Rainer Anton Niedermeier (RAN) bei Lesung (Performance) am 19. April 2018 im Roten Salon in Berlin-Mitte.

Ran is dran! Ein Geburtstagsgedicht für Rainer Anton Niedermeier

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Datensammelei stützen wir nicht. Daten schützen ist heiligste Pflicht. Wann ist RANs Geburtstag, wann? Stecker ziehn aus Macht- und Sammelwahn. – Zwanzig Zeilen eilen – weilen. Ein Gedicht, das Gedicht: RAN ist dran.

RAN ist dran

Oh mein Gott wie stark ist DAS denn?
aus dem Trott he raus ge ris sen
Ist es gar Me-di-ta-tion – Zen?
Oder aller Bon-zen Grau-sen?
Sind es jugendliche Flausen?

Es mag alles – nur nicht flau sein,
es mag alles – nur nicht grau sein,
es mag alles – nur nicht lau sein.
Es kann alles nur kein Gau sein!
In alte Strukturen: Hau rein!

RAN, der große Worte-Ätzer
gegen alle Volksverhetzer
gegen Denunzianten-Petzer
gegen Kriegs-und Welt-Kriegshetzer
Mitläufer und Augenschließer.

Hast Du die Hoffnung verloren,
na, dann spitz mal Deine Ohren,
Mach mal Deine Lampe jetzt an!
Tal Liebe Banner – Lampion
RAN geht ran! Und Du auch dann. – Wann?
© 2018 Andreas Hagemoser

ran-poetry.de
http://ran-poetry.de/

Ran is dran! RAN ist dran. RAN ist dran!

RAN ist Rainer Anton Niedermeier.




Stolpersteine in Rüdersdorf bei Berlin.

Geschichte auf dem Bürgersteig – Ein Flohmarktfund führte dazu, dass Rüdersdorf bei Berlin nun seine ersten Stolpersteine hat

Rüdersdorf bei Berlin, Brandenburg, Deutschland (Kulturexpresso). Es nieselt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. In Herzfelde, einem Straßendorf am östlichen Rand Berlins, ist morgens um neun kein Fußgänger zu sehen. Nur vor dem Haus Nr. 29 in der Strausberger Straße hat sich an diesem März-Morgen eine Menschentraube versammelt. Daneben steht ein Baufahrzeug, dessen Besatzung soeben zwei blitzblanke Stolpersteine in das Pflaster des Bürgersteigs eingelassen hat. Die schwarz-golden uniformierte Bergkapelle Rüdersdorf spielt den jiddischen Gassenhauer „Bei mir bist du schön.“

© 2018, Foto: Hartmut Rößler

Im Vorgängerbau des Einfamilienhauses Nr. 29 wohnte die Familie Jakobsthal. Max Jakobsthal kam im KZ Sachsenhausen ums Leben; seine Mutter Karoline starb in Theresienstadt. Ihre Namen tragen die ersten Stolpersteine in Herzfelde, wo bei Kriegsausbruch fast vierzig Juden lebten.

„Diese Stunde hat eine lange Vorgeschichte“, sagt Liesel Becker, die als Kind Bombennächte und Kriegsende in Berlin-Köpenick erlebte. Max Jakobsthal war der jüdische Ehemann der Schwester ihrer Mutter. „Als mein Onkel starb, war ich neun Jahre alt, doch sein Schicksal hat mich ein Leben lang begleitet“, sagt die 85-Jährige, die nach dem Krieg in Hennickendorf zur Schule ging, wo ihr Vater Lehrer war.

Seit Jahrzehnten lebt Liesel Becker in der Pfalz; sie kann aber immer noch berlinern. Erst vor fünf Jahren fasste sie den Mut, das Konzentrationslager in Sachsenhausen zu besuchen. Dort fand sie den Namen ihres Onkels in den Totenbüchern: Max Jakobsthal, Beruf: Händler, Wohnort: Herzfelde, geb. am 07.03.1900 in Budsin, Kreis Kolmar; Zugang am 07.05.1939, Sterbedatum: 10.03.1942.

© 2018, Foto: Hartmut Rößler

Tragisch ist es, dass der Jude aus Herzfelde noch kurz vor seiner Verhaftung eine Einladung nach New York erhielt. „Doch er vertraute auf den deutschen Rechtsstaat“, erzählt Liesel Becker, die als Kind viele Gesprächsfetzen aufgeschnappt hat. „Die Erwachsenen redeten über solche Dinge nicht mit uns. Doch wenn sie untereinander tuschelten, spitzten wir die Ohren.“

Vor zwei Jahren stolperte Liesel Becker erneut über das Schicksal ihres Onkels. „Eines Morgens, als ich im Bett lag und Zeitung las, klingelte das Telefon“, erinnert sie sich „Ein mir unbekannter Mann fragte, ob ich etwas mit dem Namen Jakobstahl verbände. Das war für mich wie eine Stimme aus dem Jenseits. Ich war mehrere Wochen lang durch den Wind.“

© 2018, Foto: Hartmut Rößler

Der Anrufer war Dmitri Silbermann, ein Russe, der seit 25 Jahren in Berlin lebt und sich für die deutsch-jüdische Geschichte interessiert. Tagsüber arbeitet er als Programmierer; in der Freizeit sammelt er Feldpostbriefe deutscher Soldaten, um deren Haltung zum Nationalsozialismus zu erforschen.

Auf dem Flohmarkt hatte Silbermann eine Postkarte gefunden, die Max Jakobsthal im Februar 1942 aus dem Konzentrationslager an seine Familie in Herzfelde schrieb – sein letztes Lebenszeichen; zwei Monate später war er tot. Die Nachricht ist banal und belanglos. „Es handelt sich um eine typische Karte aus einem KZ, wo jegliche Post streng zensiert wurde“, erklärt Silbermann. Doch man vernimmt die Verzweiflung hinter Jakobsthals letzten Worten „Ich wäre gern bei Euch. Es soll doch nun nicht sein.“

Silbermann fand ebenfalls den Ausweis von Jakobsthals Tochter, der fünfjährigen „Halbjüdin“ Anneliese; mit einem J auf dem Deckblatt und dem Namenszusatz „Sarah“. Er kaufte die beiden Dokumente, die beschmutzt und beschädigt waren; der Postkarte fehlt die Ecke mit der Briefmarke.

Wenn Dmitri Silbermann ein interessantes Dokument findet, versucht er, das Schicksal des Schreibers zu recherchieren und Angehörige zu finden. „Meist lande ich in einer Sackgasse, da keine Verwandten mehr leben“, meint er. „Max Jakobsthal fand ich aber im Verzeichnis der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem. Als ich jedoch sah, dass der Eintrag von 1986 stammt, sank meine Zuversicht.“

Damals hatte Liesel Becker die Gedenkstätte in Jerusalem besucht. „Als ich meinen Onkel dort nicht aufgelistet fand, ließ ich mir ein Antragsformular geben und ihn in das Verzeichnis der Ermordeten eintragen“, erinnert sie sich. Auch ihre eigene Adresse hatte sie hinterlassen. So konnte Silbermann ihre Nummer ganz einfach im Telefonbuch finden.

