Das erste Holzhochhaus in Wien wird gebaut.

Nach Hoho Wien auch in Berlin? – Hoch hinaus mit Holz

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Dass Häuser aus Holz bis zu einer Höhe von 150 Metern möglich sind und zudem ein Drittel weniger wiegen als vergleichbare Stahlbeton-Türme, das wiegt als Argument schwer. Angesichts des Baugrunds am Berliner Alexanderplatz wiegt das besonders schwer. Doch was ist, wenn`s brennt? Richtig, Holz hält noch besser dem Feuer stand als Stahl, der schon bei geringen Temperaturen nachgibt, anders als der Rohstoff, der als nachhaltig gilt, weil er nachwächst.

Soll doch der US-amerikanische Immobilienmilliardär Gerald Hines am Alex ein Haus aus Holz bauen, von mir aus hoch hinaus, denn Holz ist schon lange nichts mehr für Landeier. Darauf weist auch Judith Lembke in ihrem Beitrag „Architekten bauen Holzhochhäuser“ in der „FAZ“ (4.3.2016) hin. „Seit Herbst 2014 entsteht im norwegischen Bergen mit „Treet“ ein 50 Meter hoher Holzbau. In Stockholm sollen bald 13 Stockwerke von einer Holzkonstruktion getragen werden, und der kanadische Architekt Michael Green plant, in Vancouver sogar 30 Stockwerke mit verleimten Schichtholzbrettern zu bauen… Auch im australischen Melbourne, in Mailand und vor allem in London sind hölzerne Hochhausprojekte entstanden oder in Planung.“

Warum also nicht 150 Meter Holzhochhaus (Hoho) in Berlin wie das Hoho in Wien? Das gilt laut „Wikipedia“ als „weltweit erstes 84 Meter hohe 24-stöckige Holzhochhaus“. „Der äußere Holzanteil wird ab dem Erdgeschoss bei 75 Prozent liegen, in den Innenräumen bestehen die Decken und Wände aus naturbelassenem Fichtenholz.“ Das klingt nicht nur gut, das sieht obendrein auch gut aus.

Mehr zum Thema im Felleshus in Berlin, wo die nordischen Botschaften sitzen. Dort findet ein Seminar mit dem Titel „Wood in Construction“ im Rahmen der Ausstellung „Nordic Urban Spaces“, die seit dem 6. Juli 2018 und noch bis zum 28. September 2018 läuft, statt, das sich mit dem Holzbau aus der Perspektive von Industrie und Nachhaltigkeit befasst. Der Schwerpunkt liege laut Veranstalter „auf den Möglichkeiten und Herausforderungen in den nordischen Ländern und in Deutschland“. Außerdem gehe es darum, was getan werden könne, „um Hindernisse für die Verwendung von Holz zu beseitigen“.

In dem Seminar soll es um Planungsprozesse, Vorschriften, technische Herausforderungen, Gesundheit, Brandschutz, Kosten, Verbraucherfragen, Lebenszyklus und anderes zum Thema Holzbau gehen. Gehen Sie also ins Felleshus.

Anmerkung:

Mehr zum Hoho Wien unter Hoho-Wien im Weltnetz.




Ein »Urknall» und der Islamistische Terror – Zur Dokumentation über den Aufstand in Mekka 1979

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am Morgen des 20. November 1979 stürmten mehrere Hundert bewaffnete Männer unter Führung von Dschuhaiman Ibn Seif al-Utaibi, einem ehemaligen Korporal der saudischen Nationalgarde, die Große Moschee in Mekka. Damit begann eine zweiwöchige Besetzung der heiligen Stätte, bei der etwa 1000 Menschen starben. Das saudi-arabische Königshaus konnte die Ordnung erst mit Hilfe der GIGN, einer Spezialeinheit der französischen Gendarmerie, wiederherstellen. Heute gilt die lange Zeit totgeschwiegene Geiselnahme von 100 000 Gläubigen vielen als Geburtsstunde des Terrorismus.

Fünf Jahre recherchierte der Filmautor Dirk van den Berg für den ARTE-Dokumentarfilm »Mekka 1979 – Urknall des Terrors?» und sprach exklusiv mit Beteiligten und Zeugen des dramatischen Ereignisses. Er erlangte Zugang zu Dokumenten und Filmmaterial, die das Zusammenspiel der historischen, politischen und religiösen Faktoren des Aufstands beleuchten.

Van den Berg kam entgegen, dass auch Oberstleutnant Abdulaziz AL-Dhari, der Sohn des damaligen Kommandierenden Generals der königlichen Armee, in seinem Privatarchiv Dokumente sammelte, darunter ein direkt nach der Niederschlagung des Aufstands aufgenommenes Interview mit dem General. Auch Al-Dhabi wartete auf eine Gelegenheit, die Vorgänge von 1979 an die Öffentlichkeit bringen zu können. Nicht weniger wichtig war, dass van den Berg endlich an ein Dokument gelangte, das ein streng gehütetes französisches Staatsgeheimnis barg, nämlich den Einsatz der Spezialeinheit GIGN, die laut Gesetz nur im Inneren Frankreichs operieren darf. Hinzu kamen Interviews mit dem langjährigen Geheimdienstchef Saudi-Arabiens, mit führenden Politikern und Geistlichen, mit französischen und US-Diplomaten, mit Mitkämpfern der Aufständischen und mit Wissenschaftlern und Journalisten.

Mit einem bloßen Terrorakt wäre die Besetzung der Großen Moschee falsch beschrieben. Es handelte sich um einen bewaffneten Aufstand, hauptsächlich getragen von Beduinen, Stämmen, die seit jeher die Okkupation der Macht durch die Dynastie der Saud und deren Anspruch, Hüter des Islam zu sein, als Unrecht ablehnten und die den Sturz des Königshauses erzwingen wollten. Ihr Ziel war nicht etwa die Errichtung einer Republik, sondern eines von »Allah» legitimierten Islamischen Staates, der auch an den Grenzen Saudi-Arabiens nicht halt machte. Geplant war nicht die Ermordung von Pilgern. Die Festsetzung von mehreren Zehntausend Geiseln war ein Trumpf, aber auch eine gewaltige Belastung. Sozial gesehen kamen die Kämpfer aus ärmeren Schichten, darunter Nomaden, die ihre Freiheit bedroht sahen. Außer dem Sturz des Königs und der Errichtung des Gottesstaates hatten sie weitere Forderungen, die im Film aber nicht erläutert werden. Die Besetzung der Moschee in Mekka, durch welche laut Film täglich 1.5 Milliarden Gläubige ziehen, wählten die Aufständischen als Symbol, weil eben der König das Zentrum des Islam und die Religion als seinen Besitz betrachtete. Dirk van den Berg rekonstruiert mittels der Aussagen der Zeitzeugen die Niederschlagung des Aufstands. Ein Hindernis daran war das im Koran vorgeschriebene Verbot, im Umfeld der Moschee Waffen zu gebrauchen. Der Rat der Geistlichen, die Ulama, genehmigte den Tabubruch. Auch der französische Präsident, Valery Gisgard d´Estaing, brach das Gesetz, indem er den Einsatz von Gendarmen und die Lieferung von Tränengas erlaubte, um die in den Kellergewölben verbarrikadierten Kämpfer ausräuchern zu können. Frankreich wurde dafür mit großen Rüstungsaufträgen reich belohnt.

Unklar bleibt, woher die Aufständischen die Mittel für Trainingslager, Waffen, Munition, Verpflegung und so weiter hatten. Fast beiläufig wird im Film erwähnt, dass sich Saudi-Arabien an der Seite der USA im Konflikt mit der islamischen Revolution im Iran befand. Die Interessenlage an einem Erfolg des Aufstands scheint klar, wird im Film jedoch ausgeblendet.

Die Folge des Aufstands war eine dem Königshaus willkommene Gelegenheit zur Restauration in Gesellschaft, Politik und Kultur. Sie wurde auch genutzt, um militante Islamisten nach Afghanistan, Pakistan und in andere Krisenherde »wegzuloben». Ein vom Autor des Films prognostizierter Reformkurs des Königreichs wird von Fakten nicht gestützt. Die Ankündigung von Kronprinz Mohammed bin Salmon im vergangenen Jahr, zu einem moderaten Islam zurückkehren zu wollen, bedeutet keinen Wandel in der aggressiven Außen- und Militärpolitik des Landes. Die Saudis leugnen die Unterstützung des islamischen Terrors. Vielleicht rechnen sie Staatsterror (zum Beispiel den Krieg im Jemen) nicht dazu. Wenn das Königshaus Hüter des Islam sein will, könnte sich seine Macht auch auf einen Islamischen Staat erstrecken.

Der Film, der nach dem »Urknall» in Mekka 1979 ja auch weitere Terrorakte suggeriert, wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.

Ist der »Urknall» wirklich ursächlich für den anhaltenden Terror, von Al Kaida, des Islamischen Staates, in Tschetschenien und so weiter? Nicht die Besiegten, sondern die Sieger hätten die Macht dazu. Besteht ein Zusammenhang mit den Attentaten vom 11. September 2001, von Barcelona, Paris, Brüssel, Nizza und so weiter?

Oder: Welche innenpolitische Machtstruktur, sprich Klassenlage der Bourgeoisie, der Geistlichkeit und anderer Schichten hatte Einfluss auf die Entstehung und die Niederschlagung des Aufstands? Wer stand loyal zum Königshaus und wer nicht? Ging es nur um Religionsfragen oder auch um ökonomische Interessen?

Wenn Terror die Qualität eines Urknalls haben kann, wo ordnet sich das Attentat von Sarajewo im Jahre 1914 ein? Am Ende profitieren die Großmächte und nicht die Attentäter an der »Basis».
Van den Berg wählt eine Form der Recherche, die die Zeugen reden lässt, ohne ihnen »auf die Hühneraugen zu treten», das heißt, ihnen unangenehme Fragen zu stellen. Dabei kommt viel Wahrheit zutage, auch ihre Denkweise, aber ist taktische Zurückhaltung nicht auch eine Art von Schere im Kopf?

