Das Beste an Italien ist vielleicht das Kino. Das Italienische Filmfestival Berlin lebt! Vollposten Checco Zalone und seine Stimme Bastian Pastewka zu Gast bei den Previews

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Foto: Andreas Hagemoser

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Man hatte sich langsam schon gefragt: Wo bleibt das Tuscia-Filmfest? Alba Rohrwacher war dafür nach Berlin gekommen und viele Regisseure, darunter wohl auch ihre jüngere Schwester Alice mit dem „Land der Wunder“ (Le meraviglie) von 2014, das im Jahr der Fußballweltmeisterschaft nicht auf Brasilien, eher noch auf Deutschland Bezug nahm. Überhaupt hatten sich viele Berührungspunkte und Felder der Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik manifestiert.

Im 2. Jahr hatte sich das Filmfest in „Italian film festival Berlin“ umbenannt – mit einem glücklichen Händchen bei der Namenswahl und einem weniger glücklichen bei der Auswahl der Sprache. Immerhin gehören deutsch und italienisch auch nach dem Ende des Kolonialismus zu den Welt- und Kultursprachen. Weder Bach noch Verdi ohne Adagio und Piano, kein Kontinent ohne Kindergarten und Glockenspiel. Aller guten Dinge sind drei: Man hat es für das Berliner Fest gewagt, einen deutschen Namen zu verwenden. Das ist mehr, als man von manchen deutschen Kulturschaffenden (und -verwaltern) erwarten kann, nachdem kürzlich das Humboldtforum in einer Pressemitteilung noch vor der Eröffnung einfach mal die Regeln der deutschen Sprache gebrochen hat und der Presse vorschreiben wollte, wie der Name des Forums zu schreiben sei. Nämlich regelwidrig.

Sprachverfall ist Kulturverfall. Im September und Oktober wird die Kultur dagegen stark belebt und bereichert:
Vom 6. – 9. Oktober 2016 bietet das Italienische Filmfestival Berlin den Cineasten zum dritten Mal das Beste aus der zeitgenössischen Filmproduktion Italiens. An vier Tagen bekommen die Festivalkinobesucher Gelegenheit, ein abwechslungsreiches Programm aus Filmvorführungen und Begleitveranstaltungen zu erleben. Doch der Reihe nach.

Filmvorschauen vor dem Start

Schon im September meldet sich das Italienische Filmfestival Berlin mit einer Deutschlandpremiere an: „Der Vollposten“ von Gennaro Nunziante. Das ist nicht irgendeine Deutschlandpremiere, sondern die Erstvorführung des zuhause erfolgreichsten italienischen Films auf deutschem Boden! 10 Millionen Italiener gingen ins Kino.
Das ist umso bemerkenswerter, als es nur 60 Millionen gibt. In der Bundesrepublik leben dagegen locker über 80 Millionen Menschen. Eine zweistellige Kinozuschauerzahl am Mittelmeer ist nicht nur sensationell, sondern entspräche auch fast 14 Millionen Zuschauern in Deutschland.
Zu dem Event, das in Zusammenarbeit mit dem Weltkino Filmverleih ausgerichtet wird, werden Hauptdarsteller und Starkomiker Checco Zalone, Bastian Pastewka, Synchronstimme von Checco Zalone, und Regisseur Gennaro Nunziante anwesend sein. „Der Vollposten“ („Quo vado?“) avancierte in Italien mit mehr als zehn Millionen Kinozuschauern zum erfolgreichsten einheimischen Film aller Zeiten.
Ebenfalls im September präsentiert das Festival anlässlich der Deutschlandpremiere in einem Filmmarathon vier große Kinofilme des Traumgespanns Gennaro Nunziante und Checco Zalone.

Festivaleröffnung und Retrospektive

Das Italienische Filmfestival Berlin ehrt Paolo Virzì, einen der angesehensten Regisseure des italienischen Kinos. Der von Publikum und Filmkritikern gleichermaßen geschätzte Filmemacher zählt zu einem der wichtigsten Vertreter der modernen italienischen Komödie.
Paolo Virzì wird zur feierlichen Eröffnung des Festivals mit seinem Film „Ovosodo“ zu Gast sein. Das Festival widmet ihm zudem die diesjährige Retrospektive. Die Filme dieser Reihe werden im Oktober und November in verschiedenen Kinos in Berlin gezeigt.

Termine:

„Der Vollposten“ (Originaltitel: Quo Vado?)
Deutschlandpremiere in Zusammenarbeit mit dem Filmverleih Weltkino mit erstklassigen Gästen: Hauptdarsteller Checco Zalone, Gennaro Nunziante und der deutsche Sprecher, der große Komiker Bastian Pastewka, der vor Beginn des Filmes auch auf der Leinwand zu sehen ist und erklärt, dass der Filmtitel im Gegensatz zum ‚Vollpfosten‘ kein „f“ enthält. Anders gesagt: Der volle Posten enthält drei „f“ weniger als Rühmanns „Hans Pfeiffer“.
Am 16. September 2016, 20 Uhr, Delphi-Filmpalast, Kantstraße 12a, Berlin-Charlottenburg

„Cado dalle nubi“ + „Che bella giornata“ + „Sole a catinelle“ + „Quo Vado?“ (alle italienisch mit englischen Untertiteln)
Zu Gast: Checco Zalone und Gennaro Nunziante; 18. September 2016, Babylon-Mitte

Festivaleröffnung am 6. Oktober 2016,
Vorführung von „Ovosodo“ (italienisch mit englischen Untertiteln)
Im Babylon-Mitte zu Gast: Paolo Virzì

Das Italienische Filmfestival Berlin dauert vom 6. bis 9. Oktober 2016, Spielort ist das Kino Babylon-Mitte am Rosa-Luxemburg-Platz im Schatten des Fernsehturms am Alexanderplatz. Das Kino weist drei Säle auf, einen repäsentativen großen und zwei übereinandergestapelte kleine mit einem Extraeingang an der Hirtenstraße Nähe Kleine Alexanderstraße. Das Gebäude mit den runden Ecken wurde 1928/29 von Hans Poelzig errichtet.
Das Italienische Filmfestival Berlin präsentiert eine Sahneauswahl von Streifen der Kinosaison zwischen Adria, Tyrrhenischem und und Ionischem Meer: Vier Tage lang lauter Filmvorführungen sowie Begegnungen mit Regisseuren, Schauspielern und Drehbuchautoren, die nach Berlin kommen, um ihre Filme zu zeigen und dem Publikum zu begegnen.
Darüber hinaus organisiert das Festival jedes Jahr eine Retrospektive.
Der Eröffnungsabend steht im Zeichen einer bekannten Persönlichkeit des italienischen Kinos.
Das Filmfestival wird in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut ausgerichtet. Ziel ist es, das italienische Filmschaffen ins Bewusstsein zu bringen und eine Brücke zwischen Deutschland und Italien zu schlagen.
Das vollständige Programm wird voraussichtlich ab Mitte September veröffentlicht.
http://www.italianfilmfestivalberlin.com/

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