Kurz dem Telefonat trafen sich die beiden in Berlin, und Silbermann schlug vor, für Max Jakobsthal einen Stolperstein in Herzfelde legen zu lassen. Er hat mit der Prozedur bereits Erfahrung – ein anderer Flohmarktfund führte dazu, dass er zwei Stolpersteine im Berliner Scheunenviertel legen ließ. „Die Verbrechen der Nationalsozialisten kann ich nicht rückgängig machen“, erklärt Silberstein. „Aber Stolpersteine dienen für jene Menschen, die umgebracht wurden und ohne Grab blieben, zumindest als symbolische Grabsteine. So werden ihre Namen nicht vergessen.“

Zwei Jahre nach dem Postkartenfund haben die Jakobsthals endlich ihren symbolischen Grabstein. Obwohl Liesel Becker schon in ihrem ersten Brief an den Herzfelder Heimatverein schrieb: „Da ich Jahrgang 1933 bin, wird nun die Zeit etwas knapp.“ Es musste eine Gemeinderatssitzung einberufen und die Zustimmung des Bürgermeisters eingeholt werden.

Der Hauptgrund für die Verzögerung ist jedoch der Andrang bei dem Kölner Bildhauer Gunter Demnig, dessen Stiftung europaweit bereits über 68.000 Stolpersteine verlegt hat. Mehr als 440 Steine pro Monat schafft die Werkstatt nicht; daher gibt es eine Wartezeit.

In Herzfelde war Demnig persönlich dabei, mit Schlapphut und Jeanshemd. Er fährt einen roten Kombi, in dessen Laderaum ganze Paletten mit Stolpersteinen liegen. „Jedes Schicksal ist anders. Das ist für mich nie Routine geworden“, meint er.

Liesel Becker ist froh, dass ihr Onkel nun einen Stolperstein hat. Doch ihr Resümee bleibt skeptisch: „Nach dem Krieg waren wir uns jahrzehntelang sicher: So etwas darf und wird nie wieder passieren. Inzwischen bröselt diese Zuversicht.“

Die Gedenkfeier wurde dann ein größerer Akt, als sie sich das anfangs vorgestellt hatte. Dmitri Silbermann, der Finder der Postkarte, reiste ebenso an wie Mitglieder der jüdischen Gemeinde aus Frankfurt/Oder. Viele Anwohner, der Bürgermeister, Pfarrer und Mitglieder der Verwaltung waren ebenfalls dabei. Liesel Becker fand es besonders aufregend, dass sie in Herzfelde zwei entfernte Verwandte kennenlernte.




Buch "Bald nach Hause - Skoro domoi"

Eva, dein Ochse erwürgt sich! Kein Aprilscherz in Sibirien

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Ergreifend das Leben der Eva-Maria Stege, 1928 in Grochow, Kreis Oststernberg in der Provinz Brandenburg geboren. Stege flüchtete im Januar 1945 mit der Familie über die Oder und wurde im März ‘45 „in ein Straflager in Sibirien verschleppt, von wo sie erst 1949 zurückkehrte.“ Durchaus kein Aprilscherz.

Sigrid Moser (Jahrgang 1934) hatte ihr Leben aufgezeichnet. Der Text erschien mit einem Vorwort von Ruth Misselwitz, die im Sommer ‘91 schrieb: „Dieses Buch ist eine Mahnung gegen den Krieg“. Und:

„Eine Mahnung gegen die Ideologisierung von Menschenschicksalen, die die einen als schuldig, die anderen als unschuldig qualifiziert.“ Und:

„Eine Mahnung gegen das Desinteresse und die Gleichgültigkeit“.

Frau Misselwitz endet: „Am Ende ist es aber auch das Buch mit der weiblichen Handschrift“
(Aus dem dreiseitigen Vorwort, Seite 11).

Kein Aprilscherz – „Bald nach Hause, Skoro Domoi“

Das Aufbau-Taschenbuch heißt „Bald nach Hause, Skoro Domoi“ und erschien in erster Auflage 1991 im Aufbau-Taschenbuch-Verlag (AtV) in der Reihe „Texte zur Zeit“ (ISBN 3-7466-0066-9). Rotarmisten waren auf den kleinen Bauernhof im Märkischen gekommen. Das erinnert einen an viele Geschichten aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien. Von Flüchtlingen und Schlimmerem.

Der Film „Über Leben in Demmin“, der just am 22. März ins Kino kam, erzählt von den 100fachen „prophylaktischen“ Selbstmorden vor und bei der Besetzung der vorpommerschen Hansestadt Demmin (heute Mecklenburg-Vorpommern).

Das Buch „Bald nach Hause“ enthält auch eine Mahnung, vermeintliche Aprilscherze ernstzunehmen. Eva-Maria Stege, die 21 war, als sie 1949 aus dem Lager freikam (und 17, als sie verschleppt wurde) berichtet Interessantes im Kapitel „Und dennoch: Leben“ (Seite 71). Es gibt in diesem Kapitel vier Unterabschnitte, ‚Kartoffelfracht und Kabeldraht‘, ‘Das gute Omen‘ und ‘April, April …“ (S. 81) und ‘Der „Hund“ und die Schafe‘. In dem nach dem vierten Monat benannten Abschnitt findet sich auf Seite 84 folgende Geschichte:

Und dennoch: Leben – im April

„Einmal, noch in den ersten Wochen im Kolchos, lenkte Eva bei der Frühjahrsbestellung einen Ochsenkarren aufs Feld. Es war der 1. April. Zum Mittagbrot fuhr sie zum Kolchos zurück. Sie war gerade beim Essen, als ein Mädchen in die Küche stürzte und schrie: „Eva, dein Ochse erwürgt sich!“ Die aß ruhig weiter und antwortete nur gelassen: „Denkste, April, April …“.

Hätten Sie das geglaubt? Noch dazu an diesem Datum?

„Als dann aber die nächsten mit derselben Nachricht ins Haus gelaufen kamen, wurde es ihr mulmig, und sie rannte hinaus.“

?

„Tatsächlich, der Ochse war am Verrecken.“ Kaum zu glauben, aber wahr.

Lasst den Ochsen leben

„Das an einem Mast festgebundene Tier hatte sich in seinem Kummetgeschirr verfangen und röchelte nur noch schwach. Evas Herz klopfte bis zum Halse vor Angst; wenn es starb, würde man sie der Sabotage bezichtigen.“

„Und dann …“ Ein Akt, der zeigt, dass man gemeinsam stark sein kann:
„Mit vereinten Kräften schoben die Mädchen den Wagen von hinten gegen den Ochsen, das Geschirr lockerte sich, Eva konnte es öffnen und ihn aus seiner tödlichen Falle befreien.“

Kein Aprilscherz, oder?

In der Fernsehsendung „Wer dreimal lügt“ wurden vor Jahren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (ARD oder ZDF) sechs Geschichten erzählt, die eine Hälfte wahr, die andere gut gelogen. Es war gar nicht so leicht, bis unmöglich, alle „Stories“ richtig einzuordnen.

Wenn jemand um Hilfe schreit, sollte man also erstmal hin. Auch im April.

Länderwissen interessant. Zohre Shahi und Stephan Orth gewinnen in Berlin Preise (ITB Buch Awards)

https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2018#Termineom18




Autokennzeichen mit Buchstaben und Zahlen, indisch-arabischen Ziffern

Die spinnen, die Römer! Deutsche Autokennzeichen werden mit römischen Ziffern ausgestattet

Berlin, Deutschland (Kultexpresso). Manchmal freut man sich, dass die Politiker und Bürokraten so viel Freizeit haben. Der seit Generationen überlieferte Büroschlaf, Thema vieler Karikaturen in Tageszeitungen (als es noch Zeitungen gab, oder Karikaturen), findet oder fand wohl eher in der öffentlichen Verwaltung denn in der freien Wirtschaft statt. Doch römische Ziffern auf Autokennzeichen? Geht das nicht zu weit? Doch es ist wahr!