Das Grundproblem ist ein anderes. Bei der Analyse des Aufstands und seiner Niederschlagung schildert van den Berg die Situation der Beduinen sowie die politischen und religiösen Gründe ihres Widerstands gegen Ideologie und Politik des Königshauses. So wird verständlich, warum sie überhaupt revoltiert haben. Bei der Erörterung des Aufstands und seiner Niederschlagung kommen jedoch überwiegend die Sieger zu Wort und nur zwei Mitkämpfer, die aber nicht die politischen Ziele des Widerstands erklären. So entsteht gewollt oder ungewollt der Eindruck, dass der Aufstand falsch und seine Niederschlagung notwendig war. Die Geschichte wird vom Standpunkt der Sieger erzählt. Man könnte sie aber auch als Tragödie der Rebellen darstellen. So wäre nach ihren Schwachpunkten und ihren Fehlern zu fragen, zum Beispiel, dass der Aufstand nicht von einer Massenbewegung, sondern von einer extremen Gruppierung mit restaurativen Vorstellungen getragen wurde. Die Aufständischen hatten keine Verbündeten in der Armee und in der Arbeiterklasse, so unterentwickelt die auch gewesen sein mag. Wie aus allen erfolglosen Revolten und Revolutionen wäre daraus zu lernen. Um die Motive der Aufständischen und die Gründe ihrer Niederlage verstehen zu können, wäre wissenswert, ob die Gefangenen vor ihrer Hinrichtung verhört wurden und ob es davon Protokolle gibt.

Absicht der Autoren war es sicherlich nicht, die Festigung der Macht der Saudis nachträglich zu legitimieren, aber die Tücke steckt eben darin, dass die Sieger im Film überzeugender auftreten als die wenigen überlebenden Regimegegner.

Dessen ungeachtet: Der Zuschauer lernt viel. Für viele waren das bisher böhmische Dörfer. Wer es sich aussuchen kann, schaue sich die Fassung der ARD am 27. August an. Sie ist um 23 Minuten länger und bietet mehr Fakten.

Mekka 1979 – Urknall des Terrors?

Dokumentarfilm von Dirk van den Berg, ARTE FRANCE / NDR, Frankreich 2018, Erstausstrahlung, auf ARTE am 21.August, 22.10 Uhr, 52 Minuten, im ERSTEN am 27. August, 22.45, 75 Minuten

Anmerkung:

Dieser Beitrag von Sigurd Schulze basiert auf einen Beitrag, der am 21.8.2018 im WELTEXPRESS erstveröffentlicht wurde.




Rieselfelder, Liegekur und Runkelrüben. Das Stadtgut Blankenfelde im Norden Berlins.

Rieselfelder, Liegekur und Runkelrüben. Das Berliner Stadtgut Blankenfelde mit Ausstellung und Spätsommerfest

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Einmal Blankenfelde und zurück. Einmal lohnt sich, besonders an einem Tag in diesem Jahr – doch dazu später mehr -, denn der historische Dorfkern von Blankenfelde, am äußersten Rande des Berliner Stadtgebietes gelegen, erinnert bis heute an das dörfliche Leben vor den Toren Berlins, bevor die Stadt sich zur Metro­pole entwickelte.

Ein Blick in die Ge­schich­te Blanken­feldes kann dank eines Kooperationsprojektes zwischen dem Museum Pankow und dem eingetragenen Verein Stadtgut Blankenfelde geworfen werden und zwar während einer Ausstellung zur Entwicklung des Dorfes Blankenfelde und seiner unmittelbaren Umgebung. Das ist auch ein Blick in die Nutzungs­geschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart mit allerlei äußerst unter­schied­licher Ereignisse, Zäsuren und Persönlichkeiten in Kriegs- und Friedenszeiten, im Kapitalismus und Sozialismus.

Ein echter Einschnitt war Ende des 19. Jahrhunderts der Erwerb des ehemaligen Rittergutes durch die Stadt Berlin als Stadtgut zur Nutzung der Flächen als Rieselfelder. Fortan rieselten Fäkalien der rasant wachsenden Residenzstadt auf die Felder um Blankenfelde. Zudem versorgten die Arbeiter des Stadtgutes Blankenfelde Berliner mit Milch, Fleisch, Obst und Gemüse, das auf ihrer Scheiße wuchs.

Das Stadtgut war jahrzehntelang auch Lungen­heil­stätte, Leicht­krankenhaus, Alten- und Flüchtlings­heim und überstand zwei Weltkriege.

Die Rote Armee beschlagnahmte das Stadtgut 1945 und betrieb es bis 1950 als »Militär­hilfs­wirt­schaft« zur Versorgung der sowjetischen Garnison in Potsdam. Bereits vor dem Kriegs­ende erreichten das Gut Flüchtlings­familien, die jenseits der Oder vertrieben worden waren. Viele fanden in Blankenfelde und der näheren Umgebung ein neues Zuhause.

In der DDR war das Gut staatseigen, insofern die Bezeichnung »Volkseigenes Gut (VEG) Blankenfelde« irreführend. Bis 1989 war Blankenfelde entsprechend der jeweiligen DDR-­Land­wirt­schafts­politik unterschiedlicher organisatorischer und produktions­spezifischer Schwer­punkt­setzun­gen ausgesetzt. Einer Spezialisierung und Technisierung standen eine wachsen­den Ineffizienz der landwirt­schaftlichen Produktion und nicht mehr zu übersehenden öko­lo­gi­schen Folgen der intensiven Verrieselung für Böden und Grundwasser gegenüber.

Viele Jahrzehnte arbeiteten Lehrlinge und Erntehelfer auf dem Gut. Eine Reihe von ihnen erzählen in der Ausstellung von den Erlebnissen auf dem Gut.

Anfang der 1990er Jahre fällt das ehemalige Gut Blankenfelde über Jahre in einen Dornröschen­schlaf und die zum Gut gehörenden Flächen Richtung Lübars erholen sich nur langsam von dem massiven Eingriff in die Landschaft durch den Mauerbau, der 28 Jahre die beiden Nachbardörfer Blankenfelde und Lübars voneinander trennten. Schließlich zog auf das Gut eine Initiative, die die denkmal­gerecht instandgesetzten Gebäude heute als intergeneratives Wohnprojekt nutzt.

Wer mehr über das Berliner Stadtgut Blankenfelde erfahren möchte, der bewege sich dorthin und besuche die Ausstellung. Am besten am Spätsommerfesttag, am Samstag, den 15. September 2018, ab 14 Uhr. Das Sommerfest biete laut Veranstalter nicht nur „lauschige Plätze am Rande der Stadt“, sondern sorge auch „für gute Unterhaltung“. Dazu heißt es beim Stadtgut Blankenfelde e.V.: „In Begleitung der erlauchten Artistokraten kann das erlesene Publikum sich unterhaltsame Eindrücke verschaffen, über das Gut und seine Geschichte schlendern, tanzen, schmausen, trinken. Für jeden Geschmack ist etwas dabei! Auch beim Musikprogramm! Die One-Woman-Band Abstrak Jaz jazzt sich ins Herz, die Schulmädchen-Band Rosemma des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums lässt sich nicht die Show stehlen und die beiden Girlz-Bands WonderSka und Cellolitas bestechen mit ihrem fetten Bläsersound und Ska und Soul und blasen alle von den Socken!“ Nebenbei bemerkt: Der Eintritt ist frei.

Stadtgut Blankenfelde e.V.

Hauptstraße 30, 13159 Berlin

E-Mail: kontor@stadtgut-blankenfelde.de, Telefon: 030 40058182

Öffnungszeiten: Freitags bis sonntags von 12 Uhr bis 18 Uhr und montags sowie dienstags von 14 Uhr bis 18 Uhr




Wenn die Verdunklung erhellt. Die in Deutschland sichtbare Mondfinsternis, ein Jahrhundertereignis

Anklam/ Berlin/ Brandenburg/ Heringsdorf/ Kleinmachnow/ Neubrandenburg/ Rostock-Warnemünde/ Stralsund/ vielerorts, Deutschland, Erde (Kulturexpresso). Ein gesellschaftliches Großereignis. Die Fußball-WM? Klein dagegen. Nur alle 110 oder 120 Jahre soll so ein Ereignis sichtbar stattfinden. Die Mondfinsternis. Die totale. Zu lang, um es auf das nächste Mal zu verschieben. Was du heute kannst betrachten, solltest du lieber achten. Ein nächstes Mal wird es nicht geben.

Allein dieser Gedanke fasziniert viele. Zieht sie hinaus ins Freie.

Unsere Begrenztheit und die Endlichkeit des menschlichen Körpers werden gewahr.

Selbst ein Groß-Verbrecher oder ein Multimillardär hätten die Mondfinsternis nicht anhalten können. Ein gutes Gefühl, das zu wissen.

Die Entfernungen können Demut erzeugen. Wie klein wir sind. Und wie groß; wenn wir das erkennen.

Mondfinsternis und Pünktlichkeit

21.19 Uhr in Berlin: Die Sonne geht gleich unter. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Unausweichlichkeit ist das Stichwort. Wer das hier verschlief oder zu lange vor dem Fernseher saß, erhält keine „zweite Chance“. Pünktlich wie der Anstoß der Spiele der Fußball-WM in Russland tritt der Mond in den Kernschatten, dann in den Halbschatten, dann in die partielle Phase, die um Berlin herum bis 1.28 uhr dauert. Um partiell entbrennt ein Streit mit einem Mitbetrachter. Das hieße doch teilweise. Ja. Aber es geht nicht um den sichbaren Schatten auf dem mond, sondern um die geringere Lichtstärke des Vollmonds, da der Planet Erde einigen Sonnenstrahlen auch zwischen 0.20 Uhr und kurz vor halb zwei im Wege war.

