Salem Aleikum über und Yenidze in Dresden

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Salem Aleikum über Dresden. © Foto: Museen der Stadt Dresden / PR

Dresden, Deutschland (Kulturexpresso). Die Mohammedanisierung wurde einst vor den Toren der Donaumetropole Wien aufgehalten und zurückgedrängt bis an den Bosporus. Doch von und über Anatolien kommen immer mehr Grenzstürmer und Geldgräber. Die Umvolkung deutscher Staaten schreitet voran. Auch im Freistaat Sachsen, der zur BRD abgekürzten Bundesrepublik Deutschland gehört – noch – schreitet die Umvolkung voran. Stand im letzten Jahrhundert vor allem die NSDAP für Umvolkung, so sind es heute gleich mehrere Parteien, allen voran CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke.

Wäre es nicht passend, wenn an den Häusern der Partei sowie ihrer Mitglieder und Mandatsträger und von mir aus auch an denen ihrer Wähler Nacht für Nach Salem Aleikum leuchten würde? Seit Mitte Dezember 2020 leuchten diese Worte nur an der Fluchttreppe des Landhauses. Angeblich treffe in dem besagten Landhaus Orient auf Okzident und zwar in der Ausstellung „Tabakrausch an der Elbe“.

Die Museen Dresden teilen dazu mit: „Dieser westöstliche Begegnungsbereich ist dynamisch und sowohl von Stereotypen, hegemonialen Verzerrungen und Machtungleichheiten aber auch fruchtbaren Wirtschaftsbeziehungen und kulturellen Anregungen geprägt. Eine unübersehbare Projektionsfläche dieses nie geradlinigen Dialogs ist die Yenidze in Dresden. Der gewiefte Fabrikant Hugo Zietz beauftragte 1907 den Architekten Martin Hammitzsch (1878-1945) mit dem Bau einer Tabakfabrik, die einem orientalischen Palast in Ägypten nachempfunden ist. Der eigentliche Mehrwert der orientalistischen Erscheinung des Gebäudes war jedoch deren Werbewirkung. Durch die ungewöhnliche Architektur und die beleuchtete Kuppel war die Yenidze Tag und Nacht überdeutlich wahrnehmbar. Beim Anblick ruft sie bis heute Assoziationen und Imaginationen hervor, die den westlichen Blick auf die „Anderswelt Orient“ bis heute prägen: Islam, Exotik, Wüsten und Palmen, Genuss, Luxus, Erotik und unbekannte Welten weit im Osten verborgen. Das Künstlerinnenkollektiv ‚Abteilung für liegengebliebene Angelegenheiten‘ greift die ehemalige Leuchtschrift auf dem Dach des Gebäudes auf. Mit ihrer Installation am Fluchttreppenhaus des Landhauses eröffnet sie einen Assoziationsraum um die heutige Deutung des Schriftzuges und setzt sich mit den eigenen Bildern des sogenannten Orients auseinander.“

Yenidze am Abend beleuchtet Dresden. Quelle: Wikimedia, CC BY-SA 4.0, Foto: René Venus

Die architektonische Sehenswürdigkeit Yenidze an der Weißeritzstraße in der Friedrichstadt ist in Zeiten wie diesen, in denen Christen, Sozen und Sozialisten sowie Oliv- und Kleinbürgergrüne samt Besserverdienende Absperrungen und Ausgangssperren ausrufen, diese überwachen und Deutsche, die sich nicht anpassen, bestrafen, für viele ein Besuchertraum. Doch die Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik sollte man gesehen haben, zumindest wenn man ein paar Tage in der Stadt an der Elbe ist. Der Bau ist vor allem Hugo Zeitz, der auch Hoflieferant seiner Majestät des Königs von Sachsen war, zu verdanken.

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