Diese Sache schlägt dem Faß fast den Boden aus, so dass es mal wieder Zeit ist, ein Fass aufzumachen. Zudem jetzt am Ende der Fastenzeit. Für Burökraten könnte man „Handlungsfasten“ vor Ostern einführen. Ausgenommen natürlich bei BER, Elbphilharmonie, Staatsoper und anderen Fässern ohne Boden, wo als bodenlose Frechheit täglich Millionen in nicht vorhandene Löcher gestopft werden. Auf deutsch: versenkt.

Und jetzt das: Schon wieder eine Neuerung: RÖMISCHE ZAHLEN AN KENNZEICHEN AN AUTOS; äh, Entschuldigung, Kraftfahrzeugen.

Blöde Neuerung? Römische Ziffern an Autokennzeichen!

Autokennzeichen mit Buchstaben und Zahlen /Ziffern
Links: Lateinischer Buchstabe, in der Mitte zwei römische Ziffern (2) und rechts eine arabische. Aktuelles Autokennzeichen (Ausschnitt). © 2018, Foto/BU: Dirk Fithalm

Wir waren Zeugen der jüngsten Verschlimmbesserung. Römische Ziffern? Abgesehen davon, dass in der Bundesrepublik sowieso kaum noch jemand deutsch spricht, können auch viele Deutsche nachweislich römische Ziffern nicht lesen, geschweige denn vorlesen.

VII wird da schon mal zu „V i i“, sprich „Vau -i-i“. Oder VI zu „Vau-eins“. Ungelogen war ich Zeuge solchen gesprochenen Geschehens und der Entrüstung einer Direktorin, um nicht zu sagen: Fassungslosigkeit. Doch es ist wahr.

Und nun, da immer weniger deutsch lesen können und unser bundesdeutsches Selbstbewusstsein durch PISA gepiesackt wird, sollen wir auch noch Probleme mit den Zahlen bekommen!

Ein Trick von Verlegern, die mehr Nachhilfebücher mit Mathe für Kids verkaufen wollen? Z.B. „Elterncoach Mathe: Sicher helfen bei Hausaufgaben & Co.“ und „Lernen interaktiv Mathematik – Die ideale Nachhilfe am PC“? Bisher konnten wenigstens die Eltern Kopfrechnen.
Jetzt wird man immer mehr Kunden gewinnen für Bücher wie dieses von Benjamin Prüfer: „Mathe für Mamas und Papas“.

Ich wusste gar nicht, dass auch Verleger genügend Geld für Lobbyarbeit haben. Ich dachte, das wären nur Pharmaunternehmen, Beraterfirmen und Waffenhersteller.

Müssen wir uns jetzt an VI, IV, I und II auf Autokennzeichen gewöhnen?

Jetzt haben wir also den Salat. Den Buchstabensalat. Dabei können sich die Römer ja noch nicht einmal einigen, wie sie denn die „4“ schreiben:

„IV“ oder „IIII“, wie auf vielen alten Uhren zu sehen?

Wer noch nicht mal bis drei zählen kann, sondern nur 1+1 zusammenrechnen, dem kann man „5+3 = 8“, also VIII kaum zumuten. Oder gar im zweistelligen Bereich „XII“, also 10+1+1= 10+2= 12. Oder „XI“.

Von der Subtraktion ganz zu schweigen: „IV“ oder „IX“ statt „4“ und „9“. Und warum subtrahiert man eigentlich bei IV und IX, nicht aber bei „VI“ und „XI“. Fragen über Fragen.

Autokennzeichen wie S – VI 202, B – II 7122 oder HH – IV 1234 sind jedenfalls ab sofort laut Gesetz und Straßenverkehrszulassungsverordnung erlaubt und erwünscht. Seit dem 1. April 2018.

Wieder haben die Parlamentarier die Ferien ausgenutzt, hier die Osterferien, um so ein perfides und überflüssiges Gesetz durchzuboxen und jetzt müssen wir Bürger uns das jeden Tag ansehen!

Bis einem die Augen tränen, zum Heulen.

Oder sind es Freudentränen? Wir haben ja sonst kaum noch was zu Lachen.

– Weiteres rund ums Auto:

Autos sollen nach Farben sortiert werden. „Unser Dorf wird schöner“ in Berlin




Regisseur Martin Farkas bei der Preview des Films "Über Leben in Demmin"/ "Über Leben in Demmin" in Berlin-Charlottenburg am 20. März 2018

Ich möcht‘ noch ein bisschen leben. Film „Über Leben in Demmin“ von Martin Farkas (Überleben)

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das Filmplakat zeigt einen Tätowierten. Demütig beugt sich der Mann aus Demmin vor. Dabei sind furchteinflößende Motive zu sehen. Regisseur Martin Farkas, der am 20. März persönlich zur Berliner Preview ins Filmkunst 66 gekommen ist, erzählt, wie er anfänglich Angst hatte. Unnötig, wie sich herausstellte; heute verbindet ihn eher eine Freundschaft mit dem Bäcker aus Demmin. Einem Familienmenschen wie viele aus dem Film „Über Leben in Demmin“. Einem Mann, der hart arbeitet.

Worum geht es eigentlich in dem Film „Über Leben in Demmin“? Um das Überleben?

Das Filmplakat setzt die beiden ersten Wörter des Titels „Über Leben in Demmin“ um 90° versetzt. ÜBER steht senkrecht, die Buchstaben liegen aufeinander, das „R“ oben. LEBEN ist dann normal gedruckt: Waagerecht. Dadurch gibt es gewollt zwei Lesarten: „Überleben in Demmin“ ist auch denk-und lesbar.

Aufmerksam geworden ist Martin Farkas, ein Mann, der zuhören kann, auf Demmin über die Trauermärsche, die viele zu einfach als „Rechtendemos“ bezeichnen. Diese Märsche, die Gegendemonstrationen und das große Polizeiaufgebot bilden die Klammer des Films.

Doch man könnte diesen Dokumentarfilm nicht drehen, wenn da nicht etwas dran wäre. Wenn es die Trauer nicht gäbe. Wenn es weder Grund noch Anlass gegeben hätte.

Am 30. April 1945 besetzt die Rote Armee Demmin. Die Stadt wurde kampflos übergeben. Wehrmacht und SS hatten die Stadt aufgegeben und die Brücken gesprengt, Straßen- und Eisenbahnbrücken. Demmin liegt mitten im sternförmigen Flusssystem der Peene. Hier im vorpommerschen Tiefland fließen die Peene, Trebel und Tollense zusammen. Die Stadt war voller Flüchtlinge zum Beispiel aus Ostpreußen, aber an eine weitere Flucht war jetzt nicht mehr zu denken.

Teils unklare historische Faktenlage fördert Mythen und Eigeninterpretationen

Bei und nach der Besetzung der Stadt kam es zu Plünderungen, Vergewaltigungen und anderen teils brutalen Verbrechen. Währenddessen und im Vorfeld kam es zu massenhaften Selbstmorden vor allem von Frauen mit ihren Kindern. Viele erhängten sich, andere ertränkten sich und ihre Nachkommen in der Peene und Tollense. Über 600, wahrscheinlich etwa 900 Menschen starben. Jeder 17. Einwohner. Exakte Zahlen gibt es nicht. Dann brannte Demmin drei Tage lang. 80% der Altstadt wurden zerstört. Bis in die 50er Jahre wurden in Trümmern und Ruinen Leichenteile gefunden.