Die Betrachtung des Mondes erfordert Vorbereitung. Akku voll? Kamera dabei? Doch die wichtigste Frage: Von wo aus betrachten?
Einige von uns sind nach Marienfelde gefahren, um vom Berg aus näher an den Ereignissen zu sein. Man kann ja nicht immer aus Charlottenburg berichten. Allein: Der Dunst störte. Nicht der Alkoholdunst, der die eigene Wahrnehmung trüben könnte, sondern die wolkenähnliche Sichtbehinderung des gerade gegen 9 aufgegangenen Mondes. Also schnell in die Innenstadt. Am Kurfürstendamm muss man auf Fußgänger achten. Mehr als sonst um diese Uhrzeit. Obwohl die totale Verdunklung des Vollmondes schon eine Stunde andauert, ist an guten Stellen alles voll. Zum Glück ist der höchste Punkt des Ku’damms nicht nur in der Nähe der Autobahn. Die Kurfürstendammbrücke ermöglicht eine freie Sicht nach Süden, während der Mond auf seiner Umlaufbahn nach links aus dem Schatten entflieht. Durch die Erddrehung wandert der Mond natürlich subjektiv nach rechts und steigt gleichzeitig an. Gut für die Beobachtung. Doch das wichtigste: Der Himmel ist klar! Hurra!

Alles klar.

Fake News zur Mondfinsternis

Mond mit Erdschatten, unten der Mars. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Hohle Erde? Nicht gesellschaftsfähig, nicht mehrheitsfähig. Nein, die Kollegen der Boulevardzeitungen haben gut informiert. Nicht gut genug für einen Physiklehrer. Er schimpft auf die falsche Graphik und holt Papier und Stift. Nicht so schick wie in der Zeitung, dessen ausgeschnittener Artikel herumgereicht wird, dafür aber richtig zeichnet er die Position des Mondes und der Erde ein. Der Schattenwurf war falsch dargestellt.

Auch sonst kursieren viele Gerüchte: Ein Pärchen photographiert mit dem Handy. Der Mann erzählt, er habe es erst kürzlich von einem Arbeitskollegen erfahren. Ich frage ihn, welcher Planet denn da unten dichter über Land zu sehen sei – Venus oder Mars? Das sei bestimmt ein Flugzeug, meinte er. Das muss von Air Berlin gewesen sein, denn es rührte sich scheinbar gar nicht vom Fleck.

Es war aber auch kein Stern, denn die flackern. Gesellschaftlicher Konsens biledet sich heraus. Eine Anwohnerin um halb zwölf: „Das ist der Mars, haben wir herausgefunden.“ Sie ist mit einer Nikon ausgestattet und photographiert bequem von einer Bank aus. Der Ku‘damm macht‘s möglich.

Die Mondfinsternis: ein Thema für Astrologie, Astronomie und Vermischtes

8 nach Mitternacht: Vom Erdschatten ist nur noch wenig zu sehen. Elf Minuten später ist das vorbei. Die partielle Phase beginnt. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Die US-amerikanische Theater- und Buchautorin Lisa Streitfeld weist seit langem auf die große Bedeutung solcher Finsternisse hin. „Eclipse of the moon“ und „eclipse of the sun“ heißen sie auf der anderen Seite des Kanals und großen Teiches. Lisa S. Ist eine Pionierin auf dem Gebiet. Leider liegen ihre Veröffentlichungen noch nicht in deutscher Sprache vor.

Mondfinsternis und Geschlecht

Der Mond ist im Deutschen männlich. International ist das eher die Ausnahme. La lune (lün, frz.), la luna sind weiblich. Die Sonne ist weiblich, le soleil auf französisch männlich. Das spricht eine deutliche Sprache.

Mondfinsternis: Alle auf Augenhöhe

Handyphotos, Zweite-Reihe-Parken: Um 23.35, bei beginnendem Halbschatten, ist immer noch viel los am Kurfürstendamm. © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Die Oberärztin und der Künstler, der DHL-Fahrer und die Softeisverkäuferin: Beim Fußball begegnen sich alle auf Augenhöhe. Nationalitäten bekommen ihren richtigen Platz, wenn Niederländer und Deutsche das Endspiel Kroatien-Frankreich anschauen.

Auch bei der Mondfinsternis kommen Wildfremde miteinander ins Gespräch. Menschen, die sich sonst nie gesprochen hätten. Geschäftsideen entstehen: „Das Opernglas könnten Sie verleihen“. Ein Fernglas macht die Runde.
Junge sprechen mit Alten. Dumme mit Klugen. Männer mit Frauen. Dick und Doof in Betrachtung des Mondes. Es herrscht Frieden.

Mondfinsternis: Kein nächstes Mal

Die Mondfinsternis passiert in den nächsten hundert Jahren nicht noch einmal. Das ist Rekord. Und wenn jemand die Mondfinsternis mit Mars doch noch einmal erlebt, ziehen vielleicht gerade Wolken auf. Dennoch: Eine Fußball-WM in Russland wird es vielleicht innerhalb der nächsten hundert Jahre auch nicht mehr geben.
Der Unterschied: Wir wissen es nicht.

Die Wissenschaftler, die jetzt ausgrechnet haben, das 2120 nach nächste Mal so ein kosmisches Ereignis eintreten wird, werden dann schon lange verstorben sein.

Unsereins freut sich ja schon, dass die WM in Russland im Sommer stattfand. Denn die nächste Fußball-WM findet im Dezember statt. Katar macht‘s möglich.




Russland feiert. Wenn nicht Fußball, dann Kultur

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Russland feiert. Russland ist bei der Fußball-WM der Herren, die lediglich alle vier Jahre stattfindet, im Viertelfinale ausgeschieden. Sehr knapp im Elfmeterschießen, gegen die beste oder zweitbeste Mannschaft der Welt (die kroatische). Und was machen die Russen? Sie feiern! Sie feiern die Mannschaft wie Helden – und das sind sie in der Tat. Niemand hatte damit gerechnet, dass Russland das Viertelfinale erreicht. Denn das heißt, unter den acht besten Teams der Welt zu sein. Nach dem verlorenen Spiel, nach Verlängerung und Elfmeterschießen kann man sich auf Platz 5-8 einordnen. Und die Begeisterung kann in Zukunft noch Wunder wirken.

In Berlin in russischen Haus konnte man das am Samstag hautnah beobachten.

Russland feiert mit Musik

Im Anschluss an das Ausscheiden gab es ein spontanes Konzert im Foyer. Ein klassisches Konzert von jungen Leuten. Eine Ausnahme? Eher nicht, denn: Mindestens zwei Pianisten nahmen nacheinander auf dem Klavierhocker Platz und begeisterten das umstehende Zufalls-Publikum mit einer erstklassigen musikalischen Darbietung voller Harmonie. Die gebliebenen, stehengebliebenen Zuhörer, fast alle, wenn nicht sämtlich Zuschauer des gerade zu Ende gegangenen Fußballspiels im Heimatland, waren jung und alt, meist sogar jung.

Russland feiert seine Fußball-Nationalmannschaft auch nach der Niederlage gegen die kroatische

Die deutschen Nachrichtensendungen zeigten Bilder von feiernden Mengen. Der russischen Mannschaft wurde ob ihrer Leistungen gehuldigt. Sie unterlag der kroatischen erst im Elfmeterschießen nach Verlängerung. Bilder in der Hauptnachrichtensendung des Tages im ZDF, der „heute“-Sendung um Sonntag 19 Uhr, zeigten Volk und Spieler im Einklang und Feierlaune – trotz der Niederlage. Die beiden Nachrichtensprecher zeigten sich ehrlich verwundert, aber es gefiel ihnen.

Daran kann man sich einmal ein Beispiel nehmen.

Einen Tag vorher in Berlin ein ähnliches Bild unter jungen brasilianischen Fans, Belgien war nicht bezwingbar. Lateinamerikanische Mannschaften sind auf dem europäischen Kontinent immer im Nachteil. Russland ist in Europa. Doch die Brasilianer tanzen nach einiger Zeit bereits wieder.

Das Spiel Russland-Kroatien wurde im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in der Friedrichstraße gezeigt. Hier in der Nähe des U-Bahnhofs Französische Straße tobte früher, in den „roaring twenties“, das Leben. Der Bahnhof in südlicher Nachbarschaft heißt nicht umsonst Stadtmitte und schaffte es, in einem Romantitel verewigt zu werden, einen Block weiter der Gendarmenmarkt mit dem Konzerthaus.

Die „deutschen Spiele“ wurden zum Beispiel im Kino Cinestar original am Potsdamer Platz im Sony-Center gezeigt. Die „russischen Spiele“ im Russischen Haus. Im großen Auditorium, das aufgrund seiner ausfahrbaren Leinwand auch als Kino genutzt wird, zum Beispiel bei der russischen Filmwoche im November/ Dezember jeden Jahres, war am 7.7. ab 19.30 Uhr Fußball Trumpf. Statt RUS – CRO (abgekürzt aus dem Englischen, so auch in ARD und ZDF gezeigt) ROS (von Rossija, gesprochen mit zwei ‚a“) gegen XOP (sprich Chor, Abkürzung für Kroatien im Russischen).

Doch gleichzeitig laufen Ausstellungen in dem sich über zwei Etagen erstreckenden Prachtfoyer und den angrenzenden Räumen.

