Trotz Gefährdung der Spielstätte und Fußball-WM – Barock am Main ungebrochen auf Erfolgskurs

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Barock am Main.
Barock am Main. © Maik Reuß

Frankfurt am Main, Deutschland (Kulturexpresso). Kurze Zeit sah es düster aus um das nicht nur im Frankfurter Raum beliebte Theaterfestival Barock am Main, drohte doch erneut die Spielstätte in der Höchster Porzellanmanufaktur verlustig zu gehen, nachdem man bereits wegen umfangreicher Restaurierungsarbeiten den traditionellen Spielort Bolongaropalast vorübergehend aufgeben musste.

Spielort in Gefahr

Seit nun 10 Jahren bietet das Ensemble um Michael Quast tiefsinnige Unterhaltung in hessischer Mundart, zunächst nach Vorlagen von Moliere, im Vorjahr des Engländers Ben Jonson, congenial umgedichtet von Rainer Dachselt. Dieses Team stand und steht auch dieses Jahr bereit, als bekannt wurde, dass die traditionsreiche Höchster Porzellanmanufaktur vor der Insolvenz stehe und damit auch der gerade neu erarbeitete Spielort gefährdet war. Jetzt konnten der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann und Theaterprinzipial Quast Entwarnung geben: Die Manufaktur wird – unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Zukunft – in diesem Jahr als Spielort zur Verfügung stehen. Spätestens für die Saison 2020/21 ist der Rück-Umzug in den Bolongaropalast geplant, auch wenn dort noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen sein sollten.

2018 – ein Jahr der Jubiläen

In diesem Jahr werden viele Jubiläen begangen: 50 Jahre die 68er, 100 Jahre deutsche Revolution, 200 Jahre Karl Marx. Barock am Main greift einen anderen, nicht weniger dramatischen Termin auf: 400 Jahre Ausbruch des 30jährigen Krieges.Und die literarische Vorlage ist diesmal deutsch: Ein Drama des Barockdichters Andreas Gryphius, nach einer Vorlage von Plautus, das ob der darin enthaltenen 85 Figuren als unspielbar gilt und daher von Dachselt auf das Format der „Barock-Truppe“ (mit den bewährten Kräften der Vorjahre) eingedampft werden musste und unter dem Titel „Horribilis von Huckevoll“ einen Aufschneider und Hochstapler präsentiert, der die Wirren des 30jährigen Krieges nutzen will, um seine eigene Situation zu sanieren.

Der aufschneiderische „Held“ als Archetyp

Horribilis von Huckevoll ist quasi eine theatergeschichtliche Figur, von Plautus über die Commedia del Arte (der Capitano) bis in die Neuzeit: Ein Maulheld und Hochstapler, der aber von sich selbst so überzeugt ist, dass er auch auf die Umwelt glaubwürdig wirkt. Und so kommt dieser Horribilis in das von Schweden und anderen feindlichen Mächten bedrohte Frankfurt des 30jährigen Krieges, verspricht Schutz und Abhilfe und ist doch nur darauf aus, in einen vermögenden Haushalt einzuheiraten. Madame Fischbein und Tochter fallen sofort darauf herein, doch Madame Knorz lässt sich nicht täuschen. Wird es ihr gelingen, den Maulhelden zu entlarven? Wer mehr erfahren will, muss also nach Höchst pilgern.

Die Aufführungstermine respektieren die Fußball-WM

Barock am Main fand traditionell im Juli/August statt. Die Premiere ist in diesem Jahr aber bereits am 30. Mai, weitere Termine ab 31. Mai bis 24. Juni. Damit werden risikoreiche Überschneidungen mit den Spielen der Fußball-WM vermieden, so dass kein Interessent in Gewissensnöte kommt. Eine rechtzeitige Reservierung der Karten ist daher – mangels Fußball-Konkurrenz – dringend geboten, denn schon jetzt ist die Hälfte der Karten verkauft.

Karten und Information unter www.barock.am-main.com

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