Der Massenfreitod von Demmin ist zahlenmäßig hervorstechend in der deutschen Geschichte. Niemand ist bisher auf die Idee gekommen, einen Zusammenhang mit dem zeitlich synchronen Selbstmord des Reichskanzlers zu sehen. Vielleicht auch deshab, weil der Reichssender Hamburg zwar am 1. Mai den Tod Hitlers am 30. April meldete, aber nicht von einem Selbstmord sprach.

Martin Farkas‘ Interesse ist geweckt und er kommt dann nicht drumherum, der Sache auf den Grund zu gehen. Er wird mehrere Monate in Demmin wohnen und immer wiederkommen. Um zu drehen, mit kleiner und großer Crew, um Veränderungen zu dokumentieren. Und die gibt es, und sie sind interessant. Auch wenn einmal in dem Streifen der Satz: „Demmin ist eine tote Stadt“ fällt. Im Zusammenhang mit zu vielen neuen Supermärkten auf der grünen Wiese, die die Gegend nicht verträgt.

Verödung von Innenstädten ist auch anderswo ein Problem. Landflucht ebenso. Doch hier kommt mehr zusammen. Die Arbeitslosigkeit liegt hier bei 22-24%, einem der höchsten Werte für eine Gemeinde, auch für Mecklenburg-Vorpommern und die ehemalige DDR.

Es scheint gut, dass hier plötzlich Aufmerksamkeit entsteht. Martin Farkas ist quer oder besser gesagt diagonal durch die ganze Republik gereist, von links unten nach rechts oben.

Wann war und ist der Film „Über Leben in Demmin“ im Kino?

Weltpremiere feierte „Überleben in Demmin“, um einmal die Schreibweise zu variieren, auf dem Dokumentarfilmfest „Dok Leipzig“. Vergangenen Mittwoch, am 14. März, gab es eine Vorführung in München.
Die Preview oder Vorvorführung im Filmkunst 66 in Berlin-Charlottenburg in der Bleibtreustraße 12 am Dienstag, den 20. März 2018 war von vielen Gästen besucht, geladenen und zahlenden. Filmcrew und Produzenten; andere Filmemacher, Schauspieler – viele waren anwesend, der größere der beiden Kinosäle brechend voll.

Knut Elstermann moderierte das aufschlussreiche Filmgespräch mit – ganz demokratisch –
Fragen aus dem Publikum („Q&A“).

Der deutschlandweite Kinostart ist am Donnerstag, den 22. März 2018. Gleichzeitig mit dem Filmstart wird es am 22.3.2018 in Demmin (!) eine große Premiere geben. Die Mecklenburg-Vorpommern-Premiere und Demmin-Premiere.

Das wird spannend.

Martin Farkas‘ dritter Film hat schon jetzt etwas verändert. Er hat Arbeitsplätze in der Region geschaffen und Verständnis. Rechte und solche, die es werden wollten, sind im Dialog mit denen, die Rechte haben. Das Recht zuzuhören, den Ball flachzuhalten und Verantwortung zu übernehmen.

Das ist gelungen.

Demmin und Deutschland brauchen nicht in erster Linie Trillerpfeifen. Beide brauchen Verstehen. Mehr Zuhörer als Zuschauer. Geschichte ist geschehen. Es gibt einen Grund für Traurigkeit und Trauer. Ohne ihm auf den Grund zu gehen, kommen wir nicht weiter.

Nicht auf dem flachen Land unweit vom Ostseestrand. Nicht im Allgäu und auch nicht im All.

Und der Film soll fortgesetzt werden. Wir prophezeien: Weiterer Beifall ist gewiss.

Film „Über Leben in Demmin“ : Deutscher Kinostart 22. März 2018

 

www.demmin-film.de

D ok. – Politikvergessen – träumend? „Lost in politics“-Debatte (statt „… in translation“) auf dem Filmfest Dok Leipzig




Entscheidung über Aussehen der Neubebauung gefallen des Blocks III in Potsdam

Neuschnee von gestern. Die Entscheidungen für die neue Bebauung am Alten Markt in Potsdam sind gefallen

Potsdam, Deutschland (Kulturexpresso). Freitag wehte ein frischer Wind durch Brandenburg. Sehr passend. Nachmittags fiel Neuschnee. Eine bessere Symbolik hätte man sich kaum wünschen können. Denn die Entscheidungen für die Bebauung am Alten Markt in Potsdam – ein ganzer Block, der sogenannte Block III – waren gefallen, doch noch keine 24 Stunden alt. Bis spät in die Dunkelheit hinein hatte am Donnerstagabend am Voltaireweg das 14köpfige Gremium getagt. Das Auswahlgremium entschied über die ganze Blockbebauung zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Nikolaikirche. Aufgeteilt in 9 Objekte war es eine langwierige und fruchtvolle Arbeit. Fachleute und Volksvertreter waren paritätisch mit jeweils 7 Mitgliedern im Auswahlgremium.

Neue Bebauung am Alten Markt in Potsdam erst nach Beseitigung der alten

Noch stehen am Alten Markt die Reste der in der DDR gebauten Fachhochschule (FH), die zurückgebaut werden müssen. Früher sagte man abgerissen. Im Internet findet man noch die alten Informationen: „Fachhochschule Potsdam, Standort Alter Markt, Friedrich-Ebert-Straße 4, 14467 Potsdam, Tel. (0331) 58000“. Telefonnummern können heute „mitgenommen“ werden.

Alles eine Frage, wie schnell man schaltet.

Websites könnten zügig aktualisiert werden. Viele sind jedoch veraltet.

Doch entscheidend sind die Gebäude. Für die Ewigkeit gemacht, für 20 oder 100 Jahre. Sie werden verwaltet.

Sans Souci steht noch, ein Ort ohne Sorgen. Aus der Zeit, als Französisch die Weltsprache war, der Sonnenkönig herrschte, Voltaire und Leibniz sich austauschten und mit der Frau des Kurfürsten Friedrich III., Sophie-Charlotte von Lüneburg-Braunschweig, auf der Lützenburg philosophierten. Das erste preußische Königspaar versandte Briefe auf französisch. Die Zeit des Barock endete in gewissen Sinne mit dem siebenjährigen Krieg 1863. Doch bereits vorher hatte Friedrich der Große viele Grundsteine gelegt. Erst in Charlottenburg, später immer mehr in Potsdam.

Das dortige Stadtschloss am Alten Markt verdiente seinen Namen, nachdem Schloss Sanssouci die Weltbühne betrat. Das Berliner Schloss verdient diesen Namen nicht, da es in Berlin nur ein Schloss gab. Bis zum Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs 1943-45 überlebten die Bauten des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Die Besucher des Schlossparks von Sanssouci sind heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Brandenburgischen Landeshauptstadt.

Großflächige, inzwischen fensterlose Gebäudeteile bedeck(t)en die Fläche zwischen dem einstigen Schloss im Süden (unlängst wiederaufgebaut, dort tagt das Parlament des Bundeslandes, der Brandenburgische Landtag) und dem Platz der Einheit im Norden.

Im Nachbarblock, der direkt an den „Platz der Einheit“ grenzt, wird ein quadratischer Gebäudeteil erhalten bleiben mit Bibliothek und Wissenschaftsetage. Der Rest drumherum, der jetzt verfällt, entfällt.

