Eine an den Haaren herbeigezogene Geschichte, gekleistert mit Klischees – Zum Film „Siberia – Tödliche Nähe“

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Szene mit Ana Ularu, Keanu Reeves in dem Film "Siberia - Tödliche Nähe". © Copyright DeaPlaneta

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Oft empfiehlt es sich, die Distanz einzunehmen, bei der die größte Durchschlagskraft im Ziel besteht. Nähe kann tödlich enden.

Irgendwie nehmen diese Nähe alle am Film „Siberia – Tödliche Nähe“ beteiligten ein. Vom Regisseur bis zu Keanu Reeves, der als Lukas Hill gewohnt kühl und körperbetont verletzlich bis knallhart durch die Geschichte zieht wie das Motiv Rache durch die John-Wick-Reihe mit Reeves.

Als Hund mimt Katya (Ana Ularu), die am Ende im Nirgendwo von Sibieren überlebt, während Hill nach einer Schießerei rund um eine Holzhütte mitten in einem Wald voller Birken mit einer Übermacht am letzten Gangster als Gegner endet. Hill ist also totzukrieg und stirbt schneller als
John McClane in Die Hard.

Zuvor handelt er mit Diamanten, die er nicht hat, und wandert mit einem hellbraunen Herbstmantel statt mit einem schwarzen „Matrix“-Mantel durch den Schnee, die Kälte und Weite Sibiriens. Dort wird der Film so fade, dass selbst eine Bärenjagd mit Katyas Brüdern nur zu einem netter Nebenkriegsschauplatz reicht in einer langatmigen, langweiligen und launischen Erzählung, bei der selbst die Erotik oder das, was Amis darunter verstehen, nur graue Schatten in einen schalen Streifen wirft.

Wer das albern findet, der liegt richtig, wie Hill nach nur einer Nacht im Bett seines Katya gerufenen Hundes (siehe oben), der ihm treu folgt, sogar nach Sankt Petersburg, wo der Rubel rollte und beim bösen Boris Fellatio fällig wird.

Schnell wird dem Hündchen Katya klar, dass Hill ein Haufen Scheiße, ein Händler, ein Schmuggler, ein Ganove, ein Tunichtgut und so weiter und so fort ist und bald am Boden, am Ende in der Erde Sibiriens.

Die Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen und ihr Gerüst mit Klischees gekleistert.

Filmografische Angaben

  • Deutscher Titel: Siberia – Tödliche Nähe
  • Land: VSA
  • Jahr: 2018
  • Regie: Matthew Ross
  • Drehbuch: Scott B. Smith
  • Buch: Scott B. Smith nach einer Idee von Stephen Hamel
  • Kamera: Eric Koretz
  • Schnitt: Louise Ford
  • Darsteller: Keanu Reeves, Ana Ularu, Veronica Ferres, Molly Ringwald, Pasha D. Lychnikoff, Dimitri Chepowetski, James Gracie
  • Laufzeit: 105 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 16
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