles was verboten ist. Er besticht Wärter, Polizisten und Staatsbeamte. Wer Geld hat, bekommt alles im Knast. Einzelzimmer, Drogen, Essen, jeglicher Luxus ist möglich. Rusty freundet sich mit Thomas an und wohnt bald selbst einige Monate im Kittchen und genießt das süße Knastleben. Nebenher schreibt er die Geschichte auf, die mit all ihren Rankünen kaum zu glauben ist. Einziger Makel: Die Geschichte spielt vor fast zwanzig Jahren, die Infos sind nicht mehr ganz taufrisch. Trotzdem ein Lesevergnügen der anderen Art.

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Rusty Young, Marschpulver – Eine wahre Geschichte von Korruption, Koks und einer unglaublichen Freundschaft im krassesten Knast der Welt, 400 Seiten, Riva Verlag, München 2015, ISBN 978-3-86883-673-8, 16,99 Euro (D)

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