Ein Träumchen – Dubliner von James Joyce neu übersetzt von Friedhelm Rathjen bei Manesse

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"Dubliner" von James Joyce. © Manesse

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Selten habe ich ein Buch der Manesse-Bibliothek sehnlicher erwartet als dieses. Im gewohnt schicken Outfit plus einer Fotografie der Dubliner Innenstadt im Buchdeckel rauschen die „Dubliner“ auf ihren Ehrenplatz. Denn dieser gebührt ihnen in jeder anständigen Bibliothek.

Unerwartetes Plus: Der Band ist mit einem unaufdringlichen Nachwort von Ijoma Mangold versehen, der diesen wunderbaren Erzählband sehr fein einführt.

Bevor sich Joyce experimentellen Formen in seinen Folgewerken „Ulysses“ und „Finnegans Wake“ zuwandte, schuf er dieses Meisterwerk der Erzählkunst.

Joyce portraitiert in „Dubliner“ die Menschen an der Rückseite des Glücks. Verlorene Träume, unerreichte Sehnsüchte, ferne Wünsche bevölkern die Hirne seiner Protagonisten und sorgten in ihrer Härte für Kopfschütteln bei seinem Verleger, der das Buch erst nach zehnjährigem Überlegen auf die Leser losließ.

Erst lange nach des Meisters Ableben erhielt das Buch die verdiente Anerkennung, Joyce bekam davon nichts mit und starb als verkannter Dichter. Heute ziehen Schwärme von Verehrern durch die letzten Winkel Dublins, jene Stadt, aus der Joyce beizeiten floh, um sich in angenehmeren Gegenden dem Schreiben und Leiden zu widmen. Seiner Kunst, die immer Irland und Dublin als Ausgangspunkt aufwies.

Bibliographische Angaben

James Joyce, Dubliner, neu übersetzt von Friedhelm Rathjen, 448 Seiten, Verlag: Manesse, München 2019, ISBN: 3-7175-2472-4, Preise: 24 EUR (D), 24,70 (A), 33,90 sFr

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