„Farm der Tiere“ von George Orwell in einer Neuübersetzung von Ulrich Blumenbach

"Farm der Tiere" von George Orwell. © Manesse

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Nun ist sie neu übersetzt, die große Parabel auf Diktaturen (mit deutlichem Hinweis auf Stalin und seine Bande) und geistige Verlogenheit.

Beim schönen Wort Verlogenheit fällt mir sofort der orange Dickwanst aus den USA ein, der sich dieser Tage mit aller Bösartigkeit und Skrupellosigkeit an die Macht klammert. Möge er in der Hölle verrotten, wie Stalin es längst tut. Im hoffnungsfernen Märchen Farm der Tiere fehlt leider das Happy End, im Gegenteil, am Ende gelingt es Hauptschwein und Gleichstem aller Gleichen Napoleon, die umliegenden Farmer Dank seiner Geschäftstüchtigkeit ins Boot zu holen.

Mit beißendem Spott dichtete Orwell sein Glanzstück, der Vergleich mit Gullivers Reisen liegt nahe, zumal sich der Meister jeglicher offenkundiger Moralismen entsagt und die Geschichte bis zum bitteren Ende durchdekliniert.

Die moderne Übersetzung, Orwells angefügter Text zur Pressefreiheit (er musste1944 lange nach einem Verlag in England suchen, weil die Briten ihren Bündnispartner Sowjetunion nicht verprellen wollten) und das Nachwort von Eva Menasse runden das Leseerlebnis ab. Dank Corona haben wir alle viele zeit. Schmeißt den Fernseher aus dem Fenster und lest, beispielsweise Orwells Neuübersetzung der Farm der Tiere.

Bibliographische Angaben

George Orwell, Farm der Tiere, mit einem Nachwort von Eva Menasse, Originaltitel: Animal Farm, Übersetzer: Ulrich Blumenbach, 192 Seiten, fester Einband, Format: 13,5 x 21,5 cm, Verlag: Manesse in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München, 18.1.2021, ISBN: 978-3-7175-2518-9, Preis: 18 EUR (Deutschland), 18,50 EUR (Österreich), 25,90 SFr

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