Der Spion von nebenan. Endlich wieder was zu lachen! Film mit CI-Action

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Chloe Coleman, Parisa Fitz-Henley und Dave Bautista star in MY SPY - "Der Spion von nebenan". © TOBIS Film GmbH
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Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Endlich wieder was zu lachen! „Der Spion von nebenan“ ist ein Spielfilm aus den USA, von dem wir längst nicht soviel erwartet haben und dann positiv überrascht wurden. Zwar geht es nur um Unterhaltung, aber das ist doch mehr, als man heute erwarten kann. Der Medienhype, der zurzeit abgeht und die teilweise damit verbundenen Nachrichten versetzen in Erstaunen. Das war ja wohl auch beabsichtigt. Boulevardpresse möchte schocken, locken, Auflage machen. Dass aber in Berlin jetzt die Busfahrer die erste Tür nicht mehr öffnen und die Opernhäuser schließen, ist bittere Realität. Wirtschaftlich nicht zu Ende gedacht, möge es hoffentlich unter anderen Aspekten helfen; aber es ist schon ein Ding, was da medial und teils real passiert. Natürlich kann ein Besuch des „Spions von nebenan“ nicht den Opernbesuch ersetzen. Aber es kann ein Lachen ins Gesicht zaubern, wo es einem oft im Halse stecken bleiben möchte.

Dafür sähe man gern über die eine oder andere Kleinigkeit hinweg. Doch gibt es davon im Spion von nebenan nicht viele. Es ist natürlich völlig klar, dass so eine Situation wie im Film nie wirklich eintreten könnte. Schon gar nicht mit einem Kind, dass über 3 Jahre vom Teenagerdasein weg ist. Doch würde man sich wünschen, es wäre so. Denn menschlich passt es prima, Überraschungen gibt es genug und man hat immer wieder was zu lachen. US-amerikanische Komödien sind oft vulgär gewesen und hängten sich an Themen wie Drogenkonsum auf (ach, wie witzig!).

Hier ist eine 9jährige Miss Marple der Internetgeneration unterwegs, die nicht auf den Kopf gefallen ist und sich trotzdem einen Vater wünscht. Wer könnte das wohl sein? Wir verraten es nicht.

Die Bösen gehen ins Netz, die Guten überleben, dem Happyend steht immer wieder etwas im Weg, aber es kommt und das ist in Ordnung.

Der nette Mann von nebenan. Nicht der hellste, aber stark – und vielleicht passt er auch zu Mama

Wer nicht gleich darauf kommt, wie der Schauspieler heißt, der JJ verkörpert, dem liegt der Name Dwayne Johnson auf der Zunge. Groß, stark, aber gütig, kontrolliert, kein wildes Tier – beide passen in die Rolle.

Als Wrestler war Bautista ein halbes Dutzend Mal Champion, doch auch wenn viele Wrestling nicht ernst nehmen, verletzen sich die Kämpfer – und sie brauchen schauspielerisches Talent. So dumm, für wie man sie halten möchte, sind sie auch nicht. Dave Bautista schaute sich nach etwas anderem um, wo er nicht zum Krüppel werden konnte, aber trotzdem im Rampenlicht stehen und Autogramme geben. Er ging zum Film. Natürlich waren seine ersten Rollen physisch. Als schmächtiger Anzugträger an der Wall Street hätten ihm die Hemden vielleicht nicht gepasst. Auch spielte er nicht nur die Guten, obwohl er diese Rolle gut ausfüllen kann. Dann kamen die „Guardians of the Galaxy“. Der Starke hatte nicht nur Gewalt auf Lager, sondern eine Rolle, die Elemente der Komödie einschloss. Bingo!

Die Film-Handlung (nur teilweise …)

Heimliche Überwachung einer Privatwohnung: Kristen Schaal als Bobbi in „Der Spion von nebenan“ (MY SPY). Und überhaupt: Ist der CIA nicht nur im Ausland tätig? © TOBIS Film GmbH

CIA-Agent J.J. oder JJ ( sprich: Dschej-dschej, gespielt von Dave Bautista) wird nach einer nicht günstig gelaufenen „Ermttlung“ mit Kollateralschaden von seinem Chef Kim (gespielt von dem schon in Hangover 1,2+3 perfiden Ken Jeong) dazu verdonnert, die Überwachung einer Familie durchzuführen. Das schmeckt JJ eigentlich nicht und ist unter seiner Würde. Zerknirscht sieht er aber ein, dass die selbst für die Vereinigten Staaten immensen Schäden, die sein Handeln im Dienst verursachten, ihm kaum eine andere Wahl lassen.

