„Die definitive Baumonografie der Berliner Architekturikone“ – Annotation zum Buch „TXL. Berlin Tegel Airport“ von Jürgen Tietz (Herausgeber) in Zusammenarbeit mit Detlef Jessen-Klingenberg

TXL. © Park Boooks

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Der Flughafen Tegel wird abgedankt, dichtgemacht. Tegel läuft unter Vielfliegern als TXL, das ist der sogenannte IATA-Code, unter Liebhabern allerdings als „Otto-Lilienthal-Flughafen“ und unter Berlinern nur Tegel. Doch nicht nur für Berliner ist Berlin-Tegel TXL einer der besten Flughäfen der Welt, weil ein echter Flughafen und keine Einkaufspassage. Tegel gilt als der Flughafen der kurzen Wege und als eine Ikone der modernen Architektur.

Die Deutschen wurden einst auch dafür bewundert und beneidet. Lange ist es her. Im Mehltauland unter Murksel, die mit anderen Christen und Sozen regiert, ist die BRD nur noch ein besserer Schrotthaufen, belacht und bemitleidet in der Welt.

Zurück zur einstigen Ikone, derer man sich entledigen will. Dort startete und landete alleine 2018 zwischen 6 Uhr in der Frühe und 23 Uhr in der Nacht durchschnittlich alle zwei Minuten ein Flugzeug. 22 Millionen Fluggäste wurden in dem Jahr in Tegel abgefertigt. Sie alle freuten sich über wenige Meter vom Flugzeug zum Taxi. Ich wiederhole: Wenige Meter.

Der Verlag Park Books in Zürich weiß das zu würdigen. In einer Pressemitteilung vom 28.10.2020 heißt es: „“Mit seiner markanten sechseckigen Form und dem Prinzip des Gate-Check-in hat Tegel Luftfahrtgeschichte geschrieben. Tegel, das war das heiss geliebte Fenster der ummauerten Inselstadt Berlin (West) in die weite Welt. Zugleich steht der Flughafen am Beginn der Erfolgsgeschichte des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner (gmp). Zusammen mit Klaus Nickels gewannen die gerade frisch diplomierten Hamburger Architekten 1965 den Wettbewerb für den 1974 eröffneten Flughafenneubau.

Zahlreiche historische und aktuelle Fotografien sowie Planmaterial aus dem Archiv von gmp illustrieren das Gesamtkunstwerk Tegel, seine peppigen Farben und die konsequente Gestaltung, die von der Grossform bis zu den Abfertigungsschaltern mit ihren abgerundeten Ecken reicht. Ausführlich erläutern Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg die Geschichte ihres Frühwerks. Ergänzt wird das Buch durch einen Essay von Jürgen Tietz zur besonderen Qualität des denkmalgeschützten Flughafengebäudes und seiner zeitgeschichtlichen Bedeutung.“

So kann man es schreiben. Und Jürgen Tietz schrieb für das Werk einen Essay. Ein Gespräch mit Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg sind auch enthalten. Das Nachwort stammt aus der Feder von Christoph Rauhut.

Bibliographische Angaben

Jürgen Tietz (Herausgeber) in Zusammenarbeit mit Detlef Jessen-Klingenberg, TXL. Berlin Tegel Airport, 248 Seiten, 112 farbige und 120 s/w-Abbildungen, Sprachen: Deutsch und Englisch, Format: 23,5 x 31,5 cm, gebunden. Verlag: Parker Book, Zürich, 2020, ISBN: 978-3-03860-202-6, Preise: 38 EUR (Deutschland), 45 SFr

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