Antisemitische Propaganda der Nazis und anderer Ultrarechter auf Geldscheinen und Zahlungsmitteln in Deutschland – Annotation

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© Battenberg

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Den deutschen Faschisten war jedes Mittel recht, um auf ihren perfiden Antisemitismus propagandistisch hinzuweisen. So ist es kein Wunder, dass sie auch nicht vor Geldscheinen Halt machten. Dank der großartigen Geldschein-Sammlung des Herausgebers Wolfgang Haney, haben wir nun Zugang zu diesen papiernen Artefakten der Nazizeit. Auf 280 farbigen Seiten sehen wir hauptsächlich Geldscheine, die mit antisemitischer Hetze bedruckt worden sind. In einem umfänglichen Vorwort wird der zeitliche Kontext erklärt und der Aufstieg der Nationalsozialsten, die ja bekanntlich durch eine demokratische Wahl an die Macht kam, gedeutet. Die zumeist leere Rückseite der Geldscheine, insbesondere solche aus der Inflationszeit, wurden mit Hassbotschaften wie: „Das sauer uns ersparte Gut, nahm hinweg der Börsenjud…“ oder „Sowjet Jude Radeck, Eisenbahnräuber, Arbeitermörder…“ bedruckt und unters Volk gebracht. Manche der „Sinnsprüche“ sind zur schwer zu ertragen. Trotzdem ist das Buch eine eindringliche Sammlung deutschen Wütens und unbedingt lesenswert!

Bibliographische Angaben

Hans-Ludwig Grabowski, Wolfgang Haney, Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …, Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs, 280 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Battenberg, 2015, ISBN: 978-3-86646-122-2, 29,90 EUR (D)

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