Russland feiert mit Ausstellungen

Im Raum „Tolstoi“ – stimmt, große Schriftsteller hatte die russische Literatur ja auch – eröffnete am spielfreien Donnerstag die Ausstellung „Werke aus den Kunstsammlungen des Russischen Hauses – Malerei und Grafik“. Die Ausstellung dauert vom 6.7. bis 16.9.2018 und zeigt einen Querschnitt, der einen Einblick in die Weite des Landes gibt, des größten Landes der Welt. Es ist ein Forum für verschiedene Künstler, die unterschiedliche Techniken in Schwarzweiß und Farbe anwendeten. Sie zeigen Natur, Alltag, Wissenschaft und Raumfahrt. Symbolik wie den Polyptichon „Jahreszeiten“.

An der Wand eine Ausstellung von Kinderbildern. Mit farbigen Punkten können die Betrachter selbst die besten Bilder auswählen – ganz demokratisch.

Im Erdgeschoss links vor der Garderobe eine große Ausstellung von Briefmarken und Ganzsachen zum Thema „Fußball“. Postfrische Marken, ganze bunte Briefe mit Sonderstempeln auf vielen Tafeln. Sie zeigen natürlich nicht nur russische Fußballspieler, sondern auch wichtiger Szenen internationaler Matches. Übrigens auch mit deutscher Beteiligung, wie ein 3:1 gegen Argentinien.

Vom Eingang aus rechter Hand weitere Ausstellungen.

Russland als Austragungsort eines der größten Sportereignisse der Welt, des wichtigsten neben den Olympischen Spielen, zeigt, was es zu bieten hat. Und das ist nicht wenig, auch und besonders im Kulturbereich. Die graphischen Werke im ersten Stock erinnern aber auch an andere Höchstleistungen: Sputnik, Satelliten, Mondsonden.

Bei so einem Großereignis präsentiert sich der Austragungsort gern. Das ist in Ordnung. Die Bundesrepublik Deutschland zeigte sich 1974 und 2006 im besten Licht, bei Olympischen Spielen Ostasien, die USA mit Los Angeles, Großbritannien mit London. Vieles hat man 1988 über Korea gelernt und es ist einem seither nicht mehr fremd.

Der Vielvölkerstaat Russische Föderation mit seiner reichen Hauptsprache und kulturellen Tradition mag in der Politik bisweilen  bei manchen umstritten sein. In der Kunst, Musik und Literatur gehört er jedenfalls zu den großen (Kultur-) Nationen.

Da kann man den Ball drehen, wie man will.

 

 

 




EU-Parlament in Straßburg.

Für ein starkes Urheberrecht – Iris Berben appelliert an die Mitglieder des EU-Parlaments

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Iris Berben meldet sich erneut als Präsidentin der Deutschen Filmakademie zu Wort. Und zwar appelliert sie an die Mitglieder des Parlaments der Europäischen Union (EU), sich für ein starkes Urheberrecht einzusetzen.

Der Grund ist einfach und wird in der Pressemitteilung der PR-Agentur Just Publicity Berlin vom 3.7.2018 genannt. Dort heißt es: „Im Herbst 2016 hat die EU-Kommission einen Vorschlag für ein Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt veröffentlicht. Seit dieser Zeit wurde im Europäischen Parlament heftig um Änderungen und Ergänzungen des Vorschlags der EU-Kommission gerungen. Am 20. Juni 2018 hat der federführende Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments endlich seine Änderungs- und Kompromissvorschläge mit klarer Mehrheit beschlossen. Die erreichten Kompromisse, die die Rechte der Urheber und Kreativen stärken würden, werden nun erneut durch die Beschwörung von Untergangsszenarien sowie durch gezielte Desinformationskampagnen im Interesse global agierender Internetunternehmen grundsätzlich in Frage gestellt. Deshalb soll am Donnerstag (5. Juli 2018) im EU-Parlament darüber abgestimmt werden, ob das dem Rechtsausschuss bereits erteilte Mandat für Verhandlungen mit der EU-Kommission und dem Rat widerrufen wird, und dadurch die für Urheber und Künstler wesentlichen Regelungen entkräftet werden.“

Iris Berben zeigt sich „immer wieder verwundert, mit welcher Intensität die Debatte um das Urheberrecht geführt wird. Das Urheberrecht ermöglicht es uns Urhebern und Künstlern von unserer Kreativität leben zu können. Nun wird am Donnerstag im Europäischen Parlament über eine Anpassung des Urheberrechts im digitalen Binnenmarkt abgestimmt. Sie wird die digitale Nutzung von Filmen, Musik und Bücher für unser Publikum vereinfachen. Im Gegenzug sollen nicht die Verbraucher, sondern die großen Plattformen uns etwas von ihren Milliardengewinnen abgeben. Und schon wird von den globalen Internetunternehmen das Ende des Internets propagiert und wir als Zensoren beschimpft. Dabei sind wir es, die die Film-, Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit mit jedem unserer Werke gewährleisten und verteidigen. Wir brauchen die Modernisierung des EU-Urheberrechts! Darum möchte ich die Parlamentarier*innen in Straßburg eindringlich bitten, sich für die Zukunft einer vielfältigen, wirtschaftlich starken europäischen Kultur- und Medienlandschaft zu entscheiden.“




Veranstaltungsort am Bahnhof: Das phaeno in WOB, Niedersachsen, BRD

WOB – IS 80. Stadt Wolfsburg wird 80 – Niedersachsen eine Spur und ein WOW reicher

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wäre die Stadt Wolfsburg ein Mensch, würde man langsam sagen: ein stattliches Alter! Als Stadt ist sie eher jung. Trier, Worms und Speyer, überhaupt die Römerstädte südlich des Limes haben bis zu 2 Jahrtausende überdauert. In Niedersachsen gibt es mittelalterliche Städte wie Lüneburg, die über eintausend Jahre alt sind – Lüneburgs Gründungsjahr ist 956 n.Chr., die einzige erhalten gebliebene der norddeutschen Backsteingotik ist eine alte Salzstadt. Ein stadtliches Alter hat Wolfsburg nichtsdestotrotz.

Wozu Wolfsburg? Es ist ein Kind seiner Zeit und konnte erst nach der industriellen Revolution entstehen. Sie, die Stadt Wolfsburg, ist eine Gründung des Nationalsozialismus, wie die Zahl 1938 schnell verrät. Das Staatssystem, das außer dem Kriegsausgang wenig dem Zufall überließ und mit Fünfjahresplänen arbeitete wie später die DDR, entschied zentraL: Wir brauchen den Kraft-durch-Freude-Wagen. Kraft durch Freude war ein Slogan, hinter dem die Freizeitgestaltung des „Arbeiters“ steckte. Kreuzfahrtschiffe wie die „Wilhelm von Gustloff“ wurden gebaut, ein Automobil fürs Volk sollte die noch recht leeren und seltenen Reichsautobahnen „bevölkern“.

Die Freude bei der Freizeit sollte den „Volksgenossen“ stärken, seine Arbeitsleistung erhöhen sowie seine Treue und „Motivation“ stärken. Ähnlich wie für Prora, wo auf Rügen ein Riesenurlaubshotel in Strandnähe fast fertig gebaut wurde, kam der Krieg zu früh oder dazwischen. Die Gebäude erschrecken bis heute durch Monströsität und den traurigen Gedanken, dass hier eine Menge Zeit und Kraft verschwendet wurde, ohne dass je jemand einziehen und Urlaub machen konnte.

Wolfsburg wurde erfolgreicher, doch der KdF-Wagen zunächst nicht gebaut. Kriegswichtige Produktion war das Stichwort. Doch die Anlage war gut gelegen oder, wie man heute sagen würde: gut positioniert. Am Mittellandkanal, der das Deutsche Reich mitten durchquerte, konnten Massen- und Stückgüter optimal nach Ost und West transportiert werden. Erst die deutsche Teilung, die auf den verlorenen Krieg folgte, machte Wolfsburg zum Zonenrandgebiet und die Lage ungünstiger.

Was soll das Volk wagen?

Doch der dort hergestellte deutsche Volkswagen wurde trotzdem ein Symbol des Wirtschaftswunders.

Es reicht nicht, ein Werk zu bauen, auch die Arbeiter und ihre Chefs und die Verwaltung müssen irgendwo wohnen, am besten in der Nähe.

Gifhorn, Braunschweig und Wolfsburg bilden ein Dreieck, in dem heute arbeitsteilig gewohnt und eingekauft wird. Der Kern ist das „alte“ Wolfsburg mit dem Werk 1.

Hauptwerk von VW bzw. Volkswagen in WOB (Stadt Wolfsburg)
Ein Altbau, vor dem die Wolfsburger Respekt haben. Hierum kreist alles – wörtlich und im übertragenen Sinne. (Im Vordergrund: Die „Albis“. Binnenschiffahrt bestimmte den Standort.) © Foto: Andreas Hagemoser, 2016

Die drumherum liegenden Dörfer wurden meist erst später eingemeindet, als die CDU-geführten Bundesregierungen die Macht verloren und die sozialliberale Koalition Dörfer eingemeindete oder zu „Samtgemeinden“ bündelte.

Um das Werk machen alle Wolfsburger einen großen Bogen

Das lässt sich nicht vermeiden, muss und will man irgendwohin. Immer muss man um das Werk herumfahren, das direkt am Kanal liegt und einen eigenen Gleisanschluss hat.

Kanal voll: Die „Falcon“ liegt ruhig am Ufer der Autostadt. Darüber, hinten rechts, die Fußgängerbrücke in die Innenstadt südlich des Mittellandkanals. Dort der DGB, der Bahnhof, das phaeno und nach einem kurzen Fußweg die Fußgängerzone mit dem Rathaus. Schloss, Schiff und Stadion liegen auf der nördlichen Kanalseite. © Foto: Andreas Hagemoser, 2016

Der Mittellandkanal muss für Straßen und Fußgänger überbrückt werden und so kommt es, dass man etwa im Norden vom alten Schloss aus auf der Bundesstraße und ehemaligen Reichsstraße Richtung Westen nach Gifhorn fährt etwa bis Weyhausen und dann nach Süden abbiegt – oder südlich des Kanals an Bahnhof und „Phaeno“-Veranstaltungsort aus nach Westen fährt Richtung Sülfeld und Fallersleben.

