Biertrinken, Mörder jagen, Koksen, durch den Glasgower Regen laufen – Annotation zum Kriminalroman „Tod im Februar“ von Alan Parks

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"Tod im Februar" von Alan Parks. © Heyne Hardcore

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Hin und wieder packt es mich im feuchtkalten Herbst und ich nehme mir einen Kriminalroman zur Hand. Regelmäßig hoffe ich dabei, vom Finale nicht zerschmettert zu werden, weil es für mich nichts Schlimmeres als ein alles erklärendes Ende gibt.

Manchmal habe ich Glück und treffe auf einen besonderen Kriminalroman. „Tod im Februar“ ist so ein Fall.

Februar 1973. Ein Spieler von Celtic Glasgow wird tot im 14. Stock eines im Bau befindlichen Bürogebäudes aufgefunden. Sein Mörder hat eine blutige Nachricht hinterlassen, eingeritzt in die Brust des Opfers. Detektive Harry McCoys erster Tag zurück im Dienst könnte schrecklicher nicht sein.

Der Kicker ist das erste Opfer eines ordentlich verrückten Herrn, der Glasgow in heimsucht. McCoy wird schnell in seine üble Vergangenheit torpediert. Er ist in Waisenhäusern aufgewachsen und erlebte dort Vergewaltigungen und Gewalt durch einige besonders katholische Dreckskerle der guten Gesellschaft. Hier traf er auch seien Lebensmenschen Cooper, der seither als eine Art böser Zwilling neben ihm existiert.

Im ersten Teil der Buchreihe hatte er es wohl mit einem fiesen Verbrecher zu tun, der ihm fast das Lebenslicht ausgeblasen hätte. Nur durch den selbstlosen Einsatz seines Kumpels, des Zuhälters Cooper, überlebte der Detektive.

Wenn es nicht regnet, schneit es in Glasgow und die Schaffellmäntel liegen über der Heizung. Man kann sie förmlich riechen, wie den Schmutz, die abgestandenen Teebecher und die Verzweiflung, die MCCoy umhüllt als stetiger Nebel des Grauens.

Dichte Story, überzeugende Schreibe, vom Leben gefickte Helden mit menschlichem Antlitz, komplizierte Bösewichter.

„Tod im Februar“ ist aus dem schottischen Englisch genial übersetzt von Conny Lösch, die über reichlich Übersetzerinnenerfahrung im Metier verfügt. Starker Roman, dämlicher Buchtitel, ich bin gespannt auf das nächste Abenteuer.

Lesenswerte Krimi, um die aufkommende Weihnachtswut zu dimmen, liebe Leserin siehe, anderen geht es viel schlechter als dir.

Bibliographische Angaben

Alan Parks, Tod im Februar, Kriminalroman, Band 2, Reihe: Die Harry McCoy-Serie, Band 2, 432 Seiten, Übersetzerin: Conny Lösch, Format: 13,5 x 20,6 cm, Klappenbroschur, Verlag: Heyne Hardcore, München, 28.10.2019, ISBN: 978-3-453-2719-82, Preis: 16 EUR (D), 16,50 EUR (A), 22,90 SFr

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