„Pia Zanetti. Fotografin“ – Ein Bilderbuch mit Beiträgen von Nadine Olonetzky und Peter Pfrunder

Ein Blick ins Buch "Pia Zanetti. Fotografin" (Berlin, 21.1.2021). © Münzenberg Medien, Foto: Stefan Pribnow

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Hingucker, echte Hingucker sind die Fotografien von Pia Zanetti. Die Fotografin Zanetti, geboren 1943, „arbeitete nach ihrer Lehre als Fotografin in Basel ab 1963 für die wichtigsten in- und ausländischen“ Medien und Organisationen, heißt es mehr oder weniger in einer Pressemitteilung des Verlages Scheidegger Spiess aus der Schweizer Eidgenossenschaft.

„Hartnäckig“ solle sich Zanetti „in einer Domäne“ behauptet haben, „die lange Zeit von Männern dominiert wurde. Sie bereiste zunächst Europa, später die ganze Welt. Dabei galt ihr Interesse stets den Menschen und sie fing das Treiben auf der Strasse, bei der Arbeit oder in der Freizeit mit ihrer Kamera ein. Einfühlsam, kritisch und präzis hielt sie kleine und grosse Dramen fest – in einem Alltag, der immer auch von der Politik mitgeprägt war.“

Die in diesem Bilderbuch, auch Bildband genannten, abgebildeten Fotografien sind vor allem – auch wenn`s abgedroschen klingen man – authentisch. Glanzloser Fotojournalismus in einer Welt der Ware und des Spektakels. Und das ist gut so in einer Zeit, in der die Masse der Lügen- und Lückenmedien mächtig gewaltig zugenommen hat. Gegeben hat es Lügen- und Lückenmedien seit es Medien gibt. Ich jedenfalls sehen mich nach Journalisten, die dorthin gehen, wo das Politische nicht inszeniert wird, sondern so ist, wie es ist. Das kann einem Journalisten gefallen oder auch nicht, aber er hat darüber nicht nur zu urteilen, sondern auch so sachlich wie möglich zu berichten. Persönlich kann er immer noch werden.

Wenn ich die Fotografien in dem Buch „Pia Zanetti. Fotografin“ anschaue, dann verstehe ich das Einfühlsame, Kritische und Präzise der kleinen und großen Dramen, die Zanetti festzuhalten gewillt und in der Lage war. Bleibt zu hoffen, dass das vielen anderen das auch so geht beim Anblick nur weniger, ausgewählter Fotos des „langjährigen und vielfältigen Schaffens“ der Fotojournalistin. Dazu der Verlag: „Aus ihrem Archiv wurden jene Aufnahmen ans Licht geholt, die mehr als Dokumente sind – einprägsame Bilder, in denen Pia Zanetti Ereignissen und Begegnungen mit Menschen ein Stück Poesie abgerungen hat. Nadine Olonetzky zeichnet Pia Zanettis Werdegang und ihr Schaffen nach, Peter Pfrunder beschäftigt sich mit ihrem charakteristischen Blick und der Wirkung ihrer Bilder. Eine Würdigung von Leben und Werk einer Fotografin, die mit der Kamera die Solidarität und den Widerstand gegen Unrecht festhielt, aber auch jene glücklichen Momente einfing, in denen Träume wahr werden.“

Bibliographische Angaben

Pia Zanetti. Fotografin, herausgegeben von Peter Pfrunder mit Jürg Trösch, mit Beiträgen von Nadine Olonetzky und Peter Pfrunder, in Zusammenarbeit mit der Fotostiftung Schweiz und Codax Publisher, 196 Seiten, 153 farbige und 200 sw Abbildungen, Klappenbroschur, Format: 24 x 34 cm, Verlag: Scheidegger & Spiess AG, Zürich, 1. Auflage, 2021, ISBN 978-3-03942-008-7, Preise: 49 SFr, 48 EUR

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