Veggieworld mit Kochshows und -büchern, Vorträgen, veganen Produkten

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Ein Kochbuchautor auf der Veggieworld: Niko Rittenau am 7. März um 15.15 Uhr: "Veganes Kischee ade - die Kochshow".. © Copyright 2020 BU/ Photo: Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Veggieworld Berlin findet statt an diesem Samstag und Sonntag, den 7. und 8. März 2020 in der Station Berlin. Dass eine Messe stattfindet, ist dieser Tage nicht selbstverständlich. Die Angst geht um. 250 Messen in Deutschland sind bereits abgesagt worden, darunter die Immobilienmesse in München, die Didactica in Stuttgart, die Internorga in Hamburg („verschoben“) und nicht zuletzt die größte Reisemesse der Welt, die Internationale Tourismusbörse ITB. Die ITB hätte seit Mittwoch stattgefunden und dann gleichzeitig mit der Veggieworld am Gleisdreieck.

In der Tat gab es wegen Gesundheitsvorsorge Entscheidungen auch im Zusammenhang mit dieser Messe. Etwa 130 Aussteller hätten teilnehmen sollen. Es gab zwei normale Absagen. Diese Anzahl ist üblich, da immer etwas dazwischenkommen kann und -kommt. Aber es gab auch weitere Absagen wegen der Virusangst. Italienische Aussteller cancelten ihr Kommen (d.i., sagten ab). In einem Unternehmen entschied die Leitung über die Absage. Das Stand-Team war gesund, aber die Reise wurde abgesagt. Schade für die Messeleitung, aber verständlich.

Unverständlicher die Reaktionen mancher Einheimischen auf die Anwesenheit von Asiaten. So sagten in Berlin ansässige Chinesen ihre Teilnahme ab, da sie Ablehnung befürchteten. Vermutlich nicht zu Unrecht. Doch ist der Abstand zu chinesischen Berlinern, die in diesem Jahr 2020 die Bundesrepublik Deutschland noch gar nicht verlassen haben, unbegründet um nicht zu sagen: Blödsinn. Schade, dass so ein Verhalten der Wirtschaft schadet.

So startete die Messe Veggieworld am Samstag mit ca. 120 Ausstellern, fast ein Dutzend weniger als geplant. Vielleicht gab es auch ein paar Besucher weniger, das aber bleibt eine Vermutung.

Umso mehr interessierten die Stände auf der trotzdem gut besuchten Aufstellung. Hafermilch statt Kuhmilch und Tee in Joghurt-Pfandgläsern gibt es am Stand in der hintersten Reihe. Matetee und fertige Teegetränke: nicht nur bei der Produktion wird auf soziale und ökologische Aspekte geachtet.

Vegane Produkte auf der Veggieworld

Auch bei Nu+cao geht es nicht nur um süße Riegel („Schokolade anders gedacht“). Herausgestellt werden andere Eigenschaften, zwei davon beziehen sich nicht auf den Inhalt, der 65 Prozent weniger Zucker enthält. Erstens die plastikfreie Verpackung aus heimkompostierbarer Zellulose-Folie und zweitens, dass für jeden gekauften nucao-Riegel ein Baum gepflanzt wird. So ähnlich wie bei der Suchmaschine Ecosia.org bei jedem Klick eine Pflanzung erfolgt. Neu sind bei Nucao „weiße“ Riegel mit Erdmandel, zum Beispiel die Sorte „Crunchy Nougat“.

Tempeh gibt es gleich an zwei Stellen. Carrie Svingen aus einem Berliner Unternehmen präsentiert 7 Sorten aus unterschiedlichen Hülsenfrüchten. Sie werden nicht pasteurisiert. Nur eine Sorte ist mit Soja, andere sind mit Erbsen etc. Die Chefin spricht muttersprachlich englisch und freut sich darüber, dass Tempeh, „das beste Superfood“, gleich von noch zwei Unternehmen im Berliner Raum hergestellt wird, eines davon ist in Brandenburg.

Andrea Nagel aus Hamburg schreibt Rezepte für Tofu (z.B. Nigari-Tofu geräuchert), Seitan und Tempeh und verkauft auch die Lebensmittel. Der Slogan: Nagel – „natürlich vegan“. Wie das schmeckt, kann man am Stand durch Probieren erfahren.

Alles in allem eine Veranstaltung für viele, mit einer Ecke für Startups und einer für Präsentationen. Ein Kochbuchautor (siehe Photo) ist auch am Sonntag nochmal mit Tips am Start bei der Veggieworld.

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