Corona oder Kanada, wer ist dieses Jahr Gast der Buchmesse in Frankfurt am Main?

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Jede Menge Bücher auf einer Messe. Quelle: Pixabay, Foto: Ahmad Ardity

Frankfurt am Main, Deutschland (Kulturexpresso). Wer sich auf Heimatseiten von Frankfurtern, gemeint sind die am Main und nicht an der Oder, umsieht, der stößt hier und dort auf den Hinweis, dass „Kanada … in diesem Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse“ sei. Was ist mit Corona?

Wer sich bei den Leuten im Land umhört, der weiß, das über Kanada nicht geredet wird, wohl aber über Corona. Das war schon bei der Buchmesse in Leipzig so und nicht anders. Der Handel von Rechten und Lizenzen wurde auf einem virtuellen Büro- und Marktplatz verlegt, Veranstaltungen wie Lesungen und Diskussionen erging es nicht anders. Allerdings gab es noch die eine oder andere Einladung zum Beisammensein im kleinen Kreis – Corona zum Trotz.

Sogar der Preis der Leipziger Buchmesse wurde vergeben. Veranstaltet und verlesen wurde das im Radio. Gehört hat`s im Grunde keiner.

Wird die Messe am Main womöglich wie die in Leipzig auch ins Weltnetz ausweichen? Wir die Buchmesse als virtuelle veranstaltet? Manche meinen, dass es zu einem Sowohl-als-auch kommen könne, also zu einer arg abgespeckte wirklichen Buchmesse in den Messehallen und Häusern darum herum, allerdings mit viel weniger Publikum und Presse und Politik und Palim-Palim.

Praktisch scheint das auch zu sein, vor allem angesichts von Kassen und Konto, die, wenn sie nicht schon leer sind, schneller geleert als gefüllt werden. Wer soll die Preise noch bezahlen?

Juergen Boos als Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse GmbH wird in Kürze entscheiden, wie gehandelt werden wird.

Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels schwärmt seit Tagen von „einem wahnsinnigen Durch nach der Buchmesse“. Sie und diejenigen, die sich vertritt, scheinen tief in der Viren-Wüste zu stecken.

Doch woher und wie sollen die über 300.000 Besucher, die in den Vorjahren nach Frankfurt an den Main strömten, in diesem Corona-Jahr kommen und die weit über 7.000 Aussteller aus über 100 Staaten? Und wo und wie sollen sie, ohne eine kleine Corona-Krise in Mainhattan zu verursachen, untergebracht werden? Viele Fragen und als Antworten viel Konjunktur, aber wenig Klarheit.

Sicherer scheint vielen vor allem der virtuelle Raum, in dem der Verkauf von E-Büchern boomt. Viren gibt es dort ebenfalls – wie immer und überall kostenlos. Wer hätte das gedacht?!

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