Wie man es auch dreht, man kommt um das Werk nicht herum.
Beziehungsweise muss um es herum.

Man muss um das VW-Werk immer einen großen Bogen machen.
Auch wenn man es ins Herz geschlossen hat.

Stadt Wolfsburg – geplante Stadt ohne Kirchen

Schriftzug Volkswagen an der VW-Arena nördlich des Mittellandkanals
Läuft und läuft und läuft, wenn auch jüngst etwas holprig. Aufschrift am Stadion, der „Arena“ (Ausschnitt). © Foto: Andreas Hagemoser, 2018

Dem Reichskanzler schienen Kirchen für die Reißbrettstadt entbehrlich. Wer einer Religion angehörte und partout zum Gottesdienst wollte, sollte doch woandershin gehen. Doch vieles kam anders. Es wird nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird. 1938/39 liefen nicht in großer Zahl Wagen vom Band, dass Ford erfand. Das 1000jährige Reich dauerte in der Stadt Wolfsburg nur 12 Jahre.
Inzwischen gibt es einige Kirchen, auch katholische. In einer wird der mexikanische Totenaltar gezeigt, eine große Tradition um Allerheiligen in Mexiko. Von dort kommen viele Arbeiter und Angestellte und ihre Familien.

Eine internationale Stadt

Bei einer Preisverleihung auf der ITB zeigen Mexikaner Flagge.
Die dreifarbige mexikanische Flagge. Gesehen auf der ITB. © Foto: Andreas Hagemoser, 2016

120 Nationen sind in der Stadt Wolfsburg vertreten.

Einige zahlenmäßig stark. Es könnte sein, dass diese niedersächsische Stadt Deutschlands größte Mexico-Community beherbergt. In Puebla, der „Partnerstadt“, steht ein großes nordamerikanisches Werk.

Volkswagen ist das wichtigste deutsche Unternehmen in Mexiko. VW baute das Werk in Puebla 1964. Genau genommen ist Puebla „Freundschaftsstadt“. Eine Städtepartnerschaft ist mit noch mehr Austausch der Institutionen verbunden. Die Fast-Städtepartnerschaft brachte Frau Alia Lira-Hartmann mit dem Ex-Oberbürgermeister Rolf Schnellecke auf den Weg. Der jetzige OB Klaus Mohrs hat diese Städte-Freundschaft gepflegt. Auf Einladung der Stadt Wolfsburg waren Vertreter Pueblas bei den Feierlichkeiten 80 Jahre Stadtgründung. Frau Hartmann fühlt sich als Wolfsburgerin. Sie ist nur ein Beispiel für viele engagierte Bürgerinnen und Bürger – Deutsche, Mexikaner und andere.

Auch das andere Land, das eine senkrecht dreigeteilte grün-weiß-rote Flagge hat, Italien, schickte viele Werktätige, die hier eine neue Heimat fanden. Später gründeten engagierte Bürger eine deutsch-italienische Freundschaftsgesellschaft, die die kulturellen und sonstigen Beziehungen zwischen der großen italienischen Gemeinde und den deutschen Nachbarn fördert. Solche bilateralen Gesellschaften gibt es auch mit anderen großen Nationen.

Es gibt viele Gründe, zu feiern.

So 20 Jahre Freundschaft mit der polnischen Stadt Bielsko-Biala. Eine kreisfreie Stadt in der Woiwodschaft Schlesien.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und weiter alles Gute!

Geschenke und Feiern zum 80. der Stadt Wolfsburg

Die Unternehmen der Volkswagen-Gruppe schenken der Stadt Elektroauto-Ladestationen im Wert von 10 Millionen Euro, wie Freitag abend bei einem Festakt verkündet wurde. Eine gute Idee. Eine Win-win-Situation. Automobilbezogen und ein Gewinn für die Stadt, denn was nützen die Elt-Autos, wenn man sie nicht in einem engmaschigen Netz laden kann. Gut auch für die Besucher, und Touristen gibt es hier nicht zu knapp.

Die Stadt wird durch elektrische Wagen auf die Dauer auch leiser und lebenswerter. Die viel beschrieene Lebensqualität wird hier und überall, wo die leisen Renner fahren, ansteigen.

Das hochkarätige Programm der Feierlichkeiten voller Konzerte unter www.wolfsburg.de www.wolfsburg.de.

In den vergangenen fünf Jahren seit dem jüngsten großen Stadtfest zum 75. gab es immer wieder überregional interessante Veranstaltungen wie diese im Phaeno: La donna phaenomenal: Die Schriftstellerin Gioconda Belli liest aus ihrem neuen Buch „Mondhitze“

Und natürlich spielt neben der Kultur auch der Sport im Stadtleben eine wichtige Rolle, besonders der Fußball:

Sport in WOB: Fußball. Plakat am Hauptbahnhof im November 2016
In Wolfsburg kannst Du was erleben! Neben der „Autostadt“ die „Fußballwelt“ mit einem schicken, wenn auch nur 30.000 Zuschauer fassenden Stadion. Seit dem Dieselskandal verließ der VfL die Champions-League-Plätze. © Foto: Andreas Hagemoser, 2016

 




Die Russen sind schuld! Wenn Deutschlands Fußball-Herren ausscheiden, sind fast alle Deutschen betroffen

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Russen sind schuld. Wer sonst. Nach dem Abpfiff tiefe Trauer. Verstörung, Irritation. Sprachlosigkeit. Sogar in der Kabine. Einzig Mats Hummels findet Worte; Kritik äußert er nicht – außer Selbstkritik. Doch die Suche nach den Schuldigen beginnt oder wird beginnen. Jogi Löw ist so unschuldig wie seine weiße Weste. Oder die Trikots der DFB-Mannschaft. Mats Hummels ist unschuldig. Erst war er verletzt, am letzten (sic) Spiel hat er mitgewirkt – und wie! Er schoss und köpfte mehrfach aufs Tor, obwohl er neben J. Boateng Verteidiger ist. Er hätte fast das, was normal ist, mitgeholfen zu erreichen: Einen deutschen Sieg.

Unvorstellbares ist passiert.

Sogar Jogi Löw wird darüber schlafen. Hoffentlich wird er nicht vertragsbrüchig, sondern bis 2022 bleiben. So lautet der Auftrag. Aber wenn er es nicht war, wer dann?

Einen Fußball kann man nicht hacken: Trotzdem: bestimmt waren die Russen schuld. Wer sonst?

Wenn der Fußball Trauer trägt

Die Landesflagge der Bundesrepublik Deutschland trägt schwarz. Ganz oben. Und genauso schwarz sehen jetzt viele. Eine Kollegin sagte: „Das ist ganz schrecklich, denn wie können die Deutschen jetzt ihr Nationalbewusstsein ausleben? Der Fußball war die einzige Möglichkeit!“

Nun, das stimmt zwar nur zum Teil.

Deutschland ist Weltmeister

Denn 1.: Deutschland ist Fußballweltmeister. Immer noch. Bis ein neuer gefunden werden wird. Etwa am 15.7.2018. Also Kopf hoch bis zum 15. Juli!

2. Deutschland hat 2017 den Confed-Cup gewonnen. In Russland. Daran waren ausnahmsweise mal nicht die Russen schuld. Oder doch? Immerhin: in KAZAN (zu deutsch Kasan) spielte man gegen Chile, oder dessen Nationalmannschaft – nur 1:1.

Wurde aber letztlich Meister und holte den Pokal. In einem Spiel gegen Chile (sic). Der Confederations-Cup, auch Mini-WM, wird alle vier Jahre ausgespielt, genau wie der World Cup. Als Generalprobe findet er immer im Vorjahr der WM im selben Land statt, also 2021 in Katar. Bis dahin bleibt der Pokal in deutscher Hand.

3. Im selben Jahr wurde DEUTSCHLAND U-21-Europameister (im Herrenfußball). [Nicht nur auf der Nürnberger U-Bahn-Linie waren die deutschen Jungs – und ein paar junge Erwachsene, schon gut – europabester, sondern unter denen, die zum Zeitpunkt X unter 22 bzw. 21 Jahre alt waren. (2017 also die, deren Tag der Geburt am/ nach dem 1.1.1994 lag.) Bei durchaus starker Konkurrenz. Findet seit der EM in den Niederlanden 2007 in den ungeraden Jahren statt, also alle 2 Jahre. -Dort spielen Leute wie der französische Teenager Kylian Mbappé, der erst am 20.12. 20 werden wird; 2016 U-19 Europameister mit Frankreich.]
Übrigens ganz gute Voraussetzungen für 2022 in Katar. Das hat auch fünf Buchstaben, wie Kasan, beginnt mit ‚K‘ und hat zwei Silben auf ‚a‘, aber das hat ja nichts zu sagen.

Und zwischendurch ist noch EM. 2020.

Da ist Korea nicht dabei!
Weder Süd noch Nord. Garantiert nicht! Kopf hoch!
[Grund: EM bedeutet hier nicht nicht Effektive Mikroorganismen (deutsch von Effective Mikroorganisms oder „EM“, wie Entdecker Professor Teruo Higa sie im Japanischen selbst genannt hat), sondern Europameisterschaft. Ein Begriff, der auch im Handball und anderen nicht nur Ballsportarten greift.- Noch ein Trost: aus Ostasien kommt sehr viel Gutes.]

(zu 1.: Das ist so ähnlich wie mit Angela Merkel: Sie konnte als neue Bundeskanzlerin nicht gewählt werden, solange die neue Koalition nicht stand. Jamaica machte Probleme, der Verrat der FDP. Fast ein Dolchstoß, doch dann ging es ja nochmal gut, und es geht hier nicht um Politik. Eher um Soziologie, Psychologie – und Recht: Wer ist schuld?)