Die zukünftige Bebauung am Alten Markt in Potsdam – ein vorbildlicher Entscheidungsprozess

Die Neubebauung am Alten Markt in Potsdam hätte auch über die Köpfe der Leute hinweg fallen können. Im stillen Kämmerlein. Doch nicht nur wurde die Bevölkerung miteinbezogen und informiert. Es wurde ihr auch Gelegenheit zur Beteiligung im weitesten Sinne gegeben. Auf einer Wand in der „Infobox“ auf dem Alten Markt konnte man Vorschläge unterbreiten. Wem das zu deutsch ist: Man konnte dort sein Feedback abgeben.

Überhaupt die Infobox: Am richtigen Ort, vor Ort, auffällig rot. Nicht am Stadtrand in einer ehemaligen Kaserne, 2. Stock ohne Fahrstuhl, zweimal die Woche eine Stunde Einsicht der Pläne. Nein, im Stadtzentrum, einen zentraleren Ort kann man sich kaum vorstellen, und in unmittelbarer Nachbarschaft der historischen und DDR-Bauten.
Auch haben die Entscheidungsträger der Versuchung widerstanden, das Projekt „Block III“ einfach in die Hände einer einzigen Baufirma zu geben. Nach dem Motto: Die machen das dann schon.

Der Weg war gut und richtig, und es hat sich gelohnt.

Richtig die Aufteilung in mehrere, hier neun Abschnitte, die oft noch in mehrere Häuser unterteilt waren. Dabei wurde versucht, sich an dem geschichtlich überlieferten Rahmen zu orientieren. An einer Stelle an der Nordseite des Blocks, der Fuge, konnte ein schmales, neues Haus geplant werden. Interessanterweise entschieden sich gleich zwei der Büros dafür, Teile der Fachhochschul-Fassade zu verwenden. Vorgehängte Elemente. Einer dieser beiden Entwürfe erhielt den Zuschlag.

Die Ergebnisse sind jetzt in der „Box“ auf dem Alten Markt zu besichtigen, in 2D und 3D

Alle Entwürfe sind noch etwa eine Woche lang in der Infobox auf dem Alten Markt zu sehen. Dienstag bis Freitag bis 19 Uhr, am Samstag bis 14 Uhr.

In den Ampelfarben wurden die Entwürfe markiert: Grüne Aufkleber erhielten die Gewinner.

Gelb bedeutet: Kommt es aus irgendeinem Grund nicht zum Bau des Spitzenplans, rückt ein zweiter oder dritter nach.

Rot durchgestrichen bedeutet: Dieser Entwurf ist unerwünscht und soll nicht realisiert werden.

Für jeden der 9 Teile des Blocks gab es unterschiedlich viele Einreichungen. Im Ergebnis seit Freitag sind also auch mehrere gelbe Aufkleber und rote Streichungen bei jedem Block-Neuntel möglich. Die Einzelheiten sind vor Ort zu erkennen.

Die Bebauung am Alten Markt in Potsdam kann nun bald beginnen

Die Entscheidungen sind getroffen worden. Gestalterisch ist Klarheit gewonnen worden. Jetzt werden die Bieter benachrichtigt und können an die konkreteren Planungen herangehen. Klappt etwas bei einem ausgewählten Entwurf nicht, rückt nach einem Punktesystem ein anderer nach.

Währenddessen erfolgt noch dieses Jahr der Abriss. Dieser zog sich hin, da viele Schadstoffe beseitigt werden mussten und müssen. Nachdem diese entfernt sein werden, wird nicht die Birne kommen und schon gar nicht der Sprengmeister. Die historische Bebauung und die benachbarten Bewohner und Parlamentarier verbieten das. Eher der Knabberer. Das wird auch etwas dauern, aber insgesamt mit sichtbaren Fortschritten.

Baubeginn könnte Herbst/Winter 2019/ 2020 sein. Vermutlich werden manche Häuser des Blocks III eher fertig als der Willy-Brandt-Flughafen BER.

Schön wär‘s ja.

Wie schön, das kann man schon jetzt sehen.




Oleksandr Onyschtschenko

Die Korruption in der Ukraine unter Präsident Petro Poroschenko – Oleksandr Onyschtschenko im TV-Interview

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Dass Oleksandr Onyschtschenko für das Amt des Präsidenten der Ukraine kandidieren will, das ist seit Monaten bekannt. Dass der Ukrainer die Korruption unter dem amtierenden Präsidenten Petro Poroschenko anprangert, das auch. Kürzlich gab er dem TV-Sender „NewsOne“ ein Interview, das wir in Ausschnitten in deutscher Sprache veröffentlichen. Die Fragen stellte Wassil Golowanow.

Das Gespräch

Wassil Golowanow: Es ist schon zwei Jahre her, dass Sie die Ukraine verlassen haben – Warum Spanien?

Oleksandr Onyschtschenko: Bin zuerst nach London gefahren. Ich war das ganze Leben mit Reitsport beschäftigt, im Herbst gibt es hier (in Spanien) immer Reitsportwettbewerbe. Ich habe meine Pferde hergebracht. Aber ich bin der Mensch Europas, habe auch in Amerika gelebt.

Wassil Golowanow: Man kennt Sie als den Menschen, der den Präsidenten herausgefordert hat und fast „den Krieg erklärt“. Das ist eine Mutige Entscheidung. Warum?

Oleksandr Onyschtschenko: Erstens wollte ich zeigen, dass der Mensch, der das Land regiert , ist nicht der Mensch, dem das Volk ihre 55% der Stimmen gegeben hat. Alles präsidententreue Massenmedien, und das sind 90% der Medien, erzählen, es gäbe keine Alternative zu ihm. Man solle ihm vertrauen, alles, was er sagt, sei die Wahrheit, und alle, die dagegen sind, seien entweder Staatsverräter, Verbrecher und das stecke „Moskaus Hand“ dahinter.

Wassil Golowanow: Sie hat man mit beiden Etiketten versehen …

Oleksandr Onyschtschenko: Ja. Dieser Mensch nutzt Leute zu seinen niedrigen Zwecken aus, deshalb wollte ich ihn herausfordern. Ich gehörte zu seinem engsten Kreis und ich weiß, wer und was er ist. Hinter der Fassade des gütigen Menschen, der Blumen überreicht, steckt ein geiziger Korrupter/, korrupter Geizhals, der im Staat nur sein eigenes Business sieht, und zwar nur seines, und nach seiner Vorstellung sollen Politiker von ihm seinen Lohn kriegen und das machen, was er sagt. Er sieht keine finanziellen Partner und falls jemand ihm widerspricht oder „nein“ sagt, soll so einer vernichtet werden, in den Knast gesteckt, und nichts anderes. Das Land soll bettelarm und zerstört/ kaputt bleiben; es soll Konflikte, Streitigkeiten und Kriege im Lande geben und das hilft ihm, sein Business zu machen und verdienen möchte er nur alleine.

Wassil Golowanow: Aber wenn das Volk reicher wird und mehr kaufen könnte, das ist doch gut für die Wirtschaft, oder?

Oleksandr Onyschtschenko: Hier ist eine andere Situation. Er (Poroschenko) hat auch noch Paranoia. Als er Präsident geworden ist, hat er gleich angefangen, an den die nächste Wahl zu denken, dass keiner sein Konkurrent wird. In jedem reichen Geschäftsmann sieht er einen Finanzier für seinen potentiellen Konkurrenten. Deshalb sind alle Reichen für ihn seine Opponenten und seine „Aufgabe“ und er denkt, er müsse allen den Zugang zu den Finanzen versperren.