Dann fallen der plietschen Sophie (Chloe Coleman), die noch keine zehn Jahre alt ist und der Generation der Digital Natives (X, Y, Z?) alle Ehre macht, die versteckten Kameras in der Wohnung auf und sie findet anhand ihres technischen Geschicks heraus, von wo aus die Überwachung durchgeführt wird. Nämlich von nebenan. Dann entdeckt sie JJ und seine grandios dumm-tolpatschig-ekelhafte Partnerin Bobbi (Kristen Schaal).

Chloe Coleman (Sophie) und Dave Bautista (JJ) in „Der Spion von nebenan“ (MY SPY). © TOBIS Film GmbH

Sophie macht einen „Deal“: Dafür, dass sie die Operation nicht enttarnt, überredet sie JJ, Zeit mit ihr zu verbringen (denn ihre Mutter spielt die Rolle der Alleinerziehenden). Und gleichzeitig eine echte Spionin aus ihr zu machen. Das ist natürlich unmöglich, passiert aber dann genau so. Anfänglich verhalten und vorsichtig lässt sich JJ darauf ein; denn es bleibt ihm wohl aus seiner Sicht schon wieder keine bessere Wahl. Außerdem kann Sophie sehr überzeugend sein. Sophie überrascht menschlich und ist ein sehr heller Kopf. Dazu passt JJ/ Dave Bautista, demgegenüber sie brillieren kann. Von ihm und seiner Figur erwartet man nicht, dass er immer die Folgen seines Handeln absehen kann. Sophie ist das erstaunlich erwachsen.

Unrealistisch? Falsche Frage. Eine gute Komödie? Richtige Frage. Ein Film, der Spaß macht, wenn man nicht gerade Peter Handke oder „Narziß und Goldmund“ nach Hesse sehen muss. Ein Film für die, die nicht nur Verfolgungsjagden und explodierende Autos sehen wollen. Nicht nur.

Der Spion von nebenan. Filmdaten

Parisa Fitz-Henley, Dave Bautista and Chloe Coleman star in MY SPY – Der Spion von nebenan. © TOBIS Film GmbH

Spielfilm. Action-Komödie und Familienfilm.

Das ist natürlich nicht so einfach, unter einen Hut zu bringen. Für einen fsk 0- oder fsk 6-Film kommt doch einiges an Gewalt vor, wer aber vor allem Action sucht, ist hier nicht so ganz richtig. Uns reicht die Action; die Beziehung zwischen dem CIA-Agenten und dem klugen Kind, das sich eine andere Familiensituation wünscht, kommt gut rüber. King Kong zerdrückt die blonde, „wehrlose“ Frau nicht, Arnold Schwarzenegger und Dwayne Johnson tun keiner Fliege was zuleide, nur die Bösen bekommen die Muskeln zu spüren.

Bundesweiter Kinostart in Deutschland: Donnerstag, den 12. März 2020

Filmographische Angaben

  • Originaltitel: My Spy
  • Originalsprache: Englisch
  • Staat: VSA
  • Jahr: 2020
  • Deutscher Titel: Der Spion von nebenan
  • Genre: Spielfilm, Action-Komödie und Familienfilm
  • Regie: Peter Segal
  • Drehbuch: Erich Hoeber, Jon Hoeber
  • Kamera: Larry Blanford
  • Schnitt: Jason Gourson
  • Musik: Dominic Lewis
  • Darsteller: Dave Bautista, Chloe Coleman, Kristen Schaal und andere
  • Produktion: Peter Segal, Robert Simonds, Dave Bautista, Chris Bender, Jonathan Meisner
  • Dauer: 101 Minuten lang oder 1 Stunde 41 Min.
  • Altersfreigabe: FSK 12, JMK 12
  • Verleih: Tobis
  • Heimatseite im Weltnetz: www.DerSpionvonnebenan.de

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