Gesehen und für gut befunden: Der Film „’71 – Hinter feindlichen Linien“

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Jack O'Connel in "'71 - Hinter feindlichen Linien". © Ad Vitam

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). 2014 debütierte der Brit-Regisseurs Yann Demange mit einem 100-Minuten-Film, dessen Geschichte 1971 vor allem in Belfast spielt und von Gregory Burke geschrieben wurde. Aus Sicht des braven UK-Soldaten Gerry Hook, der Hauptfigur des Spielfilms, werden hauptsächlich die Ereignisse und Verhältnisse eines Tages in der nordirischen Hauptstadt der neun Grafschaften umfassenden irischen Provinz Ulster, die zum Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland (UK) gehört, dargestellt.

Ulster ist 1971 immer noch nicht mit der Republik Irland vereint, dafür sorgen vor allem seit ihrer Gründung 1966 die Ulster Volunteer Force, die auf rund 400 politische Morde seit ihrer Gründung bis 2003 kommen, und die Brit-Soldaten, die ungezählte Iren auf dem Gewissen haben.

Hook, muss als Rekrut der Britischen Armee von Derbyshire, wo er wohnt und sein jüngerer Bruder in einem Heim lebt. Gleich bei seinem ersten Einsatz gerät er zwischen und hinter die Linien „freundlicher“ Protestanten und „feindlicher“ Katholiken. Hook wird mit seinem Kameraden Thommo von der Truppe, die sich nach einem missglückten Einsatz, bei dem UK-Polizisten gegen vermeintliche katholische Terroristen brutal vorgehen, getrennt. Thommo wird von einer Gruppe der IRA ermordet. Hook kann fliehen und versteckt sich in einem Aussenklo, dass er nach Einbruch der Dunkelheit verlässt. Um nicht als Soldat erkannt zu werden, klaut er Wäsche von der Leine, zieht sich um und von dannen.

IRA-Mitglieder suchen nach Gary Hook, der beim Umherirren durch Belfast den jungen Protestanten Billy trifft, der gegen Katholiken hetzt wie ein Großer. Doch mit Billy kommt Gary nicht in die Kaserne, sondern vom Regen in die Traufe. Die Nacht wird schlimmer als der Tag und bevor die Sonne wieder aufgeht, sind in Belfast ’71 noch mehr Menschen tot.

Der spannende, thrillige, sozial- und gesellschaftskritische Film mit dem Originaltitel „’71“ und dem deutschen Titel „’71: Hinter feindlichen Linien“ wurde am 7. Februar 2014 im Rahmen des Wettbewerbs der 64. Berlinale uraufgeführt, fand aber nur bei der Ökumenischen Jury Erwähnung. Dabei wäre nicht nur die bewegende Geschichte über bürgerkriegsähnliche Zustände in Belfast, Lug und Betrug in der Kleinbürgerlichkeit Nordirlands und der Brit-Kasernen sondern auch die bewegte Kamera von Kameramann Anthony „Tat“ Radcliffe, die hautnah dran ist und im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Hauptdarsteller mitläuft, intensiv Mimik, Gestik und Geschehen einfängt, Worte der Anerkennung wert. Echt authentisch, echt spannend.

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