Fußball ist Nebensache. Das mag die offizielle Version sein. So mancher Fußballfan würde diesen Satz, mit Einschränkungen und so manchem ‚aber‘ natürlich, äußern. Im Innern jedoch, im Herzen ist vielen klar: Der Fußball steht über allem.

Die Deutschen und die Russen sind schuld – (wie) im Film

In Spielfilmen gibt es ein bekanntes Muster. Schon mal aufgefallen? Wenn – gern auch namenlose – Bösewichter eine Rolle spielen müssen fast aus einem Schurkenstaat, dann greift man entweder auf „die Deutschen“ – manchmal synonym zu: Die Nazis – zurück oder auf „die Russen“.

Da es hier um die Frage geht, warum Deutschland kein Tor geschossen hat (in anderthalb Stunden – ein Tor hätte die Welt verändert!), können es die Deutschen ja nicht gewesen sein. Also bleibt nur die zweite Möglichkeit. Die Russen sind schuld.

Manchmal verändert die Welt ein Tor!

Ein Pferd, ein Tor, ein Königreich für ein Tohhhhhhhhhhhhr!

Letztlich landete „Deutschland“ (der WM-Kader der Herren eigentlich) in der unteren Tabellenhälfte. Ob auf dem letzten oder vorletzten Platz – wer will das schon so genau wissen. Die „Berliner Zeitung“ schrieb am 27. Juni, um sicher ins Achtelfinale zu gelangen, muss mit zwei Toren Unterschied gewonnen werden. Nun – das gelang. Den Koreanern. Das mit den zwei Toren. Leider nützte ihnen das auch nicht, sie werden in ihre Heimat zurückkehren. Sind raus aus dem Turnier. So wie die Deutschen. Unglaublich.

Mit Bonbons beworfen

Vielleicht werden die koreanischen Fußballer diesmal nicht mit Bonbons beworfen. Weil sie nicht weitergekommen sind?

Nein, nein – in Korea ist es ganz schlimm, mit Bonbons beworfen zu werden. In der Fernsehsendung „Kwartira“ (auf deutsch: Wohnung, das ‚r‘ bitte rollen wie in Süddeutschland und Österreich) zeigte man die Bilder von der Steinigung, Entschuldigung, Bewerfung. Stumm standen Spieler in Sakko und Schlips und wurden beworfen. Bei der WM im eigenen Land trug die Begeisterungswelle die Mannschaft noch unter die ersten vier. Das ist lange und nicht so lange her: 16 Jahre. Es war 2002. Die Spiele fanden in der Republik Korea und Japan statt.

Ehre ist in Ostasien nicht so wichtig wie in der Türkei. Im Fernen Osten geht es darum, das Gesicht zu wahren.

Man kann doch in der Vorrunde ausscheiden. Schließlich war man noch nie Weltmeister. So wie die deutsche Mannschaft zum Beispiel. Die Mannschaft.
Nun scheidet man gemeinsam mit dem amtierenden Weltmeister aus dem Turnier. Wieder hat Korea etwas mit Deutschland gemein.

Ein Sieg über den Weltmeister. Das ist sehr, sehr viel wert.

Koreaner und Deutsche teilen das Leid der Teilung

Der DDR-Mannschaft gelang das. 1974. Jeder kennt Sparwasser. Der schoss das Tor. 0:1 in dieser deutsch-deutschen Begegnung. Manche Fans der DFB-Elf rieben sich verwundert die Augen. Es war (auch) in der Vorrunde. Hatte also nichts zu bedeuten. Die DFB-Elf war bereits qualifiziert.

Doch die „DDR“, wie sie anfänglich überall genannt wurde, später nur noch in der Springer-Presse, hatte die Mannschaft aus „dem Westen“ besiegt. Dann fuhr man nach Hause. Die deutsche Mannschaft – die DFB-Auswahl – wurde dann vor Holland Weltmeister. Das zweite Mal nach 1954. 2:1 gegen die Niederlande. Müller – Tor! Gerd, nicht Thomas. Das Siegtor.
Die Nationalmannschaft der Nachbarn waren nie wieder so nah dran am World Cup. [Das ist richtig, kann man aber auch anders sehen, denn 1978 und 2010 wurden die Niederlande ebenfalls Vizeweltmeister. Wann’s näher dran war, ist subjektiv. – Auch möchten wir uns nicht am Spott beteiligen. Sport ist nur einen Buchstaben entfernt. Die Niederlande sind immerhin zwei Buchstaben von der Niederlage entfernt.] Durch einen Flugzeugabsturz wurde einmal fast die ganze Nationalmannschaft ausgelöscht, als sie aus holländischsprachigen Gebieten Amerikas zurückkehren wollte. Seitdem sind die lieben Nachbarn vom Pech verfolgt und können einem echt leid tun. Die Russen sind schuld? Wohl kaum.

Die einzige Mannschaft, die 1974 bei der WM den Weltmeister bezwang, war die der DDR.

Das gelang jetzt so ähnlich Südkorea. Zwar besiegte auch Mexiko die Nationalelf auf dem Platz, doch waren da noch alle Chancen offen. In der Wahrnehmung – und nur um die geht es oft – wird die südkoreanische Herrenmannschaft die sein, die die deutsche vom Thron gestoßen hat.

Ausgeschieden – zum ersten Mal in der Vorrunde

Die deutsche Elf war noch nie in der Vorrunde ausgeschieden. Noch nie. Frankreich, Argentinien, andere Weltmeister wie Spanien und Italien. „Deutschland“ – noch nie. Im Fernsehen (ZDF) war die Rede von „historisch“. Ein Wort, das viel zu schnell in den Mund genommen wird. Wenn man etwas wichtiger machen will als es ist.

Es ist schlicht zum 1. Mal passiert. Das ist auch alles.

Südkorea hat’s erreicht. Auch wenn irgendwann Südkorea gar nicht mehr existieren wird. Alle Länder werden irgendwann wieder vereinigt. Warum sollte es auf der koreanischen Halbinsel anders sein? Zypern? Jemen, Vietnam – Deutschland!

Die DDR gibt es auch nicht mehr. Doch Sparwassers Ruhm währte. Südkorea schoss sogar zwei Tore. Wen interessiert es später, ob das in der Nachspielzeit geschah. Ob das eine Abseits gepfiffen wurde und eine Frage für den Videobeweis war. Ob Neuer im Tor stand oder stürmte. Was in den Annalen bleibt, ist das 2:0. Das 0:2.

Gastgeber gewinnen

Immer wieder gewannen in großen Turnieren Mannschaften aus dem Gastgeberland. Die Wirkung der Psychologie ist erstaunlich. Immer noch zum großen Teil unerforscht und unverstanden.

Ein eigenes Thema für Sportseite, Feuilleton und wissenschaftliche Arbeiten. Nicht jetzt.

Jetzt wird getrauert.

Sotschi (Sochi) – haben die Deutschen verdient

Hätte „Deutschland“ das zweite Spiel verloren, wäre es im dritten um nichts gegangen. So wie in dem Spiel zwischen Ägypten und Saudi-Arabien. So haben wir uns alle noch Hoffnungen auf den Endsieg gemacht – den Gruppensieg, und so sind wir alle jetzt besonders enttäuscht.

Sotschi und Kazan, das ist wie bei Asterix und Obelix. Majestix, der Bürgermeister oder andere alte Kempen erinnern sich immer nur an einen Schlachtort – den, wo sie gewonnen haben. Der andere sollte am besten nicht genannt werden. Alesia …

4 Tage im Juni, vom 23. bis zum 27. war das deutsche Volk im Freudentaumel. Es gab Autokorsos, äh -Krosos. Nach dem Kroßartigen, wirklich kroßen Tor von Toni Kroos. Und jeder kannte oder erzählte die Geschichte von dem Mann, der allein noch auf dem Platz steht und Torschüsse übt für Freistöße. Wenn die anderen schon längst unter der Dusche stehen.

Der Fußball dringt weit in die Gesellschaft ein, ins Unterbewusstsein. Termine werden verschoben, es gibt Rabattaktionen. Manche Wirtschaftszweige, wie die Kinos, liegen am Boden und bieten, wie das Cinestar im Sonycenter, alle Filme mit Kundenkarte für 5 Euro an.

Legenden werden gebildet.

Geschichten, die früher am Lagerfeuer, bei den Karawanen oder auf dem Jahrmarkt von Geschichtenerzählern weitergegeben wurden, entstehen. Orale Tradition gibt es auch heute in einem aufgeklärten Land. Denken wir an das 7:1, an 1974 oder ’54 gar, können wir vielleicht die Schmach vergessen.

An Kazan sind die Russen schuld

Kazan heißt rückwärts: Nazak, oder Na zak, also: Na, zack!

„Na“ heißt auf russisch: bitteschön, oder: Da hast du! Zack!

– Einspruch! Auf deutsch schreibt man den Namen der Stadt „KASAN“. Na gut. Dann nicht. Nochmal davongekommen.

Aber sonst sind die Russen schuld! Immer. An allem, wenn es nicht gerade ein Schurkenstaat ist. Aber auch die haben ja manchmal Kontakte nach Moskau. Sehen Sie? Eben.

Die Russen sind schuld

Die Russen sind schuld.

q.e.d.

Mexiko gewinnt




Autokennzeichen aus Helmstedt an einem weißen Auto am Bahnhof Wolfsburg.

