Überflüssiges Gerede oder Irgendetwas mit fair und Film

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Vorhang auf, Bühne frei. Und immer schon fair.
Vorhang auf, Bühne frei. Und immer schon fair. Quelle: Pixabay

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Seit Wochen wirft die Berlinale ihre Schatten voraus. Bald gehen die Lichter an Roten Teppichen und in Lichtspielhäusern an. Kino total. 400 Filme. Und immer dabei: das Lumpenproletariat. Hier und heute ist von Leuten die Rede, die ganz hinten, am Ende, am Arsch der Gesellschaft und in der Regel immer anstehen. Manche haben einen elenden Abstieg hinter sich, manche kamen nie hoch.

Ruinierte Kleinbürger und Proletarier, die in Leiderkleidern auf dem Filmfest lümmeln, allerlei Tagelöhner und Gagenabkassierer, Almosenempfänger und Hungerleider tummeln sich in den kommenden Tagen rund um den Marlene-Dietrich-Platz in Berlin, wo die Herzkammer der Berlinale schlägt. Manche meinen, das sei der Auspuff.

Allerlei Enddarm ist auch dabei, wie das von Crew United am 15. Februar 2018 in Berlin veranstaltete Diskussionsforum „Film but Fair – Impulse, Diskussion und Preisverleihung FairFilmAward 2018“.

Schon der Titel der Veranstaltung lässt einem kritischen Kritiker die Fußnägel kringeln. Von „but“ und „Fairness“ ist die Rede bei denen, die von Freiheit nach dem Prinzip der Gleichheit keinen Begriff zu bilden in der Lage und Willens scheinen.

Kein Wunder, dass die Crew United genannte Veranstaltung Unterstützung von „der Pensionskasse Rundfunk und dem Medienboards Berlin-Brandenburg sowie „über 30 Branchenverbänden und Verdi“ fand. Letztere Veranstaltungen sind nämlich Teil des Problems und nicht der Lösung.

Wer nichts besseres zu erledigen hat als sich selbst, der lasse sich einladen, um Erzählungen über die „Kreativbranche“ im Allgemeinen, „Leuchtturmbeispiele“ im Besonderen sowie „der Prekarisierung von Film- und Fernsehschaffenden“ par excellence zu lauschen und der Verleihung des Fair-Film-Awards zu folgen. Vielleicht gibt es anschließend wenigstens Speis und Trank für lau. Mehr als eine Suppenküche ist für viele der Belogenen und Betrogenen die Berlinale nicht. Ihnen geschieht wie geschehen: sie werden abgespeist.

Fürs Palaver am 15. Februar 2018 von 16.30 bis 19 Uhr im Kesselhaus der Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, das „per Livestream“ auf www.out-takes.de und www.facebook.com/crewunited übertragen werden soll, wurden nachstehende Personen als „bestätigte Gäste“ per Pressemitteilung vom 8.2.2018 durch eine PR-Agentur wie folgt verkündet: Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer MFG Baden-Württemberg, Jutta Brückner, Regisseurin und Autorin, Fabian Eder, Vorstandsvorsitzender des Dachverbands der österreichischen Filmschaffenden und der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden VdFS GenmbH, Lisa Jopt, Schauspielerin und Vorsitzende des ensemble-netzwerks e.V., Alexander Thies, Vorsitzender des Gesamtvorstands der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V., Frank Werneke, Stellvertretender Bundesvorsitzender der ver.di und Magdalena Ziomek-Frackowiak, Geschäftsführung und Vorstand SMartDe eG. Moderiert werde das Palaver von Lisa Basten (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Autorin von „Wir Kreative!“) und Rüdiger Suchsland (Filmkritiker, Regisseur und Cultural Activist).

Ist das noch Enddarm oder schon Ausscheidung?

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