Die Dietrich in Dorsten – Marlene-Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen

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Marlene Dietrich
Marlene Dietrich im Zug. © Deutsche Kinemathek – Marlene Dietrich Collection Berlin

Dorsten, Deutschland (Kulturexpresso). Eine Ausstellung wandert ins Jüdische Museum Westfalen, genauer gesagt: eine Marlene-Ausstellung. Richtig, die Dietrich in Dorsten. Marlene Dietrich!

Der deutscher Weltstar im Einsatz gegen Hitler-Deutschland machte sich hierzulande unbeliebt – laszive Lola mit den Langen Beinen im Cineastenklassiker „Der blaue Engel“ hin oder „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ her.

Marlene Dietrich
Marlene Dietrich, Porträt für eine Promotion, 1965. © Marlene Dietrich Collection Berlin

Vor allem diess Kapitel im Leben und Werk der Diedrich scheint die Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen (JMW) mit dem Titel „Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis.“ zu behandeln. Und das ist gut so.

In der Pressemitteilung des JMW vom 21.8.2018 heißt es dazu, dass die Ausstellung „einen weniger beachteten Bereich ihres Lebens“ thematisieren würde und zwar „ihr Verhältnis zu Deutschland und den Deutschen, zu Unrecht, Krieg und Frieden“. „Anhand zahlreicher Dokumente, Fotografien und weitgehend unbekannter Filmsequenzen rekonstruiert die von der Gedenkhalle Oberhausen entwickelte Wanderausstellung, für welche Haltung diese Frau ihr gesamtes Leben stand.“

Um die Haltung der Hauptdarstellerin berühmter Filme anzudeuten, wird in der Pressemitteilung Folgendes mitgeteilt: „Nachdem Marlene Dietrich 1944 bereits vor zahlreichen US‐Soldaten in Italien aufgetreten war, führte sie ihre zweite Tournee für die amerikanischen Streitkräfte im Herbst/Winter 1944/45 auch in das belgisch‐deutsch‐niederländische Grenzland. Unter anderem gastierte sie in Eupen, St. Vith, Verviers und Spa, in Aachen und Stolberg, sowie in Heerlen und Maastricht.“

Marlene Dietrich
Marlene Dietrich besucht GI´s. © Marlene Dietrich Collection Berlin

Marlene sorgte also bei den Feinden des Faschismus, bei den Feinden Hitler-Deutschlands für die Moral.

Dass dieses Tun auf Seiten der US-Amerikaner der Dietrich „bei ihrer Deutschland‐Tournee 1960 von Teilen der deutschen Öffentlichkeit massiv vorgeworfen“ wurde, das wundert wenig. Genau so wenig wie die Tatsache, das die Diva „zur gleichen Zeit … in Israel oder auch in Polen gerade für diese Haltung“ gefeiert wurde.

Verständlich also, dass sie nach dieser Erfahrung „nur noch selten nach Deutschland“ reiste. „Erst mit ihrem Tode 1992 kam sie wieder in ihre alte Heimat Berlin, in der sie 1901 als Marie Magdalene Dietrich zur Welt gekommen war und sich so früh wie eigensinnig in „Marlene“ umbenannt hatte. Ihr Grab gehört zu den Ehrengräbern Berlins.

In der Marlene-Ausstellung, die dank der umfassenden Unterstützung durch die Marlene-Dietrich-Collection-Berlin, die den 1993 von der Stadt Berlin übernommenen gesamten Nachlass dieser Künstlerin von Weltruf verwaltet, realisiert wurde, sollen „vielen Fotografien aus ihrem Leben, … zahlreiche Dokumente und Filmsequenzen“ zu sehen sein.

Die Ausstellung wird im JMW Dorsten vom 26. August bis zum 16. Dezember 2018 gezeigt werden.

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