Sie haben es getan! Niedersachsen führt mit dem 31.10. einen neuen Feiertag ein

Berlin/ Hannover, Deutschland (Kulturexpresso). Neue Feiertage einzurichten, ist in der Bundesrepublik Deutschland gerade Mode. Das Land Berlin überlegt noch und beteiligt seine Bürger und die Presse an der Diskussion. Feiertag: ja, bitte, aber wann? Niedersachsen hat entschieden: in Zukunft gibt es jedes Jahr in diesem nördlichen Flächenstaat 9 Feiertage, statt 8. Man feiert die Reformation vom 31. Oktober 1517, die zur lutherischen Kirche führte, zu Evangelischen und Protestanten.

Manch anderer Teilstaat Deutschlands feiert den Reformationstag bereits. So das Bundesland Brandenburg. Zur Freude der Brandenburger, die gern Ende Oktober zum Einkaufen in die Hauptstadt fahren. Diese ist ganz vom ostdeutschen Brandenburg umschlossen, so dass der Zugang leicht fällt, zumindest seit Maueröffnung 1989.

8. März oder 17. Juni – welches wird der neue Berliner Feiertag?

Berlin will laut Regierendem Bürgermeister Müller auch einen Feiertag einführen. Der 8.3., 17.6. und 31.10. waren und sind im Gespräch. Gegen den 31. Oktober spricht, dass Berlin dann viele Einnahmen von den Shoppingtouristen aus Cottbus, Rheinsberg und Frankfurt an der Oder fehlten. Noch ist Berlin nicht schuldenfrei, obwohl trotz Zinszahlungen Schritte in die richtige Richtung unternommen wurden und die Zahl der Minus-Milliarden sinkt.

Für den 17. Juni spricht, dass dieser in den 70er und 80er Jahren bereits gesetzlicher Feiertag war – auch in Berlin (West) – und sich auf Ereignisse bezieht, die in Leipzig und der DDR, vor allem aber auch in Berlin passiert sind. Die Weltnetz-Enzyklopädie Wikipedia vermerkt im Artikel „Aufstand vom 17. Juni 1953“: „Der 17. Juni war von 1954 bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 als „Tag der deutschen Einheit“ der Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland; er ist weiterhin Gedenktag.“

Der Reformationstag, der 2017 per Gesetz überraschend bundesweit dekretiert wurde – von einigen auch begangen – sollte einmalig so gefeiert werden. Läuft es jetzt so wie bei der PKW-Maut? Jahrelang stand sie außer Frage. Nach Einführung der LKW-Maut wurde eine eventuelle PKW-Maut dementiert und abgestritten. Niemand hatte die Absicht, eine PKW-Maut einzuführen. Und nun ist sie da.

Warum ein neuer, zusätzlicher Feiertag?

An alten Pfründen rütteln, trauen sich auch Politiker nur selten. Die bereits bestehenden gesetzlichen Feiertage in Niedersachsen und Berlin bleiben also.

Wie kommt es aber, dass plötzlich mehr oder weniger aus heiterem Himmel Feiertage „dazugebucht“ werden, werden sollen?

Ein Grund könnte das Ungleichgewicht innerhalb der föderalen Struktur Deutschlands sein. Der Freistaat Bayern feiert dreizehnmal. Trotzdem bietet Horst Seehofers Heimat neben dem Ländle die besten Wirtschaftsergebnisse Deutschlands. Obwohl weniger gearbeitet wird. Wie das?

Vielleicht denken sich die Landesregierungen in Hannover und Berlin: „Wir wollen mehr wirtschaftlichen Erfolg und mehr Steuereinnahmen. Bayern hat ihn – und viele Feiertage. Vielleicht besteht ein Zusammenhang? Lasst uns mit der Zahl der freien Tage gleichziehen, dann wird auch die Landeskasse gefüllt.“ So naiv sind wohl doch auch die Politiker nicht.

Feiertag statt Gehaltserhöhung?

Was ist dann der Grund? Vielleicht folgendes: Berlin laufen die fähigen Beamten weg. Spätestens seit der Flüchtlingswelle 2015 fehlen Lehrer, doch auch in der Polizei und an anderen Stellen, sogar in den Bezirksämtern hapert es. Auch Spitzenpositionen sind schlecht zu besetzen mit subdurchschnittlichen Gehaltsangeboten. Wer schon da ist, wandert ab. Freie Stellen können einfach nicht besetzt werden, zudem in der gegenwärtig wirtschaftlich guten Situation. Auf dem Arbeitsmarkt finden Unternehmer seit Monaten nicht mehr alle, die sie suchen.

Staatliche Institutionen geraten dadurch noch mehr ins Hintertreffen. Der Pillenknick wird sich bemerkbar machen. Die jetzt verrenteten Jahrgänge sind noch geburtenstark. Ab Jahrgang 1965 wendet sich das Blatt weiter. Dann wird es nicht „Fachkräftemangel“ heißen, sondern „Arbeitskräftemangel“. Allen opportunistischen Beteuerungen zum Trotz füllen Flüchtlinge nicht die Lücken. Zudem vor allem die Syrer bald zurückwollen; der Bürgerkrieg scheint so gut wie zu Ende. Weder sprachlich noch von der Qualifikation her wird im großen Maßstab ein Schuh daraus.

Aber schon heute muss die Verwaltung ihre Probleme lösen. Angleichung der Löhne an bayerische Verhältnisse ist unmöglich; gleichzeitig steigen die Berliner Mieten und es fehlt an allen Ecken und Enden Wohnraum, vor allem bezahlbarer. Der Neubau hinkt seit Jahren hinterher, nur Luxusobjekte werden stark angeboten. Die Vorzüge einer Hauptstadt allein ziehen nicht. Dann wenigstens Freizeitausgleich.

Was war die Reformation, nach der der neue Feiertag benannt ist?

Reiche und Religionen scheinen die Tendenz zu haben, sich im Laufe der Weltgeschichte immer weiter aufzuspalten. Syrien, der Irak und Saudi-Arabien – alles Teile des Osmanischen Reiches. Indien umfasste auch Pakistan und Bangladesh. Die Sowjetunion war mit Riesenabstand der größte Staat, gebar viele neue Staatenkinder vom Baltikum bis Mittelasien.

Der Islam erlebte ein Schisma, im Buddhismus gibt es ein großes und kleines Fahrzeug sowie Theravada. Der Hinduismus ist nur homogen, weil er seinen Gründer nicht kennt und sowieso in viele Splitter aufgespalten. Das Christentum kannte West- und Ostkirche. Doch 1517 war es mit der Einheit der Westkirche vorbei. Die Reformation oder „Erneuerung“ bis zum westfälischen Frieden von 1648, der den verheerenden Dreißigjährigen Krieg beendete, schuf streng genommen drei Konfessionen. Die alte Richtung hieß fortan katholisch, die neuen lutherisch und reformiert. Die heutigen Mitgliederzahlen lassen infragestellen, ob sich die Erneuerung überhaupt „gelohnt“ hat.

Weit über 1,2 Milliarden Katholiken gibt es, noch nicht mal ein Dreiviertel Hundert Millionen evangelische Christen lutherischer Prägung, von den Reformierten ganz zu schweigen. Sie datieren auf 1522 zurück. Ein Wurstessen während der Fastenzeit sollte die Nichtbefolgung menschlicher Gesetze repräsentieren. Die starke zahlenmäßige Ausbreitung der Katholiken ist vor allem der Mission und dem Kolonialismus geschuldet. Lateinamerika spricht portugiesisch und spanisch, denkt katholisch. Die Reformation spricht – grob zusammengefasst – deutsch. Auch in der Schweiz. (Die Hochburgen der Reformierten waren Zürich, Genf, die Kurpfalz und Schottland.)

Feiertag in deutschen Landen

Kein Wunder, dass man das Ereignis in deutschen Landen feiern will. Doch passt das in die Zeit? Die während des Nationalsozialismus eingeführte Kirchensteuer entbehrt mancherorts ihrer legalen Grundlage, müssen doch 55% Gläubige vorhanden sein. Viele Kirchen werden an andere Konfessionen verkauft oder entwidmet. Ausgerechnet jetzt neue gesetzliche, religiöse Feiertage? Wegen der Macht der runden Zahl? Das Dogma des Jubiläums, das auch die Briefmarkenausgaben der Deutschen Bundespost und Deutschlands fest im Griff hat?
Oder wird hier über den Kopf hinweg etwas entschieden, was bei einer Volksabstimmung keinen Bestand hätte? Oder wenn doch, so nur wegen des einen arbeitsfreien Tages?

Reformationstag 2017:

Freier Eintritt ins Cinemaxx 7 – Rosaana Velasco ante Portas! Kunst im Kino: „Breaking Religion – 500 Jahre Reformation“ in Berlin

Feiertagsbedarf?

Stalins Tod und die Folgen. Film „The Death of Stalin“ erhellt.- Gesammeltes Schweigen – gerät der 17. Juni in Vergessenheit? Brauchen wir wieder einen Feiertag?




Stalins Tod und die Folgen. Film „The Death of Stalin“ erhellt.- Gesammeltes Schweigen – gerät der 17. Juni in Vergessenheit? Brauchen wir wieder einen Feiertag?

Berlin/ Bernau/ Köthen/ Meitingen/ Mengen/ Schwarzenberg/ Worms, Deutschland (Kulturexpresso). Der 17. Juni ist heute kein Feiertag mehr; der Tag der deutschen Einheit ist am 3. Oktober. Doch er kann es – zumindest in Berlin – wieder werden. Der Regierende Bürgermeister Müller ist dafür, einen neuen Feiertag festzulegen. Da 2017 versprochen worden war, den Reformationstag nur einmalig bundesweit zu feiern, sollte man ein anderes Ereignis würdigen. 1848 war wenig mutig, die Karlsruher Straße in Berlin ist aus den falschen Gründen so benannt. 1918/19 wurde die Entkaiserung verkorkst und der nächste Ärger eingebrockt.