Es ist kein Zufall, dass ein Jahr vor der Wahl alle Aktiva von Kolomojskij eingefroren wurden.

Seinen ehemaligen Partner Firtysch, der damals ihm geholfen hat, die Wahlen zu gewinnen, hat er ins Exil geschickt und lässt ihn nicht in die Ukraine zurückkehren. In dieser Zeit stehen Firtyschs Unternehmen still, es ging bankrott und dadurch geschwächt.

Auch die Aktiva seines Partners Achmetow, ein Mann, dem Poroschenko sogar große Privilegien zugestanden hatte, wurde nichtsdestotrotz vor den Wahl eingefroren.

Und Poroschenkos Mann Woroschilin kontrolliert die Bank, damit keine Aktiva daraus abfließen und alles Wertvollste an die dem Präsidenten gehörenden Gesellschaften übergeht.

Nach 4 Jahren seiner Regierung sind wir (das Land) zum wirtschaftlichen Kollaps gekommen.

Wassil Golowanow: Sie sind 2014 zu dem engsten Kreis des Präsidenten gestoßen. Wie kam es dazu? Was war Ihre Funktion? Soweit ich weiß, vertraut Poroschenko Menschen selten.

Oleksandr Onyschtschenko: Ja, normalerweise ist er [darin] pingelig/ genau; aber er guckt auch, wie effektiv der Manager arbeitet. Wir begannen unsere Zusammenarbeit 2013, als wir beide Parlamentsabgeordnete waren. Wir waren uns einig an seiner Teilnahme am Präsidentschaftswahlkampf und am Parlamentswahlkampf, [mit] seiner Partei BPP.

Ich habe meine Arbeit gut gemacht. Die Finanzierung war gut. Aber damals wusste ich noch nicht, dass Poroschenko Leute ausnutzt und danach alle Partner, bis auf die Ausnahmen von zwei oder drei (Beresenko, Kononenko, Ganowskich), beseitigt.

Ein Beispiel: Viktor Schokin, an dem er eine Milliarde Dollar verdient hat; oder der Ermittler Dimitro Suss, der ihm geholfen hat, 100 Millionen Dollar reicher zu werden, und jetzt wurde er in den Knast gesteckt und niemand hat eine Kaution für ihn hinterlegt, obwohl sie nur eine Million Griwna beträgt. Solle er da doch sitzen – die Freundschaft ist vergessen.

Wassil Golowanow: Sie waren Lobbyist von Poroschenko im Parlament – und haben mithilfe von Schmiergeldern an Abgeordnete die Wahlergebnisse beeinflusst. Ist das richtig?

Oleksandr Onyschtschenko: Ja, zu dem Zeitpunkt hat Poroschenko versucht, mich zu überzeugen, dass die Europäische Union und die USA ihn gebeten hätten, dass so zu machen.

Solche Gesetze – wie z.B. Strompreiserhöhungen – sind nicht populär und die Mehrzahl der Abgeordneten sind Geschäftsleute. Sie wollen natürlich kein Geld verlieren. Deshalb wurden alle Fragen mithilfe von Geld gelöst.

Damals hatte er gesagt: „Ich kann nichts machen. Die ganze Macht hat Premier Jazenjuk, der ist korrupt, ihn und seinen Leute muss man beseitigen, man soll stattdessen meine Leute herholen, meinen Staatsanwalt, das Oberhaupt der SBU, ansonsten wird Jazenjuk das Land vor die Hunde gehen lassen.“ Das war 2014.

Wassil Golowanow: Was war ihre Rolle in diesem Prozess?

Oleksandr Onyschtschenko: Zu jenem Zeitpunkt waren die Staatsunternehmen Naftogas und Zentrenergo unter seiner Kontrolle. Poroschenko wollte Jazenjuk beseitigen, um sich selbst damit zu beschäftigen. Man hat gedacht, Poroschenko hat gute Absichten, will die Korruption beseitigen, wird Regeln für das Business einführen, zum Beispiel Janukowitsch hatte das 50/50-Prinzip (50% für ihn, 50% für die Geschäftsleute). Von Poroschenko hat man gedacht, er würde sagen: 50% für das Land, 50% für euch, los, an die Arbeit! Aber er wollte nur das Machtmonopol für sich, hat es erreicht, hat alle ausgetauscht und durch seinen Premierminister Groissmann und seine Minister und Unternehmensführer ersetzt. Und dann hat er gesagt: „ Die Ukraine ist mein Business, ich sehe hier niemanden mehr. Redefreiheit soll es nicht geben.“ Sein verrücktes Ziel ist es, alle Sender zu kaufen und seine Leute dort hineinzubringen.

Wassil Golowanow: Ihr Name ist bekanntgeworden, seitdem die sogenannten Onytschenko-Aufnahmen bekannt geworden sind. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Gespräche Poroschenkos aufzunehmen und wie war das?

Oleksandr Onyschtschenko: Das ist für mich ein unangenehmes Thema, aber man hat mich als Vaterlandsverräter und Separatist dargestellt, obwohl ich ein einfacher Geschäftsmann bin und mit Politik mich erst seit 2012 beschäftige. Poroschenko hatte am Anfang versprochen, Business-Regeln einzuführen. Aber ich habe gesehen, dass er mit dann Erpressung und Raub begann: Er hat dem Staatsanwalt verordnet, die Aktiva zu beschlagnahmen und danach hat er mit Achmetow und Slotschewskij verhandelt, was er als Gegenleistung erhalten solle, wenn ihre Aktiva/ (Konten) wieder freigegeben würden.

Ich war der Mittelsmann in diesen Verhandlungen. Die Beträge waren astronomisch – Hunderte Millionen Dollar. Ich habe gesehen, wie geizig er ist, und weiter wurde es noch schlimmer.

Die erste Aufnahme habe ich gemacht, weil ich dachte, man wird mir nicht glauben, dass man solche Forderungen stellen kann, und damit man nicht denkt, dass ich verrückt bin oder übertreibe. Später habe ich verstanden, dass es für diesen Menschen nichts Heiliges gibt, weder Freunde noch Partner (darunter waren auch Klitschko und Schwanija). Ihn interessiert nur das Geld.

Wassil Golowanow: Zu welchem Zeitpunkt hat man begonnen, Sie zu verfolgen?

Oleksandr Onyschtschenko: Ende 2015 habe ich verstanden, was das für ein Mensch ist und dass es keine Business-Regeln geben wird. Er hat vielen ihr Business einfach weggenommen, hat Stawizkij gedroht, seine Tankstellen explodieren zu lassen.

Wassil Golowanow: Slotschewskij hat Poroschenko 100 Millionen Dollar bezahlt…

Oleksandr Onyschtschenko: Normalerweise, alles, was man ihm angeboten hat, hat er verdoppelt. Slotschewskij hatte ihm 50 Millionen Dollar angeboten.

Wassil Golowanow: Wofür hat der Umweltminister Slotschewskij dieses Geld gezahlt?

Oleksandr Onyschtschenko: Man hat ihm Amtsmissbrauch angehängt. Dass er die besten Gas-Lizenzen für seine Unternehmen ausgewählt hätte. Gleich nach der Revolution wurde seine Aktiva beschlagnahmt/ eingefroren; eine Kriminalakte angelegt. Er hat das Land verlassen und von dort [aus dem Ausland] Verhandlungen begonnen. Es gab aber keine Lösung. Er zahlte jeden Monat 1 Million Dollar und das war Poroschenko recht. Dann hat Slotschewskij 50 Millionen Dollar auf einmal angeboten, damit das Problem aus der Welt ist. Die Aktiva [Konten] wurden freigegeben und die Kriminalakte wurde geschlossen.

