Erntezeit für Willem Dafoe. Nach der Oscar-Nominierung erhielt er in Berlin den Goldenen Ehrenbären

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Willem Dafoe auf der Berlinale Goldener Ehrenbär Internationale Filmfestspiele Berlin.
Willem Dafoe auf der Berlinale an dem Tag, an dem er den Goldenen Ehrenbären erhielt. © 2018, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Um es gleich zu sagen: den „Oscar“ für die beste männliche Nebenrolle erhielt 2018 Sam Rockwell. Best supporting actor – and the Oscar goes to: Sam Rockwell – „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Willem Dafoe war nominiert für „The Florida Project“. Ein guter Film, ein interessanter Film, und ein Streifen, der in das Selbstdarstellungsportfolio der Filmindustrie von Los Angeles gepasst hätte. Bereits 1986 war Dafoe, geboren am 22. Juli 1955, für einen Oscar nominiert und natürlich für eine männliche Nebenrolle. Auch die Rolle passte zu ihm: Der selbstlose Sergeant Elias. In dem (Anti-)Kriegsfilm und Vietnamdrama „Platoon“ („Der Zug“). Das war und ist auch die Rolle des Helden. Und die passt immer mehr zu ihm.

Willem Dafoe – alt und weise. Was? Alt?

Am 20.2.2018 erhielt er in Berlin die Ehrung „Goldener Ehrenbär“. Für diejenigen unter uns, die nur englisch verstehen: Ein „Lifetime-Achievement Award“. Wohl selten war Dafoe in einer Pressekonferenz so gelöst und weise. Eine Rolle, die ihm gut steht. Der Schauspieler sagte viele gute und wichtige Dinge. Dinge, die Bestand haben. Nicht dieses oberflächliche Zeug, das viele von sich geben oder geben sollen, weil ihre PR-Agenten es ihnen raten.

Als eine Frage an ihn gestellt wurde, in der das Wort „alt“ vorkam, spielte er überzeugend Entrüstung. „Was, Sie meinen, ich sei alt? Wollen Sie sagen, dass ich alt sei? Ich?“ Rechtzeitig löste er die Spannung durch Lachen auf, doch lang genug hielt er alle hin, dass man es ihm abnehmen hätte können.

Oscarnominierungen von 1986-2018 kann auch nicht jeder aufweisen. Schon gar nicht die aus dem „Klub“ derjenigen, die wie Amy Winehouse oder James Dean mit 27, 24 oder 28 Jahren die Weltenbühne verließen. Umspannen doch allein Dafoes Nominierungen schon 32 Jahre.

Viele Oscarnominierungen

Neben der Figur des selbstlosen Sergeant Elias 1986 war Willem Dafoe, eigentlich William Dafoe, 2001 für den „Max Schreck“ in E. Elias Merhiges „Shadow of the Vampire“ nominiert. Für den Oscar, natürlich als bester Nebendarsteller, den Golden Globe und weitere Auszeichnungen.

Ob Dafoe als Nebendarsteller so brilliert, weil er das zweitjüngste Kind von acht Geschwistern ist?

Die aktuelle Oscar-Nominierung 2018 war seine dritte. Willem Dafoe erhielt sie für die Nebenrolle des Motelmanagers Bobby, in Sean Bakers Streifen „The Florida Project“. Der Film aus dem Jahr 2017 heißt auf deutsch „Das Florida-Projekt“.

Allein die drei erwähnten großen Produktionen illustrieren bereits die Bandbreite von Willem Dafoes schauspielerischen Können. Der Militärfilm aus den 80ern, ein Schreckensstreifen und aktuell schlüpfte Dafoe in die Rolle eines sozial eingestellten Managers mit klaren Regeln, der Unterkunft bietet.

Und das passt zu dem, was er uns in Berlin gesagt hat:
Er sagte, er habe viele verschiedene Rollen angenommen und sich nie einem Genre verschlossen. „Die Früchte dieser Einstellung kann ich jetzt ernten.“ So beziehungsweise ganz ähnlich äußerte er sich im Februar (auf englisch).
2018 erntet er nicht nur die Früchte seines Schaffens und seiner Offenheit, in dem er sich Rollen jedes denkbaren Films aussuchen kann, sondern auch Ährungen, … ähm, Ehrungen.

Insgesamt ist Dafoes Werk eine Hundertschaft.

Großer Wille, kleines m. Willem.

Gereift und geliebt: Willem Dafoe

Wer Dafoe ein kleines bisschen näher kennenlernt, wird feststellen, dass er ein äußerst angenehmer Zeitgenosse ist, der vieles richtig macht.

Wir gratulieren Willem Dafoe von Herzen zu der Auszeichnung „Goldener Ehrenbär“!

Oscar hin oder her.

Dafoe ist Wer.

www.berlinale.de

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