Kälte in Kosmos und Arktis – „The Midnight Sky“, ein Science-Fiction-Endzeitfilm von und mit George Clooney

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Szene mit Caoilinn Springall und George Clooney in "The Midnight Sky" © Copyrigth Philippe Antonello, Netflix

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wer wissen will, wo sich George Clooney in letzter Zeit so rumtrieb, der sollte sich den Kinofilm „The Midnight Sky“ anschauen. Sicherlich wird der Schauspieler, Produzent und Regisseur vor seinem Science-Fiction-Film das Buch „Good Morning, Midnight“ von Lily Brooks-Dalton durchgelesen haben, wo auch immer, denn darauf basiert das Endzeit-Abenteuer in der Kälte auf dem Planeten Erde und im kühlen Kosmos.

In dem Science-Fiction-Endzeitfilm wird die Apokalypse im Wesentlichen nicht thematisiert. Das Postapokalyptischer ist nur der Hintergrund einer Intimschnulze zwischen Augustine Lofthouse (gespielt von George Clooney) und seinem Über-Ich beziehungsweise seiner Tochter, die als Kind namens Iris (gespielt von Caoilinn Springall) und Frau mit Vornamen Sully (gespielt von Felicity Jones) im Film vorkommt.

Lohfthouse hat in gewisser Weise einen Dachschaden und ist nicht allein im Oberstübchen-Haus, einer Schlecht-Wetterstation in der Arktis, obwohl er als einzige vor drei Wochen zurückgelassen wurde. Der Rest versuchte sich vor der globalen Katastrophe in Bunker zurückzuziehen, gibt aber kein Lebenszeichen, zumindest nicht an ihn und ins Weltall, auch Kosmos genannt. Lofthouse spielt Schach mit und gegen sich selbst, sorgt sich um seine Blutwäsche und kotzt in steter Regelmäßigkeit ins Klo. Wenn das und er, der letzte Mohikaner auf der Erde, nicht krank ist, was und wer dann?

Eines Tages findet er ein Kind in der Küche, das nicht spricht, aber seine Nähe sucht. Und dann findet Lofthouse auch noch das letzte bemannte Raumschiff: die Aether. Wie selten witzig, oder?!

Szene mit Felicity Jones als Sully im Film „The Midnight Sky“ (2020). © Copyrigth Philippe Antonello, Netflix

Nun will er die Besatzung vor einer Rückkehr zur Erde warnen und nimmt die Kleine mit in die arktische Kälte. Auf einem Motorschlitten wollen sie von der Wetterstation zum Observatorium „Lake Hazen“ fahren, wo er hofft, die Kosmonauten mit Hilfe einer stärkeren Funkantenne erreichen zu können. Mit ihm Gepäck: ein tragbares Dialysegerät.

Sowohl die Besatzung des Motorschlittens als auch die des Raumschiffes müssen nun Abenteuer überstehen. So viel Action muss in einem Kammerspiel sein, oder?!

Und irgendwann erzählt Kosmonautin Sully, dass sie eigentlich Iris heißen würde, woraufhin die Iris an Lofthouse seine sich auflöst wie die Spirits einer parapsychologischen Versuchanordnung. Alles nur Einbildung, oder?! Offensichtlich hat Lofthouse die Gravitation verloren so wie im Film „Gravity“. Dafür hat der Film an Schwere gewonnen. Die Filmaufnahmen, Martin Ruhe war der Kameramann, tragen dazu bei. Gedreht wurde auf Island und auf La Palma, Kanaraen, unter zwaro auf den Sternwarten am Roque de los Muchachos, und im Bosque de Los Tilos, einem Lorbeerwald in der Gemeinde San Andrés y Sauces. Alle Orte sehenswert wie der Film!

Filmographische Angaben

  • Originaltitel: The Midnight Sky
  • Staat: VSA
  • Jahr: 2020
  • Originalsprache: Englisch
  • Regie: George Clooney
  • Drehbuch: Mark L. Smith
  • Kamera: Martin Ruhe
  • Musik: Alexandre Desplat
  • Schnitt: Stephen Mirrione
  • Darsteller: George Clooney (Augustine Lofthouse), Felicity Jones (Sully), David Oyelowo (Flugkommandant Adewole), Tiffany Boone (Flugingenieurin Maya), Caoilinn Springall (Iris), Kyle Chandler (Pilot Mitchell), Demián Bichir (Aerodynamiker Sanchez) u.a.
  • Produzenten: George Clooney, Bard Dorros, Grant Heslov und Keith Redmon
  • Länge: 117 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 12

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