Ein Großmaul packt ein bisschen aus – Annotation zum Buch „Der Pate von Berlin“ von Mahmoud Al-Zein

"Der Pate von Berlin" von Mahmoud Al-Zein. © Droemer in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Berlin, du Stadt der Wahnsinnigen, ick liebe dir! Heute haben wir es mit einem Exemplar der Marke Clankriminalität zu tun. Mahmoud Al-Zein heißt der Gutste, kennen wird ein kaum jemand von euch, auch wenn er auf den letzten Seiten seines Wunderwerks von der Bösewichtserie 4 Blocks palavert… und dass der Oberböse der Serie ihm doch quasi aus dem Gesicht… oder dem Popo…

Jedenfalls gibt’s nun seine Biografie – oder das, was uns sein unbekannter Ghostwriter mitteilt.

Al-Zein, der Meister kriminellen Vorgehens saß diverse Male im Knast, weil ihm Deutschlands Gesetze am Arsch vorbeigehen und er nur seine eigenen Regeln kennt, wie es so schön vom Cover tönt. Weil er nicht in einer Diktatur, sondern im demokratischen Deutschland seine kriminellen Geschäfte abzieht, sitzt er nicht für ewig im Knast oder wurde längst abgeschoben, was er sich Dank diverser Vergehen (Drogen, Hehlerei, Gewaltdelikte usw.) redlich verdient hatte, sondern darf mit den Tantiemen ein Waisenhaus in Beirut finanzieren. Er kam angeblich Anfang der 80er Jahre aus Beirut, diverse deutsche Behörden meinen, er sei eigentlich arabischstämmige Türke… sei es drum, jedenfalls hat er in der BRD Asyl erhalten, obwohl er nicht politisch verfolgt (muss Zauberei gewesen sein) wurde (steht so im Buch) und lässt es richtig krachen. Hie und da lässt er was gucken, 10 Kinder müssen ernährt werden, Party is auch ganz schön, seine Frau schmeißt den Laden, er macht in Security und ist eine Art Hobbyrichter (Z. =Chef, seine Regeln, eh klar) A-Klasse is richtig geil usw.

Strafrechtliche relevantes tratscht er nicht, letztlich erinnert das Buch an diverse Hells-Angels-Insider/Auspacker/Kronzeugen, die vor ein paar Jahren den Buchmarkt mit ihrer traurigen Prosa fluteten.

Wer den Schmarrn eigentlich gedichtet hat, steht leider nicht im Buch. Ordentlich bezahlt hat bestimmt irgendwer, am Ende gar Erich Honecker? Was für ein Spaß!

Bibliographische Angaben

Mahmoud Al-Zein, Der Pate von Berlin, Mein Weg, meine Familie, meine Regeln, 256 Seiten, Verlag: Droemer HC, München 2020, ISBN: 978-3426278376, Preis: 20 EUR

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