Feste Blicke zum Fest. P. Fredo, der Fotograf vom Rio Grande, schaut zum SEEFF auf Südosteuropäer in Berlin

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In der Ausstellung P. Fredos zum SEEFF. Eine Frau aus Rumänien blickt so ausdrucksstark in die Kamera, dass man nicht weggucken kann. Schaut Kosslick zu? © 2017, Foto: Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Bei so einem Filmfestival gibt es Gesprächsbedarf. Regisseure und Kameraleute aus ganz Südosteuropa und Kleinasien sind angereist. Kaum einer der 15+1 Filme des Filmfests SEEFF wird ohne Cast- oder Crewmitglied gezeigt. Auch der Siegerfilm des vergangenen Jahres nur in Gegenwart der Drehbuchautorin und Regisseurin Snjezana Tribuson. Unosteuropäisch anmutend starten die (nächsten) Filme aber pünktlich.

Diskussionen mit Filmschaffenden im ovalen Saal

Wenn die Diskussionen und Q&As – Frage und Antwort, die Sprache des Festivals ist englisch – länger dauern, gehen Zuschauer, Veranstalter und VIPs einträchtig in den 1. Stock des Kinos Babylon-Mitte am Rosa-Luxemburg-Platz in den Ovalen Saal.
Bei einer dieser Gelegenheiten entdeckt man die Photoausstellung „FACES BEHIND THE TRACES“ (Gesichter hinter den Spuren) – „Gesichter Berlins aus Südosteuropa“. Von einem Film zum nächsten hetzend, da sich an den letzten beiden Festivaltagen viele Streifen überschneiden, zwischendurch für das leibliche Wohl sorgend der Versuch, den Besuch der Ausstellung auf später zu verschieben.

Doch – Ach! – sie hängt schon seit dem 13. Mai und endet mit dem SEEF-Festival am 28. desselben Monats. Seit dem 13. Mai? Und wer hat eigentlich die starken Photos gemacht?
Pedro … kein osteuropäischer Name … Fredo? Ist der Zungenbrecher aus Südwesteuropa? Nein, wieder eine Überraschung. Er ist weder Spanier noch Portugiese, spricht aber portugiesisch, da er 1963 in Rio Grande do Sul – hier ist der Süden! – in… Brasilien geboren wurde.

Ein Brasilianer in Berlin

Er studierte Lithographie, Zeichnung und Malerei in Porto Alegre. Seit etwa 1983 ausgedehnte Europaaufenthalte. Madrid, ja, die iberischen Sprachen nutzend; Roma, denn die Kunst macht vor der Ewigen Stadt nicht halt. Rechtzeitig zu Wende und Mauerfall 1989 in Berlin. Nun Architektur- und Innenarchitekturphotographie sowie – en passant – Reise, Landschaft und: Porträt.

Photos statt Film – oder beides

Wer bei dem schönen Wetter des langen Wochenendes nach Himmelfahrt keine Filme gucken will, schaue Photographien an – es lohnt sich. Es sind auch nur 14 Gesichter und ein paar weitere Bilder auf der Galerie des Foyers im historischen Gebäude unweit des Alex(anderplatzes).

Photoausstellung „FACES BEHIND THE TRACES“ (Gesichter hinter den Spuren) – „Gesichter Berlins aus Südosteuropa“. 13.-28. Mai 2017. (In Schwarzweiß).
Kino Babylon-Mitte. Rosa-Luxemburg-Straße 30. Berlin

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