1953 zeugte der Aufstand im sowjetischen Sektor Berlins und in der DDR von Mut und Zivilcourage; auch wenn es zunächst nur um höhere Löhne ging. Oder wenigstens nicht mehr Arbeit zum gleichen Lohn. Anfang 1953 lebte Stalin noch. Panzer fuhren auf. Kanonen auf Spatzen? Oder war das Regime in Gefahr? Kalter Krieg, soviel ist gewiss. Seit wenigen Jahren hatte auch die UdSSR die Atombombe und die gemeinsame, friedliche Verwaltung der Viermächtestadt klappte nicht so richtig …

Der 17. Juni – eine gute Wahl

An 1953 zu erinnern, hat heute mehr Wert als der 500 Jahre zurückliegende Luthertag am 31. Oktober. Der internationale Frauentag, von einer Deutschen ins Leben gerufen, ist aufgrund der Übergenderisierung obsolet. Selbst namhafte Frauen lehnen öffentlich ab, ihn in Berlin als gesetzlichen Feiertag zu etablieren.

Da wäre der 17. Juni eine gute Wahl.

Immerhin war der 17. Juni 2018 arbeitsfrei. Der ehemalige „Tag der deutschen Einheit“ fiel auf einen Sonntag.

Jetzt mal ganz praktisch – und von der Religion abgesehen – betrachtet: ein Feiertag am 17. Juni passt viel besser in den Kalender. An Ultimo Oktober, dem letzten Tag des Monats, braucht niemand einen (bundesweiten) Feiertag. Der 3. Oktober liegt nur ein paar Wochen zurück im selben Monat. Buß- und Bettag und viele andere religiöse Feiertage füllen den grauen November, im Dezember folgt eine Planübererfüllung an Feiertagen.

Im Sommer dagegen hapert es. An Feiertagen. An Tagen, an denen man gut arbeiten kann. Wenn man blau macht und im Freibad schwitzen will, kann man das auch an einem Feiertag tun.
Der Mai steht im Sternzeichen Stier. Ausruhen und Bräsigkeit sind angesagt, besonders bei starkem Sonnenschein wie dieses Jahr. Global warming macht das immer öfter möglich. Auch der Juni mit dem Zwilling kann eine Pause – und sei es eine kreative – gebrauchen.

Was war eigentlich los im Juni und Juli 1953?

Der richtige Anlass wäre es. Es gab 1953 eine Welle von Streiks. Am Ende gab es zwischen 55 und 75 Tote. Zum Beispiel Alfred Diener aus Jena. Er wurde nur 26. Erschossen. Standrecht.

Früher hatte es im einen deutschen Staat geheißen, es habe über 500 Todesopfer gegeben. Im anderen hieß es: 25. Die Zahlen differieren um den Faktor 20. Welche Zahl in welcher Republik veröffentlicht wurde, kann man sich denken.

Stalin starb; ein Machtkampf entbrannte – auch in der DDR, erst im Machtzentrum, dann auf der Straße

Stalin war gestorben. Am 5. März. Leicht zu merken: 5.3.‘53. Das Ende des Stalinismus. Lawrenti Berija (Beria) war der neue starke Mann, mit dessen Rückendeckung sich Rudolf Herrnstadt, Chefredakteur der Tageszeitung „Neues Deutschland“ (ND) und Wilhelm Zaisser, Minister für Staatssicherheit gegen den Starken Mann Ulbricht positionierten.

Der neue Kurs wurde am 16. Juni 1953 vom Zentralkomitee (ZK) abgesegnet. Das klang so und eigentlich ganz prima: „Es geht darum, eine Deutsche Demokratische Republik zu schaffen, die für ihren Wohlstand, ihre soziale Gerechtigkeit, ihre Rechtssicherheit, ihre zutiefst nationalen Wesenszüge und ihre freiheitliche Atmosphäre die Zustimmung aller ehrlichen Deutschen findet.“

Probleme hatte die Ankündigung der Normenerhöhung im VeB Wohnungsbau zum 30. Juni 1953 bereitet. Rudolf Herrnstadt, (Mit-) Gründer des Berliner Verlags und des „Neuen Deutschlands“ war 1945-1949 Chefredakteur der „Berliner Zeitung“ gewesen. Am 14. Juni erschien im „ND“ unter Herrnstadts Ägide die Reportage „Es wird Zeit, den Holzhammer beiseite zu legen“. Die diktatorischen Methoden, mit denen die Normenerhöhung durchgesetzt worden war, wurden angeprangert. So jedenfalls konnte man die Kritik verstehen, die dem DDR-Bürger signalisierte, dass Ulbricht nicht unumstritten war. Auch im Zentrum der Macht nicht.

Weder in dem Zeitungsartikel vom 14. noch im neuen Kurs vom 16. wurde die Normenerhöhung zurückgenommen. Die Protest ließen sich nicht mehr aufhalten. Welchen Umfang sie annahmen, lässt nicht nicht nur die Zahl der Toten erahnen, sondern auch die etwa 1600 Verurteilten. Darunter waren zwei zum Tode Verurteile: Ernst Jennrich und Erna Dorn.
Der 17. Juni war in der Bundesrepublik – der Bonner Republik, dessen Hauptstadt der Kölner Konrad Adenauer mitbestimmt hatte – bereits bundesweiter Feiertag. Gesetzlicher Feiertag. Der Kampf um die Freiheit und bessere Bedingungen wurde gewürdigt. Endlich mal war jemand aufgestanden.

Gefährdet ein neuer 17. Juni das Bruttosozialprodukt?

Zu überlegen ist natürlich auch, ob wir uns als Staat und Gesellschaft einen weiteren Feiertag so ohne weiteres leisten können. Mancher erinnert sich noch daran, wie vor wenigen Jahren eine Steigerung des Bruttosozialprodukts gemeldet wurde. Einschränkend wurde hinzugefügt, den größten Anteil daran habe die Tatsache, dass in dem betrachteten Jahr kalenderbedingt ein Arbeitstag mehr lag.

Unsere Wirtschaftslage steht ja auf tönernen Füßen. Ist vielleicht geldpolitisch nicht so unbedenklich und sorglos zu betrachten, wie man es aufgrund der niedrigen Arbeitslosenzahlen vermuten könnte.

Vielleicht ist es falsch, die Hände einen Tag länger in den Schoß zu legen.

Vielleicht ist es besser, so schnell wie möglich die Schulden abzubauen, solange die Zinsen noch niedrig sind.-

Kino-Starttermin von „The Death of Stalin“ („Stalins Tod“) von Armando Iannucci war der 29. März 2018. Der Film dauert eine Stunde 48 Minuten. Ein Spielfilm mit Steve Buscemi, Simon Russell Beale, Jeffrey Tambor und anderen. Produziert in den Ländern der drei West-Siegermächte des Zweiten Weltkriegs: USA, Großbritannien und Frankreich. Die mit der Sowjetunion Berlin verwalteten. Berlin (West) war nichts anderes als die drei Sektoren der nichtsozialistischen Sieger. Ab 1961 mit einer Stadtmauer drumherum.

Wann und wo läuft der Film „The Death of Stalin“?

Am Dienstag, 19. Juni:

– Kino Cinderella, Hauptstraße 60, 86405 Meitingen, Dienstag 19. Juni, 17.30 und 20 Uhr
– Cine-Circus, Weintraubenstraße 15, 06366 Köthen (Anhalt), Dienstag 19. Juni, 17.30 und 20 Uhr
– Filmpalast Bernau bei Berlin, Börnicker Chaussee 1, 16321 Bernau bei Berlin, Dienstag 19. Juni, 20.30 Uhr
Freiluftkino Kreuzberg, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin, Dienstag 19. Juni, 21.45 Uhr Auf englisch mit deutschen Untertiteln. (U Kottbusser Tor; erreichbar über den Zugang gegenüber der Adalbertstraße 73. über den Mariannenplatz oder vom Bethaniendamm.) Eintritt EUR 7,50.
www.freiluftkino-kreuzberg.de
www.piffl-medien.de
(Am 20.6. im Freiluftkino um dieselbe Zeit (21.45 Uhr) läuft „I, Tonya“. Siehe dazu die beiden Links ganz unten.)

Am 20. Juni:

– Kinocenter Mengen,Hauptstraße 22, 88512 Mengen, Mittwoch, 20.Juni, 17.30 und 20.30 Uhr
– KW Kinocenter Worms, Wilhelm-Leuschner-Straße 20, 67547 Worms, Mittwoch, 20.Juni, 20 Uhr

Am 25. Juni:

– Olympia Schwarzenberg, Neustädter Ring 2, 08340 Schwarzenberg/Erzgebirge Montag, 25. Juni 2018, 18 Uhr und 20.15 (alle Angaben wie immer ohne Gewähr)

Nun noch 4 Links zu den Themen Feiertag, Freiluftkino im Hof von Bethanien am Mariannenplatz, Zivilcourage/ Veränderungen in der Bundesrepublik und Tonya-Harding-Film:

Zu Feiertagsdebatte und Reformationstag:

Freier Eintritt ins Cinemaxx 7 – Rosaana Velasco ante Portas! Kunst im Kino: „Breaking Religion – 500 Jahre Reformation“ in Berlin

Zum Mariannenplatz/ Bethanien (Ort des Freiluftkinos Kreuzberg)- siehe besonders den Abschnitt „Der Veranstaltungsort von „Voladores“ und seine Geschichte“:

Kieke mal Kike Arnal! Die unglaublichen „Voladores“-Flieger aus Mexiko in einer Fotoschau von Ximena de la Macorra oder: Wie Tugend und Kultur Frieden erhalten

Zu Schweigen und Zivilcourage:

Gesammeltes Reden … gesammeltes Schweigen. Benefiz-Matinée mit Hanna Schygulla im Filmkunst 66

Zum Film „I, Tonya“:

Die Leiden der Eis-Rebellin – White Trash auf Kufen: „I, Tonya“, eine gelungene Tragikomödie über Tonya Harding