Wassil Golowanow: Wie viel ist durchschnittlich das Schmiergeld an einen Abgeordneten?

Oleksandr Onyschtschenko: Von 20.000- 100.000 für eine Abstimmung. Sporttaschen mit Geld holt man im 4. Stock der Präsidentenverwaltung mit dem Fahrstuhl und lädt sie dann ins Auto. Poroschenko hat heute kein Rating. Er ist auf dem 3., 4. Platz. Ehrliche Wahlen wird es nicht geben, er wird entweder Geld nach links und rechts geben oder den Kriegszustand erklären, weil es dann verboten ist, die Wahlen durchzuführen. Für ihn ist Krieg auch ein Geschäft. (Kriegsrecht ausrufen?)

Wassil Golowanow: Nach 4 Jahren gibt es immer noch keine Antwort, wer hat auf dem Maidan geschossen. Und warum.

Oleksandr Onyschtschenko: Die Regierung hat kein Interesse, das zu ermitteln, weil sie dann auf sich selbst kommen. Die Scharfschützen hatten den Befehl, sowohl auf die eine als auch auf die andere Seite zu schießen. Das war eine Provokation zum Putsch.

 

Anmerkungen:

Oleksandr Onyschtschenko hat ein Buch geschrieben, in dem er über Poroschenko erzählt, damit die Menschen vor der Wahl wissen, wer das ist. Wir werden über das Buch berichten.




Martin Roth: "Widerrede!"

Im Aftergang von London-Kapitalismus, NATO und EU – Zum Buch „Widerrede!“ von Martin Roth

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wohl wahr, dass „eine Familie … über Populismus, Werte und politisches Engagement“ redet, wie der Untertitel des Buches „Widerrede!“ von Martin Roth, das 2017 in der Gesellschaft mit beschränkter Haftung namens Verlag und Buchhandlung der Evangelischen Gesellschaft erschien, andeutet.

Dabei ist bereits die GmbH einer dieser Widersprüche und zugleich eine von vielen Erscheinungsformen einer Gesellschaft der Ware und des Spektakels, auch wenn bei der Aufzählung wirklich wichtiger Wesensmerkmale der aktuellen kapitalistischen Gesellschaft der Shareholder Value heute bei vielen Rednern an erster Stelle steht. Doch der ist nur die Spitze des Eisbergs, der sich im Jahrhunderte währenden Verhältnis von Reichtum und Religion herauskristallisiert hat.

Nein, nichts davon steht in Roths Widerrede, die in der Schublade Idealismus verschwinden kann, weil falsches Erklären schlicht das Ergebnis von falschem Verstehen ist. Dass die Kritik daraufhin in einem „Plädoyer für eine neue, intensive Diskussion zwischen den Generationen und mehr Engagement für unsere Demokratie“ (sic!) besteht, um Bestehendes wie die EU zu bewahren, das wundert wenig. Richtig, Martin Roth bedauert den Brexit. Ich würde mich sogar über den Untergang der übrig gebliebenen Großbriten samt ihres mit Kreuz und Knute zwangsvereinigten Königreiches freuen. Fuck dem London-Kapitalismus!

Nebenbei bemerkt gilt das viel zitierte „Fuck the EU“ von US-Amerikanern wie Victoria Nuland auch für die Belogenen und Betrogenen auf dieser Seite des NATO-Atlantiks und das mehr denn je. Mit anderen Worten: Scheiß auf die EU, aber voll! Denn die EU dient wie die NATO dazu, die Deutschen zu kontrollieren, klein zu halten und kaputt zu machen.

Der Inhalt des annähernd 100 Seiten im ungefähren A5-Format umfassenden Buches, das sich in Vorwort und Einleitung, Hauptteil mit Reden über Deutschland, Europa, die Welt und Interview sowie einen Schluss, in dem es heißt, dass Johanna Henkel-Waldhofer „den roten Faden der „Widerrede!“ ersonnen, „die Diskussionen der Familien“ koordiniert und „die Texte“ zusammengeführt habe, gliedert, gibt darüber keine Auskunft.

Das Nachwort beinhaltet zudem Danksagungen und den Hinweis, dass es zu dem Buch „digitale Seiten“ gebe und zwar unter www.widerrede-buch.de, auf denen sowohl „Anregungen für das eigene Engagement“ als auch „Adressen von Initiativen und Aktionen zusammengestellt“ seien.

Denn darauf zielt das Buch, das durchaus als „Appell für mehr politisches Engagement“ verstanden werden kann, ab: mit der NATO und der EU zu gehen wie mit der Konjunktur des Kapitals. Das aber ist widerlicher Aftergang und weder Widerrede noch Widerstand.

Bibliographische Angaben

Martin Roth, Widerrede!, Eine Familie diskutiert über Populismus, Werte und politisches Engagement, 95 Seiten, Verlag und Buchhandlung der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, 1. Auflage, Stuttgart 2017, ISBN: 978-3-945369-45-6




Antonia Alampi, Forum Expanded-Kuratorin der Video-Ausstellung "I am not worried in the least" bei Savvy contemporary, Künstlerin: Jasmina Metwaly.

Die Berlinale begann bei Savvy im Wedding. Antonia Alampi präsentiert Jasmina Metwaly im Forum Expanded

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Internationalen Filmfestspiele dauern vom 15.-25.2.2018. Am 13.2. eröffnete bereits die Ausstellung des Forum Expanded in der Savvy-Galerie. Stefanie Schulte Strathaus, Forum-Expanded-Chefin und Kuratorin sagte: „Wir machen das seit drei Jahren und arbeiten eng zusammen. Dabei gibt es immer einen archivarischen Aspekt.“ Die diesjährige Ausstellung bei Savvy Contemporary kuratierte Antonia Alampi.

Die Metwaly-Ausstellung von Kuratorin Antonia Alampi ist im Savvy Contemporary

Nebenan im Haus, dem ehemaligen Krematorium Wedding, ist Silent Green, eine Filmaufbewahrungs- und „Verwertungs-“/ Sichtungsstelle. Doch Savvy ist nicht Silent Green. Die Langform des Galerie-Namens ist „Savvy Contemporary – The Laboratory of Form-Ideas“. Ein Labor von Formideen.

Der historische Komplex mit seiner außergewöhnlichen Architektur liegt „hinten“ an der Ecke der in fünf Richtungen weisenden Adolf-, Plantagen- und Prinz-Eugen-Straße. Fast ganz genau an der Ecke des Sterns ist der Eingang in die Plantagenstraße 31. Der Weg führt ein Stück über den Hof und dann die Treppe hinunter. Savvy Contemporary ist eine längliche Räumlichkeit, die eine Richtung vorgibt. Kuratorin Antonia Alampi: „Das ist ein Vorteil. Es hat Sinn, sich die Stationen der Reihe nach anzuschauen.“

Achtung: Eine Station ist auf dem Plan an der linken Wand vermerkt, befindet sich jedoch an der rechten. Wegen der Ähnlichkeit zweier Stationen, von denen die falsch auf der Karte eingezeichnete die zweite ist, ist das kein Problem für die Orientierung.

Bei Archiv denkt man immer an Keller und ist hier also genau richtig.

