Forum: „Die Tomorrow“ und „Djamilia“ als Berlinale-Wiederholungen im Arsenal-Kino

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Das 48. Forum der Berlinale im Kino Arsenal in Berlin.
Im Arsenal-Kino Potsdamer Straße 2 im Filmhaus vom 26.2.-28.2.2018. © 2018, Foto/BU: Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Vom 26. bis 28. Februar – ab heute – werden 6 Filme aus dem Forum der Berlinale wiederholt. Am Montag um 19.30 Uhr “Die Tomorrow“ von Nawapol Thamrongrattanarit. 21 Uhr „Djamilia“ (englisch Jamila, auf deutsch Dschamila) nach dem Roman von Tschingis Aitmatow.

Tschingis Aitmatow, andere Schreibweisen Cingiz Ajtmatov, Dschingis Aitmatow oder Aitmatov) hat ein großes literarisches Werk vorgelegt.

Djamilia ist Jamila ist Dschamilja

Sein wohl berühmtes Werk erschien 1962 auch auf deutsch im Insel-Verlag. Es wurde dann noch berühmter, da Louis Aragon ein Vorwort verfasste, das unter dem Titel „Die schönste Liebesgeschichte der Welt“ bekannt wurde. Dieses Zitat stand bei anderen Ausgaben auch hinten auf dem Buchdeckel.
Aragon war „wertvoll“ genug, um der Aussage Kraft zu verleihen. Zwar kannten ihn viele nicht oder nicht genau, hatten aber immerhin von ihm gehört oder trauten sich nicht, zuzugeben, dass sie ihn nicht kannten. Als Franzose stand Aragon auch nicht im Verdacht, speziell kirgische, sowjetische oder russische Literatur bevorzugen zu wollen. Sein Urteil galt also als neutral.

Djamilia über Dschamilja – Tschingis Aitmatows bekanntestes Buch

Dschamilja erschien auf deutsch sowohl in der DDR als auch in der BRD und in der Schweiz. Es gab verschiedene Ausgaben und viele Auflagen. Der Insel-Verlag brachte 1990 für ältere Leser und Fehlsichtige auch eine Großdruckausgabe heraus. Auch dieses Taschenbuch wurde bereits in den 90er Jahren in mehreren Ausgaben gedruckt.

Verschiedene, um nicht zu sagen unzählige Illustratoren gaben der fiktiven Figur „Dschamilja“ auch ein Gesicht. In der Großdruckausgabe als Insel-Taschenbuch (it) war es Hans G. Schellenberger mit seinen Schwarzweißzeichnungen.

Nicht so gestochen scharf, aber dafür bunter läuft eine kirgisische Frau durchs Bild. Es ist die idealtypische Dschamilia bzw. Dschamilja, deren Verhalten von einigen Frauen diskutiert wird.

Der ganze Film hat das Grobkörnige eines Super-8-Films. Das kommt der Idealisierung der Figur Dschamilja entgegen. Aber auch die interviewten Mittelasiatinnen sind nicht scharf im Bild. Vielleicht sollen sie so auch für viele andere, möglicherweise ähnliche Meinungen stehen.

Während sie schweigend in die Kamera blicken, läuft die Tonspur mit ihrer Meinung über Dschamilja, der Bewertung ihres Verhaltens und der Einordnung ins heute.
Freie Wahl des Ehepartners, Weggehen von Zuhause und die Freiheit einen Beruf auszuüben sind Themen, die in Mittelasien und weiter südlich immer noch aktuell sind. Die Sowjetunion relativierte den Einfluss des Islams auf den Alltag. Michail Gorbatschow veränderte die UdSSR. Zarte Pflanzen sprossen. Die Perestroika bedeutete Umbau, Glasnost Offenheit, Transparenz. Doch letztlich führte der Unabhängigkeitswillen einzelner Völker, vor allem des Baltikums und der Machthunger anderer, die Morgenluft witterten, zum Zerfall des großen Vielvölkerstaates.

Je nach Staat und Regierung konnte die Religion wieder eine stärkere Rolle übernehmen. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft wurde in die Vergangenheit zurückgedreht.

Arsenal-Kino im Filmhaus, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin-Mitte (Tiergarten), Untergeschoss;
Eintritt.
Bhf. und S- + U-Bahnhof Potsdamer Platz, BVG-BUS M41, M48, M85, 200

Montag, den 26.2.2018, 19.30 (Die Tomorrow) und 21 Uhr (Djamilia)

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