Kämpfen bis zum Umfallen – Annotation zum Buch „Fat City“ von Leonard Gardner

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Leonard Gardner: Fat City, Roman. © Aufbau Verlag

Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Die Trüffelschweine des Blumenbar-Verlags haben mit „Fat City“ ein besonderes Schmankerl aus den Tiefen des Friedhofs der vergessenen Bücher gehoben. Ein bisschen geholfen hat ihnen dabei Gregor Hens, der Gardner neu ins deutsche übersetzt hat. Hens gelingt es auf großartige Weise, die Sprache der Underdogs ins Deutsche zu retten. Denn es sind die kleinen Leute, die Trinker und scheinbar gescheiterten Existenzen, die Fat City bevölkern. Ein abgefuckter Boxer, der vor Jahren mal ein paar gute Kämpfe gewann, trifft ein boxerisches Naturtalent und träumt von der Rückkehr ins Rampenlicht. Er lebt in billigen Hotels, trauert einer alten Liebe hinterher, säuft und verdingt sich als Tagelöhner. Für einen kurzen Moment flackert sein Lebenslämpchen auf, er schmeißt die Flache weg und hängt sich in die Seile des Boxrings – noch einmal die ganz große Nummer sein. Parallel zu seiner Geschichte folgen wir dem Juniorboxer auf seinen tapsigen Schritten ins Glück. Nichts läuft glatt, überall lauert die Schmierseife des Schmerzes – Leben heißt Fechten.

Große Lektüre für Mittelstandszöglinge und Freunde des Boxkampfs und der Liebe. Ein feiner Roman über unsere Herzen, diese einsamen Jäger.

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Leonard Gardner, Fat City, Roman, 224 Seiten, gebunden mit ausklappbarem Vorsatz, übersetzt von Gregor Hens, Blumenbar Verlag, Berlin 2017, ISBN: 3-351-05039-9, Preis: 18 EUR

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