Savvy Contemporary – The Laboratory of Form-Ideas
Plantagenstraße 31, 13347 Berlin-Wedding

Ausstellungsstätte für das FORUM EXPANDED der Internationalen Filmfestpiele Berlin (Berlinale)

„We Are Not Worried in the least“
JASMINA METWALY
Exhibition (Ausstellung) 13.2.-11.3.2018
Eintritt frei!

Plantagenstraße 31 im Wedding– Hier hat die Berlinale begonnen, hier wird sie enden.

„We Are Not Worried in the least“ von JASMINA METWALY, kuratiert von Antonia Alampi

Jasmina Metwaly ist eine polnisch-ägyptische Künstlerin.

Das erste Exponat der Ausstellung ist ein Video, dass bereits vielfach über die „sozialen Medien“ verbreitet wurde. Ein Rechtsanmwalt mit Anzug, Krawatte und Flipflops stellt die Frage, ob man ein besserer Anwalt sei, wenn man Lederschuhe trage.

Weiterhin gibt es für mehr als 7 Stunden Bilder und Videos. Darunter Material, das vor Gericht nicht berücksichtigt wurde, aber beweist, dass eine Fabrik leersteht. Das Urteil vor Gericht erging unter der Voraussetzung, dass sie offen sei. Es geht also auch um Rechtssicherheit, fehlende Rechtsstaatlichkeit, Wahrnehmung.
Genau wie Galileo vor dem Fernrohr: Die Richter schauen einfach nicht durch das Teleskop. Lieber wiederholen sie ihre Glaubenssätze, als sich neutral der Wahrheit anzunähern.

(„Savvy Contemporary – The Laboratory of Form-Ideas“ befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Silent-Green-Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin – eigentlich im selben Haus)

We Are Not Worried in the Least
„Die unruhige politische Lage Ägyptens und die soziale Situation im Land seit den Aufständen im Jahr 2011 bis heute markieren den historischen Hintergrund der Bilder dieser Ausstellung.“

(Die Eröffnung fand am Dienstag, den 13. Februar um 19 Uhr statt.)

Öffnungszeiten bis zum Ende der Berlinale am 25.2.: 14-19 Uhr.

Eintritt frei.

Die Ausstellung wird danach noch bis zum 11. März 2018 bei Savvy Contemporary zu sehen sein.
Savvy fungiert als Auftraggeber und Producer.
Anschrift: Plantagenstraße 31 in Berlin-Mitte (Wedding).




Theater.

Theater retten einmal anders. Benefizveranstaltung für Kreuzberger Bühne Theaterforum nach Einbruchdiebstahl und Raub

Berlin, Deutschland(Kulturexpresso). Man kennt das schon: Theater sterben oder es wird davon geredet. Es geht um staatliche Bühnen oder lang eingeführte private wie die Komödie am Kurfürstendamm und das ähnlich benannte Theater gleich nebenan, für die das Urteil: „Ab in den Keller!“ und „Aus zwei mach eins“ lautet. Doch das hier ist etwas neues: Das Theaterforum Kreuzberg ist durch Einbruchdiebstahl und Raub in der Existenz bedroht. Jetzt gilt es: Theaterforum retten!

Musik, Tanz und Schauspiel sollen das Theaterforum retten

Am Mittwoch, den 21. Februar um 20 Uhr wird es einen Abend mit Musik, Gesang, Tanz, Eurythmie, Jonglage, Artistik und – auch – Schauspiel geben.

Es moderiert: Anemone Poland.

Denn noch ist Polen nicht verloren, es wäre doch mehr als schade, wenn durch Verbrechen auch noch die Kulturlandschaft Standorte verlöre!

Gemeinsam das Theaterforum retten: Gut für Kreuzberg, gut für Berlin

Viele Künstlerfreunde treten auf als Akt der Solidarität. Schauspieler, Sänger, Musiker, Artisten und Tänzer!

Um zu zeigen, wie wichtig die Existenz des „kleinen, engagierten Theaters“ für das Publikum und die Künstler ist, nicht nur Schauspiel, Darsteller, sodern auch das ganze Drum und Dran mit Maske, Kostüm und Bühnenbild.

Eintritt auf Spendenbasis nach dem Motto pay what You Can ((Yes, I can; Yes, You can; Yes, we can!). Zu deutsch und berlinerisch: „Zahl‘, waste kannst.“

Schließlich ist das Ziel, das Theaterforum zu retten. Nicht Shakespeare, sondern Realität. Sein oder Nichtsein.

Das Theaterforum schreibt dazu selbst: „Nach Einbruchdiebstahl und Raubüberfall ist die Existenz des tfk gefährdet. Aber von solchen Ereignissen wollen wir uns nicht unterkriegen lassen und machen weiter. Doch dazu braucht es Unterstützung. Der Erlös dieses Abends geht an das theaterforum kreuzberg e.V. Eintritt auf Spendenbasis nach dem Motto ‚pay what you can‘.“

Schreibweise und Adresse der Theaterforums Kreuzberg

Hinweis: Die künstlerische, wenn auch nicht dudendeutsch korrekte Eigenschreibweise des Theaterforum ist die Kleinschreibung. Deswegen theaterforum kreuzberg statt der richtigen Schreibweise Theaterforum Kreuzberg.

Die Frage, ob am Satzanfang kleingeschriebene Wörter großgeschrieben werden, kann bejaht werden.
Layouter und Onlinedesigner, wie es sich anhört sowieso halbe Engländer, sehen das anders und dadurch SEHEN wir das auch anders. Die Rechtschreibregeln haben nichtdestotrotz Bestand.

Der RBB – Rundfunk Berlin-Brandenburg, der mit Knut Elstermann auch am 21.2.2018 neben dem Cinemaxx 5 im 1. Stock wieder live von der Berlinale berichtet, nicht nur aus dem Wettbewerb, sondern auch aus den Sektionen Forum und Panorama – macht es auf seinen Websites normalerweise richtig: RBB wird großgeschrieben. „rbb“ in einer bestimmten Schrifttype, die das Loch des kleinen „b“ wie einen Bildschirm aussehen lässt, ist Design.
In einem Fließtext hingegen muss und soll richtig geschrieben werden. Für den ehemaligen Sender Freies Berlin (SFB) heißt das, mit Großbuchstaben.

Übrigens konfligieren Theaterrettung und Knut Elstermann hören nicht. Zum einen sind Radios mobil. Zum Zweiten beginnt die Sendung erst um 22 Uhr und läuft bis Mitternacht. Selbst Knut Elstermann live beim Senden sehen „geht sich also aus“. Wer bis zum feiernden Ende das Theaterforum retten will und in der Eisenbahnstraße bleiben, hat morgen wieder Gelegenheit, Herrn Elstermann unweit von der Kreuzberger Bezirksgrenze am Potsdamer Platz zu besuchen.

Bleibt zu hoffen, dass die Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) durch ihr schillerndes Angebot an vielen Orten nicht verhindern, das ausreichend Besucher den Weg nach SO 36 finden.

Theaterforum Kreuzberg
Eisenbahnstraße 21
10997 Berlin
Tel: 612 88 880
E-Mail: info@tfk-berlin.de

Kartenreservierung
Telefon: 700 71 710
(oder online)
Preiskategorien: 5,- bis 18,- Euro
(übliche Ermäßigungen)

Freie Platzwahl

Spielplan & News kann man per E-Mail abonnieren

Verkehrsanbindung: U-Bahn Linie U 1, U-Bhf-Görlitzer Bhf. oder Schlesisches Tor

BVG: Bus 140, 265

http://www.tfk-berlin.de/